Wasserwacht Übersee ohne großes Boot

Übersee - Der Wasserwacht steht das Wasser bis zum Hals. Nachdem das 37 Jahre alte, große Boot vor einigen Wochen "seinen Geist aufgegeben" hatte, steht dem Rettungsteam nur noch ein kleines Boot zur Verfügung.

Dies trat in der Jahresversammlung des Fördervereins der Wasserwacht zu Tage. Die Lage ist schlecht und die Mittel sind gering. Entsprechend sorgenvoll waren die Mienen im Gasthof "Hinterwirt" beim Fördervereinsvorsitzenden Thomas Spötter und Philipp Ripke, der kommissarisch das Amt des zurückgetretenen Ersten Vorstands der Wasserwacht, Thorsten Münch, übernommen hatte.

Ripke berichtete, mit einem neuen Boot einschließlich der üblichen bürokratischen Hürden könne man frühestens 2011 rechnen. Im Übrigen sei man mit Kosten von etwa 100000 Euro für ein neues Boot konfrontiert, wovon die Wasserwacht 20 Prozent zu tragen hätte.

Auch das kleine Zweitboot sei nur bedingt einsatzfähig. Mit einem gebrauchten Motor, den Ripke kurzfristig einbauen musste, habe man es aber noch einmal flott bekommen.

Neben dieser schlechten Ausgangslage ist auch die finanzielle Situation derzeit nicht rosig. Wie Kassier Bernhard Wähling berichtete, stehen den Einnahmen von 7800 Euro aus dem vergangenen Jahr Ausgaben von 7500 Euro gegenüber. "Wenn wir nicht eine Spende von 1800 Euro erhalten hätten, wären wir 2009 in die roten Zahlen gerutscht", so Wähling.

Schuld an dem vergleichsweise geringen Überschuss von 300 Euro sei der wetter-bedingte Ausfall des Wasserwachtfestes im vergangenen Jahr gewesen. Statt des durchschnittlichen Gewinns der letzten Jahre von durchschnittlich 2000 Euro habe man erstmalig einen Verlust von 500 Euro verkraften müssen, bilanzierte der Kasssier weiter. Abgesehen davon sei auch die zweite Einnahmequelle, der Verleih des vereinseigenen Geschirrspülmobiles, wegen Reparaturbedürfigkeit versiegt.

Laut Wähling bezifferte sich der Vermögensstand des Fördervereins zum Jahresende 2009 auf insgesamt 16300 Euro. Da man bereits 3000 für dieses Jahr als dritte und letzte Rate für den Hüttenanbau angesetzt habe, blieben 10300 Euro übrig. "Damit können wir keinen Ersatz für unser großes Boot finanzieren", stellte Fördervereinsvorstand Spötter fest. Er forderte deshalb eine intensive Mitgliederwerbung zu dem derzeitigen Stamm von 55 Mitgliedern. Außerdem erhoffe er sich Spenden aus der Bevölkerung.

Bei den Neuwahlen wurden Vorstand Thomas Spötter, Vize und Schriftführer Albert Reichl sowie Kassenwart Berhard Wähling einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

vd/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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