Vision nimmt Gestalt an

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Neben dem bestehenden "Marquette" (links) sollen in Nord-Süd-Ausrichtung vier Gebäude entstehen: anschließend an den Wendehammer und Parkplatz (oben) zwei erdgeschossige Bauten für Krippengruppen mit je zwölf Plätzen (gelb), dahinter ein Funktionstrakt (schraffiert) und als südlicher Abschluss ein zweigeschossiges Haus für drei Kindergarten- und Hortgruppen (blau).

Prien - 1989 wurde der Förderverein des Kindergartens Marquette gegründet. Sein großes Ziel war es, dass eines Tages ein neuer Kindergarten entsteht. Jetzt, gut 20 Jahre später, nimmt die Vision Gestalt an.

In diesen Tagen wurden im Rathaus entscheidende Weichen für einen Neubau gestellt. Er soll Platz für drei Kindergarten- beziehungsweise Hortgruppen in einem Haupthaus und für zwei Krippengruppen in separaten Gebäuden bieten.

Damals, 1989, sannen Jürgen Schuster und seine Mutter bei einem Ausflug der evangelischen Kirchengemeinde darüber nach, dass in Prien ein Kindergarten fehlt. Seitdem hat Schuster im Kirchenvorstand und im Gemeinderat dieses Fernziel nie aus den Augen verloren. Jetzt hat er es vor Augen. Aber noch sind zwei entscheindende Hürden zu nehmen. Zum einen muss die Regierung einen Bebauungsplan genehmigen, dessen Aufstellung der Marktgemeinderat im Juli auf den Weg gebracht hatte. Auf dem 11500 Quadratmeter großen Areal, dass die Gemeinde 2005 samt Gebäude erworben hatte, sollen östlich des bestehenden Kindergartens vier Bauparzellen ausgewiesen werden - für zwei Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus.

Dafür wiederum ist ein naturschutzrechtlicher Ausgleich Bedingung, weil das Bebauungsplangebiet in den Bereich der Chiemsee-Schutzverordnung hineinreicht, erläuterte Bürgermeister Jürgen Seifert. Die Ausgleichsfläche soll auf der Nordostseite des Grundstücks ausgewiesen werden, die Baugrundstücke wiederum über die südliche Straße "Am Bründl" erschlossen werden.

Am runden Tisch mit Schuster, Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth, der Diakonie (sie hat vor drei Jahren die operative Trägerschaft des "Marquette" übernommen), Förderverein und den Fraktionsvorsitzenden des Marktgemeinderates zeigte die Bauverwaltung dieser Tage auf, wie die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden können.

Und die Kämmerei legte dar, wie die zweite Hürde gemeistert werden kann - dieFinanzierung. Für Krippen winken hohe Fördersätze, wenn der Antrag bis 31. Oktober eingereicht wird. Deshalb herrschte Konsens darüber, dass die Gemeinde als Bauherr einen Architekten beauftragt, bis zum Stichtag eine Entwurfsplanung vorzulegen auf der Grundlage der Vorplanung, die die Kirchengemeinde auf eigene Kosten schon hatte erstellen lassen.

Neben Zuschuss, Erlös aus Grundstücksverkäufen und einem noch nicht feststehenden weiteren Anteil der Kommune habe der Förderverein zugesagt, einen Großteil seines angesparten Vermögens beizusteuern, sagte Wackerbarth.

Neben dem bestehenden "Marquette" (es bleibt stehen, bis der Neubau fertig ist) sollen in Nord-Süd-Ausrichtung vier Gebäude entstehen: anschließend an den Wendehammer und Parkplatz zwei erdgeschossige Bauten für Krippengruppen mit je zwölf Plätzen, dahinter ein Funktionstrakt und als südlicher Abschluss ein zweigeschossiges Haus für drei Kindergarten- und Hortgruppen. Wackerbarth ist sich sicher, dass gerade der Bedarf an Krippenplätzen weiter steigen wird. Derzeit können im "Burgschloss" - den 2007 angebauten Raummodulen - 18 Kinder unter drei Jahren betreut werden, aber es stehen einige auf der Warteliste.

Der Durchbruch scheint gelungen, alle wollen an einem Strang ziehen. Den runden Tisch im Rathaus lobte Wackerbarth als "selten schönes Miteinander von viel Fachkompetenz". Dass die Weichen jetzt gestellt werden konnten, schrieb er auch dem "entschiedenen und schnellen Eingreifen des Bürgermeisters" zu. Für Seifert wiederum stand und fiel der Konsens damit, "den Einsatz aller, die was bewegen wollen, zusammenzutragen".

Noch stehen einige Fragezeichen hinter dem Vorhaben, aber eines ist sicher: Spätestens 2013 muss der Neubau stehen, denn das ist Bedingung dafür, dass die Fördergelder fließen.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

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