Zugtrennung: Ursache noch unbekannt

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Warten am Bahnhof Übersee: Die Bahnfahrer brauchten am Dienstagvormittag Geduld.
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    Marcel Görmann
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Prien/Übersee - Bahnfahrer haben am Vormittag viel Geduld gebraucht: Aufgrund einer Güterzug-Panne musste der Bahnverkehr auf der Strecke München-Salzburg komplett eingestellt werden.

UPDATE 15.00 Uhr

Michael Braun, Pressesprecher der ÖBB, bestätigte nun die Zugtrennung auf der Bahnstrecke Salzburg-München. Demnach war ein Güterzug von Wien in Richtung Hall in Tirol unterwegs, als sich auf Höhe des Bernauer Bahnhofs gegen 6.39 Uhr während der Fahrt 21 der 22 Güterwagons selbständig abtrennten. Der erste Waggon war laut Braun ein spezieller Waggon. Unsere User berichteten von einem Veolia-Waggon, was Braun von der ÖBB aber nicht bestätigte.

Nach der Zugtrennung wurde der Zugverkehr zwischen Bad Endorf und Übersee sofort komplett eingestellt. Bis 8.10 Uhr blieb die Sperre aufrecht, da zunächst sichergestellt werden musste, ob womöglich Waggons entgleist waren. Da dies nicht der Fall war, wurde die Bahnstrecke um 8.10 Uhr auf einem Gleis wieder freigegeben.

Während der Schienenverkehr auf einem Gleis wieder aufgenommen werden konnte, wurden die abgetrennten Waggons wieder an den Güterzug angehängt und in den Priener Bahnhof gebracht. Dort wurde der Güterzug überprüft, ohne aber eine Ursache für die Zugtrennung zu finden. Der Güterzug nahm schließlich um 10.42 Uhr seine Fahrt wieder auf - und die Bahnstrecke München-Salzburg war wieder zweigleisig befahrbar.

Laut Braun habe während der Güterzug-Panne keine Gefahr für Bahnpassagiere bestanden, da im Falle einer Zugtrennung sofort die Bremsen der Waggons ausgelöst werden. Zudem sind sämtliche Hauptsignale, die in regelmäßigen Abständen an den Bahnstrecken angebracht sind, mit Achszählern ausgestattet. Die Hauptsignale würden demnach einen Waggonverlust registrieren und sofort auf "rot" umschalten. Sämtliche Züge müssten somit auf dem Streckenabschnitt ihre Fahrt unterbrechen.

 

Die Erstmeldung

Die Deutsche Bahn sprach auf ihrer Internetseite von einer technischen Störung zwischen Prien und Übersee. Der Zugbetrieb wurde laut DB-Angaben um kurz nach 7.00 Uhr in beide Richtungen vorrübergehend komplett eingestellt. Später war die Rede von "starken Beeinträchtigungen".

Auf Anfrage bei der Deutschen Bahn in München hieß es, dass ein österreichischer Güterzug der Rail Cargo Austria für die Störung verantwortlich war, es habe nicht am Netz der DB gelegen. Laut User-Angaben hat ein Güterwagen zwischen Bernau und Prien eine unbeabsichtigte Zugtrennung erlitten. Mehrere Waggons sollen sich von selbst abgetrennt haben.

Dies wollte der Bahn-Sprecher nicht bestätigen, weil er keine Angaben zu einem Konkurrenzunternehmen machen dürfe.

Gab es ein Sicherheitsrisiko?

Ob ein Sicherheitsrisiko bestand, konnte der DB-Sprecher somit auch nicht direkt auf den Fall bezogen beantworten, wohl aber allgemein. Ein Lokführer würde demnach sofort merken, wenn er einen Waggon verliert.  

Die Züge von Salzburg drehten laut Radio Charivari in Traunstein wieder um. Züge von Rosenheim fuhren nur bis Bad Endorf. Zwischen Bad Endorf und Traunstein fuhren laut dem Radiosender elf Busse als Schienenersatzverkehr. Gegen 8:30 Uhr konnte zunächst ein Gleis wieder freigegeben werden. Seit dem Mittag fahren die Züge wieder auf beiden Gleisen.

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