Wahl fiel auf Rathaus in Seebruck

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Seeon-Seebruck - Die Entscheidung ist gefallen: Im Rathaus in Seebruck zieht die Kommune die Verwaltung zusammen.

Nachdem der Gemeinderat beschlossen hatte, sie zusammenzulegen, beschloss er nun auch den Standort. Mit zwei Gegenstimmen hat sich das Gremium in seiner jüngsten Sitzung für das Rathaus in Seebruck entschieden.

Gleichzeitig will der Gemeinderat den Bedenken der Seeoner Bürgerinitiative Rechnung tragen. Mit einer Reihe von Maßnahmen möchte er die Wirtschaft und den Tourismus im Ort gezielt fördern.

Die Bürgerinitiative hat sich im Zuge der Diskussion um die Zusammenlegung der beiden Verwaltungsstandorte in Seebruck (Rathaus) und Seeon (Standesamt) für den Erhalt der Dienststelle in Seeon ausgesprochen. Nach Ansicht der rund 600 Unterzeichner einer Unterschriftenliste soll das Standesamt als gemeindliche Anlaufstelle mit kurzen Wegen ebenso erhalten bleiben wie die ortsnahe Betreuung der zahlreichen Hochzeiten und Urlaubsgäste. Weiter sehen die Bürger durch die Schließung der Dienststelle die Gefahr, die wirtschaftliche Bedeutung der Geschäfte zu verlieren.

Gegen den Beschlussvorschlag stimmten die beiden Gemeinderäte aus Seeon, Franz Parzinger und Peter Huber (UW). Nach Ansicht Parzingers bedeutet die Auflösung der Dienststelle einen großen Verlust für den Ort. "Ich werde keinem Beschluss zustimmen, der den Standort Seeon schwächt." Bürgermeister Konrad Glück betonte, dass die Gemeinde bestrebt sei, die Befürchtungen der Seeoner Bürger ernst zu nehmen, was mit dem Beschluss verstärkt erklärt werde.

Die Feststellung des Bürgermeisters, dass sich die Einheitsgemeinde gut entwickelt habe, und dass man jetzt in der Verpflichtung stehe, diese Entwicklung positiv weiterzuführen, teilten auch Sepp Daxenberger (CSU) und Zweiter Bürgermeister Hans Huber (FW). "Wir können allerdings nur unterstützend tätig sein, die Leute müssen auch selber was dazu tun", räumte Daxenberger ein. Huber sagte, er könne mit der zweigeteilten Meinung leben. Die Unterschriftenliste habe gezeigt, dass sich die Bürger sehr wohl Gedanken um die Zukunft ihres Ortes machen. Der Grundsatzbeschluss, die Verwaltung zusammenzulegen, der sehr deutlich mit 12:5-Stimmen ausgefallen sei, müsse aber respektiert werden. Aus seiner Sicht ist der Standort Seebruck die günstigste Lösung und der beste Platz.

Alfred Eiblmaier (CSU) räumte ein, dass es nicht darum gehe, jemandem etwas wegzunehmen, sondern etwas weiterzuführen. Vor diesem Hintergrund solle die Zweigleisigkeit in naher Zukunft der Vergangenheit angehören. Wie Konrad Glück der Chiemgau-Zeitung sagte, soll die Zeitschiene unter Berücksichtigung größerer Maßnahmen wie dem Bau des Gehweges in Seeon noch in dieser Gemeinderatsperiode festgelegt werden.

Die Entscheidung, nach jahrelangen Diskussionen endlich Nägel mit Köpfen und aus "Zwei mach Eins" zu machen, fußt darauf, dass beide Häuser, das Rathaus in Seebruck und die Dienststelle in Seeon, dringend saniert werden müssen. Nach mehrheitlicher Meinung des Gemeinderates steht außer Frage, dass die Zweiteilung mehr Geld kostet.

Drei Varianten untersucht

Um der Standortfrage nicht vorzugreifen, hatte er auf Anraten der Freien Wähler beschlossen, drei mögliche Standorte in allen drei ehemaligen Gemeinden zu untersuchen: das bestehende Rathaus in Seebruck, das Areal der ehemaligen Molkerei in Truchtlaching (Bauhofgelände) und die alte Schule in Seeon, in der sich die Limnologische Forschungsstation befindet. Das Ergebnis der Studie, die in enger Zusammenarbeit mit den Fraktionsvorsitzenden und der Verwaltung entstand, wurde von den Architekten Anton Zeller und Hans Romstätter vom gleichnamigen Architekturbüro in Traunstein dem Gemeinderat und in einer außerordentlichen Bürgerversammlung in Seeon präsentiert.

Nach den Vorstellungen der Architekten könnte das Rathaus in Seebruck umgebaut, entsprechend saniert und nach Süd-Westen erweitert werden. In dem Anbau könnte im Obergeschoss der Sitzungssaal mit Blick auf den Chiemsee Platz finden. Ins Auge gefasst wurde auch die Möglichkeit, im Erdgeschoss die Touristinformation (Verkehrsamt) zu integrieren und im Untergeschoss einen Lese- und Vortragsraum einzurichten - vorausgesetzt, die Gemeinde entscheidet sich für eine Verlegung des Touristinformations-Standorts. Die grobgeschätzten Kosten für diese Alternative (Umbau, Erweiterung und Touristinfo) liegen bei 2,5 Millionen Euro. Die Sanierung des bestehenden Rathauses mit Anbau des Sitzungssaales werden auf 1,9 Millionen Euro geschätzt.

Am Standort in Truchtlaching wäre nach Ansicht der Planer nur ein Neubau in Frage gekommen, der inklusive der Außenanlagen rund drei Millionen Euro gekostet hätte. Intensiv untersucht wurde auch das ehemalige Seeoner Schulhaus (Limnologische Station), mit dessen Bausubstanz es nicht zum Besten steht. Ein Umbau des Gebäudes wäre hier so teuer gewesen, wie ein Neubau - etwa drei Millionen Euro.

ga/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © re

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