Verwaltung gibt Aufschluss über Kosten

Bernau - Die Kosten, die der Gemeinde durch die Ortsplanung und das neue Rathaus entstanden sind, lassen sich laut Bürgermeister Klaus Daiber in der Verwaltung feststellen.

Der Gemeinderat hielt diesen Aufwand für nicht gerechtfertigt und beschloss in seiner jüngsten Sitzung, einen Antrag von Eduard Wierer (Überparteiliche Wählergemeinschaft) nicht weiter zu verfolgen.

Laut Wierer hat die Gemeinde Steuergelder ausgegeben, die in der Summe dazu führen würden, dass sich jeder Gemeinderat "schämen" müsste. Die Kommune habe das Fischer- und das Schuhmann-Grundstück gekauft, die sie beide "nie" hätte erwerben dürfen. Planungen für das Rathaus seien immer wieder im Sande verlaufen.

"Raserei" auf der Ortsdurchfahrt

Daiber sagte jetzt, dass die einzelnen Maßnahmen und deren Kosten nicht ohne riesigen Aufwand aus den Verwaltungsakten herausgelöst und dargestellt werden könnten. Allein die Planungen und Interessensbekundungen, die Investoren auf dem alten Sportplatz in den vergangenen Jahren an den Tag gelegt hätten, seien äußerst umfangreich gewesen und heute einzeln nur schwer zu dokumentieren. Ein Seniorenzentrum sei dort zum Beispiel ebenso im Gespräch gewesen wie ein Hotel.

Zur Sprache kam auch der Antrag von Sepp Genghammer (Bündnis 90/Die Grünen), die Ampel am Kirchplatz täglich nicht schon um 20, sondern erst um 22 Uhr abzuschalten. Insbesondere im Sommer seien in den späten Abendstunden, so Genghammer, noch sehr viel Fußgänger und Radfahrer unterwegs, die beim Überqueren der Ortsdurchfahrt durch den Verkehr gefährdet seien.

Philipp Bernhofer (Bernauer Liste) erläuterte, dass der Arbeitskreis (AK) Geh- und Radwege - er ist dessen Sprecher - schon Überlegungen angestellt habe, die "Raserei" der Autofahrer in der Nacht am Gasthof "Alter Wirt" zu unterbinden. So habe der AK etwa auch angeregt, über eine Ampel nachzudenken, die im Nachtbetrieb über Induktionsschleifen gesteuert werde. Das System, das dahinter steckt: Die Ampel zeigt Rot. Wenn ein Autofahrer herannaht, dann schaltet sie - ausgelöst durch die Überfahrt über einen Kontaktstreifen im Asphalt - schließlich auf Grün.

Zweiter Bürgermeister Matthias Vieweger (CSU) sagte, dass nun zwei Vorschläge für eine Verbesserung der Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer an dieser Stelle vorliegen. Genghammer und Bernhofer sollen sich doch zusammensetzen und eine Lösung erarbeiten. Im Übrigen habe er den Eindruck, so Vieweger weiter, dass Genghammer immer wieder Anträge stelle, um sich vor allem "persönlich zu profilieren". Genghammer erwiderte, dass er seinen Antrag im vorliegenden Fall eingebracht habe, ehe der Arbeitskreis seine Empfehlungen abgegeben habe

Nicht abgestimmt hat der Rat über den weiteren Antrag von Genghammer, das "gewachsene Dorfzentrum" an der Kirche aufzuwerten - etwa durch die Verringerung der Lärm- und Abgas-Belastung und eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs. Bürgermeister Daiber sagte, der Antrag sei "verfrüht gestellt" worden. Diese Thematik werde in den Arbeitskreisen im Rahmen der Ortsentwicklung behandelt.

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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