Der Wald wird gelichtet

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Die Wanderwege werden derzeit von PTG-Mitarbeitern - im Bild Geschäftsführer Ferdinand Reb (links) mit Florian Tatzel und Katharina Witzel - abgefahren und genau kartiert, damit auf den neuen Schildern die richtigen Entfernungsangaben stehen.

Prien - Der Priener Schilderwald soll moderner und übersichtlicher werden. Seit vielen Jahren denkt die Gemeinde über ein neues Konzept nach. Jetzt soll es umgesetzt werden.

Weit über 700 Hinweisschilder hängen derzeit in Prien. Grüne stehen an Wanderwegen, weiße weisen auf öffentliche Einrichtungen hin und braune auf Gewerbebetriebe. Es sollen deutlich weniger werden.

Der Schilderwald ist über Jahrzehnte gewachsen. Bei vielen Tafeln ist heute unklar, ob und von wem sie jemals genehmigt worden sind. Das System wurde im Laufe der vielen Jahre "verwässert", umschreibt Fedinand Reb, Geschäftsführer der Priener Tourismus GmbH (PTG), die Situation.

Jetzt wollen Gemeinde und PTG einen Schlussstrich unter dieses Dickicht ziehen - mit Verzögerung, denn eigentlich sollte die neue Beschilderung schon früher in Angriff genommen werden. Aber dann eröffnete sich durch die Neuauflage

des EU-Förderprogramms "Leader" und die Beteiligung der Marktgemeinde daran die Möglichkeit, einen großen Teil der Kosten zu sparen.

Die definitive Förderzusage steht zwar noch aus. Aber laut PTG-Geschäftsführer Ferdinand Reb scheint sicher, dass 56000 Euro aus diesem Fördertopf fließen, sodass die Gemeinde selbst nach aktuellen Schätzungen "nur" noch 72000 Euro aufbringen muss.

Darin enthalten ist auch eine neue Erlebnisroute, der "Priener Postkartenweg". Er soll die Spaziergänger unter anderem zu Aussichtspunkten führen, an denen schon Chiemseemaler ihre Werke geschaffen haben. Reproduktionen der Gemälde an Ort und Stelle sollen beim Blick durch einen leeren Bilderrahmen daneben einen Vergleich zwischen damals und heute ermöglichen. Als weitere Möglichkeit, Natur zu erleben, sollen Reb zufolge Gesteinsproben entlang der Route postiert werden.

Die neuen Schilder, die unter anderem die Nachbargemeinde Bernau schon vor Jahren eingeführt hat, sind breiter (85 Zentimeter), aber niedriger (zwölf Zentimeter) als die alten. Etwas kleiner und weiß statt grün fallen die Tafeln aus, die Wanderern künftig die Wege rund um die Marktgemeinde weisen. Derzeit kartieren Mitarbeiter der PTG die Routen genau, denn die Schilder werden künftig mit exakten Entfernungsangaben in grüner Schrift versehen.

Vor einigen Tagen hat die PTG gut 450 örtliche Gewerbebetriebe angeschrieben. Jeder von ihnen kann bis zu zwei neue Schilder bekommen, die er aber selbst bezahlen muss. Rund 100 Euro kostet eine Tafel inklusive Aufbau. Reb rechnet bei dem bisherigen Rücklauf damit, dass sich die Zahl gewerblichen Schilder auf rund 200 halbieren wird im Vergleich zum Ist-Zustand.

Etwa 115 Tafeln will die PTG nach Angaben ihres Geschäftsführers anbringen, um auf öffentliche Einrichtungen hinzuweisen, über 200 sollen Wanderern den Weg weisen. Die Beschilderung der Radwege wurde noch ausgespart, weil dafür zurzeit noch parallel ein Förderantrag des Abwasser- und Umweltverbandes (AZV) Chiemsee in Zusammenhang mit der teilweisen Neutrassierung des Uferwegs läuft.

Standschilder an neuralgischen Punkten

Zentrale Bedeutung kommt im neuen Konzept so genannten Ortsbegrüßungstafeln zu. Eine solche steht bereits seit längerem am Kreisel Bernauer Straße. Bereits dort werden Ortsunkundige zu zentralen Einrichtungen gelenkt. Die neue Beschilderung soll auch ein Stück weit den Suchverkehr im Ort senken helfen.

Das gleiche Ziel verfolgt die PTG mit so genannten Standschildern (Metallrahmen mit mehreren Hinweistafeln), die Reb zufolge an sieben zentralen und neuralgischen Punkten den Weg weisen sollen.

Noch vor den Sommerferien will die PTG damit beginnen, die alten Schilder abzumontieren und neue aufzustellen. Bis das gesamte Konzept mit mehreren hundert Tafeln umgesetzt ist, werden aber sicher einige Monate vergehen.

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