Was treibt die Menschen zum Extremsport?

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"Die persönliche Fragestellung, das individuelle Anliegen an ein Thema, das sind die Hauptkriterien für die Themenwahl einer Zwölftklassarbeit", sagt Lehrer Thomas Bauer (links). Mit regionalen Themen befassten sich (von links) Felix Pröbstl, Florian Röhrl und Mirjam Lauterborn.

Prien - Von der Kampenwand bis zur Eiszeit im Chiemgau: Die Projektarbeiten der zwölften Klasse an der Freien Waldorfschule Chiemgau bieten eine breite Themenpalette.

Was treibt die Menschen zum Extremsport? Wie erweckt man in Kindern die Liebe zur Natur? Wie koppelt man eine Regionalwährung wie den Chiemgauer vom Euro ab? Diese Themenvielfalt prägt in diesem Jahr die Projektarbeiten der zwölften Klasse an der Freien Waldorfschule Chiemgau. Auch wissenschaftliche Themen wie "Thermoelektrische Generatoren" oder "frühkindliche Epilepsie" gehören mit dazu. "Die persönliche Fragestellung, das individuelle Anliegen an ein Thema, das sind die Hauptkriterien für die Themenwahl einer Zwölftklassarbeit", erläutert Lehrer Thomas Bauer.

Die einjährige Projektarbeit gehört an der privaten Waldorfschule zum Abschluss wie an den staatlichen Gymnasien auch. Die inhaltlichen Möglichkeiten sind groß und nicht fachspezifisch festgeschrieben. Und da die Arbeit Bestandteil des Waldorfschulabschlusses ist, wird sie von allen Zwölftklässlern geschrieben, auch von denen, die statt des Abiturs die mittlere Reife anstreben.

Für Florian Röhrl aus Prien war die Suche nach einem Tutor, einem Betreuer für sein Thema, nicht schwer. Denn Thomas Bauer war es, der in ihm durch die Schulklettergruppe die Liebe zu diesem Sport entfacht hatte. Mit seiner Projektarbeit wagte der Schüler sich jetzt von der Halle ins freie Gelände: "Faszination Extremsport" heißt sein 78 Seiten umfassendes Werk, in dem er das Klettern in den Bergen entdeckte, das er in einem separaten Touren-Tagebuch detailliert festhält. Drei Routen arbeitete er hierin für den praktischen Teil seiner Arbeit aus. "Dies sind meine schönsten und intensivsten Erlebnisse", schwärmt Florian mit leuchtenden Augen und blättert in dem Tagebuch mit den vielen farbigen Fotos, das seine Touren auf der Kampenwand, der Steinplatte und auf dem Hohen Brett beschreibt.

"Mir war ein didaktischer Ansatz bei meinem Thema wichtig, denn ich möchte gerne dazu beitragen, dass die Menschen mehr Bewusstheit für die Umwelt entwickeln", erläutert Mirjam Lauterborn die persönlichen Hintergründe ihrer Arbeit, die den Titel "Umweltpädagogik - oder im Kind die Liebe zur Natur erwecken" trägt. Umweltpädagogik exemplarisch und praktisch umsetzen - neben dem theoretischen Teil ihrer Arbeit entwickelte die Prienerin eine eigene Naturführung durch die Schafwaschener Winkel, die sie mit den Kindergartenkindern des Waldorfkindergartens Bad Endorf zu deren großer Begeisterung ausführte. Vom Biber bis zur Entstehung des Chiemsees war mit Schatzsuche und Spielen ein abwechslungsreiches und lehrreiches Programm geboten.

Ein regionales Thema war es auch, das Felix Pröbstl aus Bad Endorf für seine Zwölftklassarbeit wählte. Ausgehend vom Chiemgauer ging er der Fragestellung nach, wie man diese regionale Währung unabhängig vom Euro in Umlauf bringen könnte. Ein naheliegendes Thema, denn zum einen hatte die große Finanzkrise den jungen Mann aufgerüttelt, zum anderen ist der Chiemgauer ein Kind der Waldorfschule. Vor ein paar Jahren entstand es hier als Schülerprojekt.

Im öffentlichen Rahmen des großen Kursaals in Prien stellten die 33 Zwölftklässler der Waldorfschule vor kurzem ihre Jahresarbeiten vor. "Der Vortrag war nochmal eine ganz neue Auseinandersetzung mit dem Thema", erzählt Mirjam stolz. Mit diesem frisch gestärkten Selbstvertrauen kann sie nun den Endspurt zum Abitur angehen.

von Petra Plützer/Chiemgau-Zeitung

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