Prien: Unterricht in kleinen Klassen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Prien - Schüler, Eltern und Lehrer wünschen sich vor allem eins: kleine Klassen. In der Mittelschule in Prien geht dieser Wunsch in Erfüllung.

Wenn der Unterricht nach den Sommerferien am Dienstag wieder beginnt, dann sitzen in den Klassen durchschnittlich 21 Schüler - und damit wesentlich weniger als zum Beispiel in der Realschule Prien (27) und im Ludwig-Thoma-Gymnasium (28).

Nahezu unverändert bleibt die Zahl der Mittelschüler. Waren 473 in das vergangene Schuljahr gestartet, so nehmen heuer 471 den Unterricht auf. Was sich jedoch verändert: Aufgeteilt werden sie heuer nicht mehr "nur" auf 20, sondern auf 22 Klassen. Im Vergleich zum Vorjahr wird in der fünften Jahrgangsstufe eine weitere, jetzt dritte Regelklasse gebildet, in der achten kommt eine zweite M-Klasse hinzu, die zur Mittleren Reife führt. Und gerade auch in diesem letzten Fall sprechen Zahlen Bände: 18 Schüler sitzen in der 8a, 19 in der 8b.

Die Vorteile des Unterrichtes in kleinen Klassen liegen auf der Hand. "Jedes Kind kann individuell betreut werden", sagt Hans-Joachim Reuter, der Rektor der Franziska-Hager-Mittelschule, im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Und weiter: Unter diesen Voraussetzungen habe der Schüler "höhere Chancen auf einen besseren Schulabschluss".

Mit 43 Lehrkräften - 26 Frauen und 17 Männern - startet die frühere Haupt- und jetzige Mittelschule in das neue Schuljahr. Auch diesmal wieder gibt's zahlreiche neue Köpfe im Kollegium, wenn der Rektor den Startschuss für den Unterricht gibt. Ihre Zahl jedoch bleibt unverändert. Obwohl heuer zwei Klassen mehr gebildet werden, hat Reuter das Kollegium nicht aufstocken müssen. Der Grund: Für die 22 Klassen hat er, wie er sagt, "22 Lehrerköpfe", die Klassleitungen übernehmen könen.

In der offenen Ganztagesschule, die auch im neuen Jahr wieder ihre Tore öffnet, lichten sich ein wenig die Reihen. Wie im vergangenen Jahr wird wieder in zwei Gruppen eine Betreuung am Nachmittag angeboten. Doch statt rund 50 Kindern nutzen diesmal das Angebot lediglich etwa 30 - jetzt jedoch ausschließlich Mittelschüler. Denn Grundschüler werden nun nicht mehr aufgenommen.

Viele Schüler in Ganztagesklassen

Die offene Ganztagesschule können Kinder und Jugendliche mehrmals in der Woche am Nachmittag besuchen. Wer hingegen in der gebundenen Ganztagesklasse sitzt, der muss täglich am Vormittags- und Nachmittagsunterricht teilnehmen. Das Interesse an dieser Beschulung steigt weiter. An der Schule wird mittlerweile von der fünften Jahrgangsstufe aufwärts jeweils eine gebundene Ganztagesklasse unterrichtet. Wertvoll sei das Angebot, so Reuter, zum Beispiel für Alleinerziehende, die ihre Tochter oder ihren Sohn gut untergebracht wissen wollen, während sie in die Arbeit gehen, um das Geld zu verdienen, das sie zum Leben brauchen.

Auch andere Angebote unterbreitet die Schule nach wie vor: Im M-Zug nehmen die Mittelschüler weiter die Mittlere Reife ins Visier, in der Praxisklasse bekommen Lernschwächere die Chance, einen Abschluss zu machen.

Und auch die Schulsozialarbeit geht weiter. Nach wie vor 20 Stunden pro Woche stehen zwei Sozialpädagoginnen den Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Weil sie sich auf andere ihrer vielfältigen Tätigkeiten konzentriert, steht Gitti Plank nicht mehr für die Sozialarbeit an der Schule zur Verfügung. Für sie steigt Katharina Königbauer mit ins Boot - dorthin, wo Maren Welkener schon sitzt.

Wenn's nach Reuter geht, könnten die beiden gut und gerne "acht bis zehn Stunden mehr" ihre Hilfe anbieten. Laut dem Rektor ist für eine Aufstockung der Schulsozialarbeit "der Bedarf da" - nicht so sehr, weil "die Kinder sozial schwierig sind", sondern deshalb, weil sich täglich "pubertäre Schwierigkeiten" einstellen und sich Streitigkeiten zwischen Mädchen und Buben ergeben.

Immer deutlichere Konturen gewinnt die Kooperation, die die Realschule und die Mittelschule in Prien im neuen Schuljahr starten (wir berichteten bereits). Neue Arbeitsgemeinschaften an der Mittelschule - zum Beispiel im Basketball und im Hockey - bieten allen Sportlern hüben wie drüben Plätze zum Mitmachen. Wie die Schüler diese zusätzlichen Angebote annehmen, wird sich allerdings erst im Laufe des Schuljahres zeigen.

Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser