Vereint unter einem Dach

Prien - Nach vielen Jahren der Trennung ist das Sonderpädagogische Förderzentrum Prien nun unter einem Dach vereint:

Im Gebäude an der Joseph-von-Fraunhofer-Straße drücken nun fast alle Kinder und Jugendliche die Schulbank. Die einzige Ausnahme: Die Oberstufe ist und bleibt auf der Fraueninsel.

Nach einem Umbau steht in dem ehemaligen Goethe-Institut eine Reihe weiterer Klassenzimmer und Fachräume zur Verfügung. Der Landkreis und die Schulleitung haben die Außenstellen, die das Förderzentrum bislang in Söchtenau und Neukirchen am Simssee betrieben hatte, aufgelöst und die Schüler in Prien einquartiert.

Auf einem langen Weg laufen Sonderschulrektor Hans-Jürgen Brandl und seine Kollegen nun ins Ziel ein. "Wir haben ein Stammhaus und nur noch eine Außenstelle", freut sich Brandl im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung über die geglückte Zusammenziehung der Klassen.

Vor Jahr und Tag war das Förderzentrum noch über fünf Standorte in der Region verteilt. 2010 bezog die Schule dann ein neues "Hauptquartier" und wechselte in Prien von der Franziska-Hager-Schule in das ehemalige Goethe-Institut. Mit dem Umzug holte die Schulleitung erste ausgelagerte Klassen ins neue Stammhaus. Weitere fanden in diesem Jahr Aufnahme. So zogen nun wie geplant die beiden Klassen aus Söchtenau und die sogenannte schulvorbereitende Einrichtung aus Neukirchen nach Prien. Allein die Oberstufe ist nach wie vor nicht im Stammhaus in Prien untergebracht.

Hinter all diesen Fortschritten steht der Landkreis. Der Sachaufwandsträger des Förderzentrums hat das frühere Goethe-Institut gekauft und dann für die schulische Nutzung um- und ausgebaut. In einem ersten Abschnitt hatte er im vergangenen Jahr die ersten Räume im Gebäude für den Unterricht hergerichtet. In einem zweiten verwandelte er heuer frühere Appartements in Klassenzimmer und Fachräume. Bis auf wenige Restarbeiten erledigten die Handwerker bis zum Beginn des neuen Schuljahres am gestrigen Dienstag ihre Arbeit. Und in einem dritten Bauabschnitt schließlich vollendet der Landkreis dann im Herbst den Umbau im früheren Appartementtrakt.

Brandl spricht von einem "Riesen-Vorteil", dass nun alle Klassen - bis auf die Oberstufe - unter einem Dach vereint seien. Der Schulalltag könne nun wesentlich leichter organisiert werden, sagt er. Die Lehrer könnten sich nun gut austauschen und damit besser zusammenarbeiten, Fördergruppen könnten gebildet werden. Und vor allem fielen nun auch viele Busfahrten weg.

Im Förderzentrum hat am gestrigen Dienstag der Unterricht in zehn Klassen begonnen - und damit in einer weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Schüler verringerte sich von 135 (2010) auf 112 (2011). In nach wie vor zwei Gruppen werden heuer außerdem acht Mädchen und Buben auf die Schule vorbereitet. In dieser Vorschule, so Brandl, seien noch Plätze frei. So könnten noch gut und gerne zehn weitere Kinder aufgenommen werden.

Auch im neuen Schuljahr werden Fünft- bis Neuntklasler wieder in der offenen Ganztagsschule über den Mittag und am Nachmittag betreut. Die Plätze in den beiden Gruppen sind nach wie vor begehrt - und so ist die Ganztagsschule mit 30 Kindern laut Brandl bereits "voll".

Erweitert wird das Angebot, auch Schüler der Unterstufe nachmittags in die Obhut zu nehmen. So hat das Förderzentrum im vergangenen Jahr mit einer ersten gebundenen Ganztagsklasse laut Brandl gute Erfahrungen gesammelt. Sie habe sich "sehr bewährt", Schüler und Eltern hätten das Angebot "gut angenommen". Und weil der Probelauf so gut geklappt hat, schiebt das Förderzentrum der ersten heuer eine zweite gebundene Ganztagsklasse nach. Und eine weitere Aufstockung dieses Angebotes scheint in den kommenden Jahren nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil, Brandl wird zu gegebener Zeit dann durchaus überlegen, Ganztagsklassen nicht mehr nur in der Grund-, sondern auch in der Hautpschule einzurichten.

Gernot Pültz (Chiemgau-Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser