Wasserretter machen sich fit für Badesaison

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Seeon - Einsatzkräfte der DLRG Seeon-Truchtlaching versammelten sich zum Start zu einem 20-stündigen Übungsmarathon an der Wachstation Truchtlaching.

Erstmalig richtete der Ortsverband einen Übungstag für seine aktiven Mitglieder aus, der von Freitagnachmittag durchgehend bis Samstagmittag andauerte. Ziel der Aktion war, dass die Wasserretter innerhalb dieser langen Zeit an zahlreichen unterschiedlichen Einsatzübungen teilnehmen und so ihre Erfahrungen vertiefen und das in Theorieeinheiten erlernte sofort in der Praxis umsetzen können. So begann der Tag nach einer kurzen Einweisung mit der ersten Theorieeinheit und die Einsatzkräfte wurden auch über Neuerungen an den Wachstationen informiert.

Im Anschluss folgte die erste Praxiseinheit und eine Einsatzmannschaft wurde zusammengestellt.

Als Szenario wurde eine Situation gewählt, wie sie auch in der Vergangenheit schon oft im Realeinsatz durch die DLRG-Retter bewältigt werden musste. Die Wachmannschaft wurde zu einem Verkehrsunfall gerufen, der sich in der Ortschaft ereignet hatte und eine Person schwer verletzt war. Durch die integrierte Leitstelle für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung werden dann parallel zum Rettungsdienst die ortsnahen DLRG Einsatzkräfte alarmiert, damit die medizinische Erstversorgung am Patienten schnellstmöglich mit den oft lebensrettenden Maßnahmen beginnen kann. So wird wertvolle Zeit überbrückt bis die Rettungsdienstfahrzeuge aus Traunreut, Trostberg oder der Rettungshubschrauber eintreffen. Allerdings wurde die Einsatzübung jäh durch einen Realeinsatz unterbrochen.

Die DLRG Schnelleinsatzgruppe wurde zu einem vermissten siebenjährigen Jungen am Seeoner See alarmiert.

Die bereits kurz nach Alarmierung am Einsatzort eintreffenden Wasserretter konnten jedoch schnell Entwarnung geben. Der seit zehn Minuten im Wasser abgängige Junge kam aus eigener Kraft wieder ans Ufer und fand sich bei den Eltern am Badesteg ein. Die Eltern haben in dieser Situation absolut richtig gehandelt. Nachdem sie ihren Jungen aus den Augen verloren und selbst kurz nach ihm gesucht hatten, setzen sie sofort einen Notruf ab und starteten so die Rettungskette.

Nach dieser Unterbrechung und einer Nachbesprechung des Einsatzes erfolgte bereits die nächste Praxiseinheit. Eine Wachmannschaft der DLRG wurde zum Kraftwerk Truchtlaching alarmiert, dort wurde eine leblose Person im Wasser gesichtet. Die Mannschaft alarmierte weitere Kräfte nach und machte sich mit dem in Truchtlaching stationierten Rettungsboot sofort auf den Weg.

Nach kurzer Anfahrt wurde eine Person unmittelbar am Kraftwerksrechen gefunden und durch die Motorbootbesatzung gerettet. Dabei bewährte sich das vor einem Jahr in Dienst gestellte neue Spezialboot vor allem durch seine Bugklappe und Kippstabilität.

Nach weiteren Übungseinheiten am Kraftwerk und einer Verpflegung der Einsatzkräfte an der Fahrzeughalle trafen die Kameraden des befreundeten Technischen Hilfswerkes aus Traunreut mit ihrer Beleuchtungskomponente ein. Der verantwortliche THW-Zugführer stellte seine Spezialgeräte und Fahrzeuge vor und zählte mögliche Einsatzbereiche auf.

Gleich im Anschluss rückte die DLRG zu einer Vermisstensuche an den Seeoner See aus, diesmal war es eine Übung. Mit zwei DLRG Booten wurde der See abgesucht, wegen der mittlerweile hereingebrochenen Nacht brachte das THW ihren Beleuchtungsanhänger in Stellung. Durch die enorme Lichtleistung konnte eine Fläche von ca. zwei Fußballfeldern vom Strandbad aus beleuchtet werden. Taucher begannen mit der Unterwassersuche in der stockfinsteren Tiefe des Seeoner Sees.

Nach dieser Einsatzübung richtete sich die Einsatzmannschaft in der Bootshalle ein provisorisches Nachtlager mit vom THW bereitgestellten Feldbetten ein. Solche Nachtlager werden auch bei Katastropheneinsätzen eingerichtet, bei denen die DLRG-Kräfte im ganzen Bundesgebiet bei Bedarf für mehrere Tage anrücken. Am Samstag in den frühen Morgenstunden nach einem stärkenden Frühstück und einer weiteren Unterrichtseinheit rückte die DLRG Mannschaft an die untere Alz bei Offling aus. Hier suchten die Strömungsretter mit Raftingboot nach einer in der Alz treibenden Person. Weiterhin galt es die Einsatzkräfte in dem unübersichtlichen Gelände zielgerichtet einzusetzen und zu koordinieren. Die Einsatzkräfte wechselten sich in den Szenarien stets ab und so mussten die Retter entweder leitende Funktionen wie Einsatzleiter, Gruppen- oder Bootsführer, aber auch Mannschaftsarbeiten wie Strömungsretter, Taucher oder Leinenführer übernehmen.

Alle Beteiligten konnten wichtige Erfahrungen sammeln und auch die Geselligkeit kam am Lagerfeuer nicht zu kurz. Nach diesen positiven Eindrücken wird dieser Übungstag fest in das Jahresprogramm der DLRG-Retter aufgenommen.

Pressemitteilung DLRG Seeon-Truchtlaching

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