Unterstützung für die Trainer des TuS

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Tim König (links) trainiert im Rahmen seines freiwilligen sozialen Jahres beim TuS auch die Badminton-Jugend.

Prien - Zum ersten Mal bekommen Übungsleiter mehrerer Abteilungen des Turn- und Sportvereins (TuS) Prien beim Training Unterstützung durch einen jungen Mann, der ein freiwilliges soziales Jahr absolviert.

Immer wieder gibt es Engpässe in den Trainingsplänen mancher Sparten, denn Übungsleiter wachsen nicht auf den Bäumen. In manchen Bereichen könnte der TuS sein Angebot ausbauen, wenn er die Trainer dafür hätte, zum Beispiel in der Leichtathletik, sagt TuS-Gesamtvorstand Peter Kapfer.

Deshalb musste die Vorstandschaft nicht lange überlegen, als die Idee aufkam, sich Hilfe im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) zu holen. Es ist für junge Männer eine Alternative zum Wehrdienst.

Tim König, der beim TuS seit über zehn Jahren Badminton spielt, hatte von einem Sportkameraden in Rosenheim von dieser Möglichkeit gehört.

So kam eines zum andern. Nach dem Abitur am Ludwig-Thoma-Gymnasium (LTG) absolvierte der 19-Jährige einen gut dreiwöchigen Lehrgang der Bayerischen Sportjugend (BSJ) in Unterhaching. Er wurde in Theorie und Praxis für seine künftige Übungsleitertätigkeit geschult.

Seitdem trainiert er, meist als Unterstützung, aber mitunter inzwischen auch schon allein, zumeist jüngere Übungsgruppen in Badminton, Turnen und bei den TuS-Fußballern. Diese Abteilungen hatten zuerst Unterstützung angefordert.

38,5 Stunden in der Woche muss König leisten, die Aufteilung ist flexibel. Inzwischen hat er auch schon beim differenzierten Sportunterricht an der Mittelschule ausgeholfen, als dort Not am Mann war. Seine Arbeitszeiten sind entsprechend flexibel. Wenn der 19-Jährige bei einem Hallenturnier am Wochenende mithilft, bekommt er unter der Woche frei.

Seine soziale Arbeit beschränkt sich nicht nur auf den Trainingsbetrieb. König hat gerade ein zweitägiges Badminton-Camp organisiert: geplant, gebucht und sogar Faltblätter und Programme entworfen. Als in den Herbstferien der Trainingsbetrieb ruhte, half er Kapfer, das umfangreiche TuS-Archiv von 1878 bis heute zu sichten und aufzubereiten. 290 Euro bekommt der FSJler für seine Tätigkeit im Monat, den TuS kostet sie 450 Euro. Die Sozialabgaben und Versicherungen werden vom Verein an die BSJ bezahlt.

Für Kapfer ist nach einigen Wochen Erfahrung jetzt schon so gut wie sicher, dass der TuS auch künftig junge Leute im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres zur Unterstützung einsetzen wird.

db/Chiemgau-Zeitung

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