Unwetter machen Arbeit

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Prien - Eigentlich will der Bauhof die Sommerzeit nutzen, um Straßenschäden auszubessern oder Wiesen zu mähen. Manche Arbeit musste aber warten oder wartet noch immer.

Denn die extremen Unwetter Ende Juni und Anfang Juli haben Sepp Furtner und seiner Mannschaft bis heute einen Berg Mehrarbeit hinterlassen.

Erst kam der Hagelsturm, der nicht nur Bäume entwurzelte, sondern auch Unmengen Pflanzenteile auf die Straßen und Wege wehte. Das hatte Sonderschichten für die Kehrmaschinen zur Folge. Zudem galt es, eine ganze Reihe von Bäumen zu zerlegen und abzutransportieren, die der Sturm gefällt hatte - unter anderem an der Straße nach Kaltenbach, beim "Haus für Kinder - Marquette" und an der Harrasser Straße. Mitunter mussten Furtner zufolge sogar die Wurzelstöcke mit Baggern ausgegraben werden.

Und es kam stellenweise noch schlimmer: In Stauden beim großen Kursaal und an der Bernauer Straße hatte der Sturm Bäume umgeworfen, deren Wurzeln sogar Teile von Gehwegen mitrissen und zerstörten. Hier mussten die Bauhofmitarbeiter dann die Wege neu asphaltieren - samt Unterbau. Um eine solche Stelle wieder herzurichten sind laut Furtner drei Mann ein bis zwei Tage beschäftigt.

57 Liter Regen pro Quadratmeter

Eine Woche nach dem Hagelsturm kam der sintflutartige Regen. Furtner zufolge gingen in kurzer Zeit 57 Liter pro Quadratmeter nieder. Die Wassermassen überfluteten nicht nur Unterführungen und Keller. Sie rissen auch riesige Mengen Blätter und Äste mit sich, die eine Woche zuvor abgerissen worden waren.

Dieses Grünzeug landete nun in den Abflüssen. Weil niemand wissen konnte, ob und wann noch einmal ein solcher Starkregen kommt, war Eile geboten.

Normalerweise werden die Gullys - und davon gibt es hunderte - zweimal im Jahr mit einer großen Saugmaschine gereinigt, an Bergstrecken öfter. Der turnusmäßige erste Durchgang 2011 war kaum erledigt, als alles von vorne anfing. Zwei Mann waren eine Woche lang unterwegs, bis alle Abflüsse auf dem 80 Kilometer langen Gemeindestraßennetz von den Spuren des Unwetters befreit waren.

Ein neuralgischer Punkt sind auch die Seitenstreifen kleinerer Straßen, deren Bankett lediglich mit Kies aufgefüllt ist. Normalerweise fliest Wasser bei Regen dort in die angrenzenden Wiesen ab und versickert. Bei extremem Starkregen wird der Kies an vielen Stellen auf die Fahrbahnen gespült und bleibt dort liegen. Die Kehrmaschine muss ausrücken und die Straßen reinigen. Einen besonderen Einsatz erforderte auch der sogenannte Weinberggraben. Die Rinne im abschüssigen Gelände hatten die Wassermassen bis obenhin mit Kies zugeschwemmt. Der Graben musste ausgebaggert werden.

Spuren der Unwetter finden sich auch jetzt noch, vor allem auf Rad- und Wanderwegen. Deren Netz, dessen Instandhaltung dem Bauhof obliegt, umfasst rund 35 Kilometer. So ist zum Beispiel eine Treppe, die die Trautersdorfer Straße mit einem Spazierweg oberhalb des Mühlbachs in Richtung Paulsruhe verbindet, aus Sicherheitsgründen noch gesperrt. Der Regen hatte einen Teil der Stufen ausgespült.

Weil nicht nur die 15 Bauhofmitarbeiter, sondern auch die Kollegen der Gärtnerei der Priener Tourismus GmbH (PTG), vom Wasser-, Elektrizitäts- und Klärwerk mit anpackten, sind Furtner zufolge nun die allermeisten Schäden repariert. Nun gilt es, auch die notgedrungen liegengebliebenen Arbeiten zu erledigen.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Berger

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