Jeder muss für den Frieden einstehen

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Die Vereine zogen gestern in Wildenwart zur Kirche (unser Bild) und dann zum Kriegerdenkmal nach Prutdorf.

Prien - Mit Gedenkfeiern am Samstag in Prien und am Sonntag in Prutdorf gedachten die Marktgemeinde und die Vereine anlässlich des Volkstrauertages der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege.

"Immer wieder muss ich mir anhören, dass der Volkstrauertag nur ein Ritual sei", sagte Zweite Bürgermeisterin Renate Hof am Samstagabend am Kriegerdenkmal in Prien. Gleichwohl der Blick nach vorne gerichtet werden solle, dürfe man dabei die toten Soldaten und Vermissten nicht vergessen. Besonders schlimm sei es, dass auch in der heutigen Zeit noch Soldaten in den Krieg geschickt sowie im Alltag Menschen Opfer von Gewalt würden. Sich zum Frieden zu bekennen, beginne jedoch in der kleinsten "Zelle", nämlich der Familie. Der Friede im eigenen Umfeld sei Voraussetzung für den Frieden auf der ganzen Welt

Die Priener Vereine, angefangen von den Gebirgsschützen bis zur Krieger- und Soldatenkameradschaft sowie Vertreter des Gemeinderats legten bei gesenkten Fahnen und dem dreimaligen Böllerschießen der Gebirgsschützenkompanie Kränze am Kriegerdenkmal nieder.

Der Gedenkfeier vorausgegangen war ein ökumenischer Gottesdienst mit Ansprachen von Dekan Bruno Fink und Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth. Die musikalischen Gestaltung übernahm die Blaskapelle.

"Umfragen zufolge sind die Jugendlichen nicht gegen die Durchführung des Volkstrauertags. Außerdem sind sie sich bewusst, dass Frieden und Freiheit auch in Europa nicht selbstverständlich sind", sagte Richard Zettl, der Vorstand des Veteranenvereins Wildenwart in der Gedenkfeier gestern Vormittag am Kriegerdenkmal in Prutdorf.

Er forderte jeden Einzelnen und Verantwortung Tragenden auf, seinen eigenen Beitrag zur Friedenserhaltung zu leisten. Denn, so Zettl, "die Zukunft braucht keine Gefallenen und Vermissten mehr". Im Beisein von Priens Zweiter Bürgermeisterin Hof legte der Vorstand einen Kranz nieder.

Frasdorfs Zweiter Bürgermeister Franz Gasbichler begann seine Gedenkansprache mit der Frage: "Wie soll man 64 Jahre nach Kriegsende um Menschen trauern, die man nicht mehr gekannt hat?" Er erinnerte an den heute unvorstellbaren Schmerz und an das Leid der Kriegsauswirkungen. Zugleich mahnte er, dass durch das Gedenken auch die Solidarität zum Ausdruck komme, die die derzeit weltweit im Friedenseinsatz tätigen Frauen und Männer der Bundeswehr verdient hätten. Auch Gasbichler legte einen Kranz nieder.

Den Abschluss der Veranstaltung in Prutdorf bildeten ein dreifacher Kanonensalut und die Weise vom Guten Kameraden durch die Musikkapelle Wildenwart unter der Leitung von Wolfgang Kink.

Vor der Gedenkfeier in Prutdorf hatten sich die Mitglieder des Veteranenvereins in der Pfarrkirche "Christkönig" in Wildenwart zu einem Gottesdienst mit Ruhestandspfarrer Walter Kronast und mit der Wildenwarter Blasmusik getroffen.

gf/hö/Chiemgau-Zeitung

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