Schifffahrt mit Volksmusik vom Feinsten

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Für Stimmung auf dem Schiff sorgte auch die "Goldtropfmusi" aus dem Berchtesgadener Land und dem Rupertiwinkl.

Prien - Wieder war ein Volksmusikschiff auf dem Chiemsee unterwegs - und erneut war das Interesse groß. Geboten wurde eine bunte Ton- und Dialektpalette.

Rund 300 Personen ließen es sich auch diesmal nicht entgehen, zweieinhalb Stunden traditionelle, alpenländische Volksmusik im Rahmen einer spätsommerlichen Schifffahrt mit zu erleben und zu genießen. Zur Einstimmung auf die Fahrt hieß die "Kuchler Feiertagsmusi" die Passagiere im Hafen in Prien-Stock willkommen. Vom Oberdeck der MS "Edeltraud" herab spielte die Gruppe feine Bläserweisen.

Die Priener Tourismusgesellschaft, vertreten durch Marlene Anner, hatte in Verbindung mit Siegi Götze auch diesmal im Programm großen Wert auf "Ausgewogenheit" gelegt. So waren dann auch mit dem oberösterreichischen Mühlviertel, dem Land Salzburg, den Landkreisen Miesbach, Traunstein und Berchtesgadener Land die verschiedensten Regionen vertreten, was sich nicht nur für Kenner in einer sehr bunten Ton- und Dialektpalette widerspiegelte.

Bekannt stimmstark im Gesang und gespickt mit viel hintergründigem Humor in der Präsentation ihrer regionaltypischen Volkslieder zeigten sich die "Reichersdorfer Sänger" aus der Gegend zwischen Irschenberg und Weyarn, fein begleitet auf der Zither von Balthasar (Hausl) Brandhofer aus Waakirchen. Diese in jeder Hinsicht überzeugende Formation war bereits einmal auf der "Edeltraud" mit dabei gewesen.

Gleiches kann man für den "Rainbacher Dreigesang" aus dem oberösterreichischen Mühlviertel gelten lassen. Hubert Tröbinger, seine Ehefrau Edeltraud und Renate Zeiml erfreuten einmal mehr mit ihren ruhig getragenen und vom Text her sehr anspruchsvoll gehaltenen Volksliedern aus ihrer Heimatregion - feinste Dreistimmigkeit, die in allen Schiffsräumen zu Recht mit anerkennendem Beifall bedacht wurde.

Ähnlich schlicht im Vortrag und doch voller Innigkeit und Ausdruckskraft gab der "Georgenberger Zweigesang" aus Kuchl im Land Salzburg seine Liedbeiträge zum Besten. Maria Sandtner und ihr Bruder Georg Schnöll, begleitet von "Poidl" Breinlinger auf der Gitarre, erfreuten mit selten gehörten Jodlermelodien und textlich raren Liedbeiträgen.

Ebenfalls aus Kuchl im Land Salzburg war die "Kuchler Feiertagsmusi" an den Chiemsee gekommen. Unter der Leitung von Georg Spindler, dem langjährigen Obmann der Salzburger Blaskapellen, spielte sich diese "resche" Formation gleich von Anfang an in die Herzen der applausfreudigen Zuhörer.

Das setzte sich nach dem Ende des "offiziellen Teils" nahtlos fort. Der Musikantennachwuchs wurde diesmal würdig von Stefan Bayerl und Matthias Pürner aus Altenmarkt an der Alz als "Kachelofen Ziachmusi" vertreten. Beide haben sich auf ihren Diatonischen Harmonikas einen ganz eigenständigen Stil erarbeitet.

Technisch brillant und gleichzeitig spielerisch leicht erscheinend schüttelten sie ein Stückl nach dem anderen "aus dem sprichwörtlichen Hosensack", zur Freude der Anwesenden. Siegi Götze stellte auch diesmal die einzelnen Gruppen und Interpreten vor.

Über wahre Begebenheiten und "fast wahre Gschichtl" freuten sich auch die vier sympathischen Erzmusikanten der "Goldtropfmusi" aus dem Berchtesgadener Land und dem Rupertiwinkl. Auch sie trugen mit ihrem unverwechselbaren Klang und von großer Spielfreude beseelt zum reibungslosen Gelingen der musikalischen Schifffahrt bei.

göt/Chiemgau-Zeitung

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