Humorvoll bis sarkastisch beschreibt Kolumnist Erlebnisse mit seinen Kindern

Jan Weiler: Wie aus dem echten Leben

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Satirische Betrachtungen stellte Jan Weiler im Kleinen Kursaal an. Foto Berger

Prien - Sein neues Bühnenprogramm präsentierte Jan Weiler im beinahe voll besetzten Kleinen Kursaal. Es besteht aus den besten Kolumnen der Serie "Mein Leben als Mensch".

Sie sind in jeder Sonntagsausgabe einer bekannten Boulevard-Zeitung zu lesen. Die Bücherei Prien veranstaltete die Lesung. Den Stoff für seine Kolumnen bezieht Weiler aus seinem eigenen Umfeld und ein wenig darüber hinaus. Hautnah, doch immer humorvoll bis sarkastisch beschreibt er die Erlebnisse mit seinen Kindern. Das sind die zwölfjährige Carla, ein echtes "Pubertier" mit Zahnspange, und ihr achtjähriger Bruder Nick, der sich vorzugsweise in der "High-tech-Diddle-Mouse-Zone" bewegt. Zu eigen ist jedoch beiden das für Teenager zeitgemäße Vokabular, von "echt süß" bis "voll peinlich".

Zur Familie gehört auch der Schwiegervater Antonio Marcipane, bekannt aus den Filmen "Maria, ihm schmeckt's nicht" und "Antonio im Wunderland". Und der gibt besonders viel her, wenn es um groteske Situationen geht. Bei ihm kommt Jan Weilers schauspielerisches Talent am besten zum Ausdruck. Theatralisch mimt er Antonio als Hypochonder und mit typisch italienischen Eigenschaften.

Elegant bekommt Weiler immer wieder die "Kurve", wenn er die Familiengeschichten verallgemeinert. Da steht eine einfache Hühnersuppe für den Dioxin-Skandal. Das mag zwar etwas weit hergeholt sein, doch beim Priener Publikum kam es recht gut an.

Selbst mit Makaberem traf er den Geschmack der Zuhörer. So rappelt sich ein Todkranker noch einmal auf, als er den Duft von frischen Anisplätzchen vernimmt. Als er sich jedoch mit allerletzter Kraft in die Küche schleppt und nach den geliebten Plätzchen greifen will, verscheucht ihn seine Frau mit den Worten: "Finger weg, die sind für deine Beerdigung".

Aber so ist halt Jan Weilers "Leben als Mensch". Er hält sich nicht nur selbst den Spiegel vor, sondern auch seinen Zuhörern vor die Augen. Das Priener Publikum verstand die Anspielungen, ob sie nun direkt aus dem Leben gegriffen oder gewollt überzogen wirkten. Satirisch-witzig waren sie allemal.

Chiemgau-Zeitung

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