Weniger soll mehr sein

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Das Schilderwäldchen am der Ecke Bernauer/Hochriesstraße soll deutlich ausgedünnt, die Hinweise werden zusammengefasst vereinheitlicht.

Prien - In der Hallwanger Straße will die Gemeinde einen Teil des Verkehrs schon in die Osternacher Straße in Richtung See lenken und an der Kreuzung Bernauer/Hochriesstraße dem Wildwuchs von Werbeschildern Einhalt gebieten.

Das waren zwei wesentliche Ergebnisse der jüngsten Bauausschusssitzung, in der das Gremium über die künftige Beschilderung an einigen neuralgischen Verkehrsknotenpunkten zu befinden hatte. Prien - Am Kreisel Bernauer Straße bleibt alles wie gehabt - der Verkehr zum See wird Richtung Harras geschickt, bei Hotels wird zwischen Zentrum und See unterschieden. Dort steht schon seit längerer Zeit ein Schild, wie sie in dieser Form bald immer öfter in Prien zu sehen sein werden. Die Priener Tourismus GmbH will bald damit beginnen, alte Schilder abzumontieren und die neuen anzubringen.

Wer aus Richtung Bernau in den Ort fährt, blickt an der Abzweigung der Hochriesstraße jetzt auf über 20 Schilder und Tafeln. Viele von ihnen verwiesen auf einzelne Lebensmittelmärkte. Außerdem ist der Weg zu drei Firmen ausgeschildert, die es schon nicht mehr gibt. Künftig soll alles unter dem Sichwort "Gewerbegebiet Hochriesstraße" zusammengefasst werden. Auf Anregung von Michael Anner und Renate Hof (beide CSU) soll mit einem weiteren Schild vor allem Ortsunkundigen der Weg zu den vielen "Einkaufsmärkten" gewiesen werden. Joachim Bensemann (FW) mahnte an, konsequent durchzugreifen, sollte sich in Zukunft dort wieder ungenehmigter Wildwuchs in Form von Tafeln einzelner Betriebe ausbreiten.

Ebenso einstimmig beschloss das Gremium, Autofahrern aus Richtung Rimsting in der Hallwanger Straße an der Abzweigung der Osternacher Straße durch neue Schilder den Weg in Richtung "Hallenbad/Strandbad", "Kliniken am See", "Hotels am See", "Seepromenade" und "Hafen" zu weisen, um den Durchgangsverkehr im weiteren Verlauf der Hallwanger Straße ortseinwärts zu reduzieren. Auch am Marktplatz soll einiges erneuert und verbessert werden, wobei dort die Zahl der Schilder auch künftig etwas höher sein wird, weil die Autofahrer durch die Ampel etwas mehr Zeit zur Orientierung haben. Gewebebetriebe sollen künftig nur mehr "im Umfeld" des Marktplatzes mit braunen Tafeln auf sich aufmerksam machen können. Neben touristischen sollen in Zukunft nur noch andere öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Postamt und Friedhof auf Schildern direkt auf dem Marktplatz Berücksichtigung finden.

Wie berichtet, hat die PTG schon vor einiger Zeit Gewerbetreibende angeschrieben. Jeder Betrieb darf bis zu zwei Schilder beantragen, die er auch selbst bezahlen muss. An der "Stocker Spinne", der Kreuzung See-, Harrasser und Osternacher Straße, sind die wichtigsten Richtungshinweise schon auf öffentlichen Schildern vorhanden - auch wenn auf einem gelben Richtungswegweiser "Reit im Winkel 34 km" das bekannte Bergdorf falsch geschrieben ist.

Das Gremium billigte auch die Zusammenfassung beziehungsweise Vereinfachung von Begriffen für die künftige Beschilderung. Auf "Schulen" soll nur noch allgemein verwiesen, unter dem Begriff "Hafen" Einrichtungen wie Schifffahrt und Sportboothafen zusammengefasst sowie statt See, Ufer oder Chiemsee in Zukunft nur noch auf die "Seepromenade" hingewiesen werden. Bürgermeister Jürgen Seifert lobte die "hervorragende Ausarbeitung" und die "einzig richtige, gängige Struktur" des Konzepts, das die PTG über viele Monate in Zusammenarbeit mit Fachbehörden, Planern und Betroffenen entwickelt hatte. Die Kosten werden zum Teil über das EU-Förderprogramm "Leader" abgedeckt.

Klar ist allen Beteiligten aber auch, dass es im Zuge der schrittweisen Umsetzung Widerstände geben wird. "Alles von allen Seiten zu beschildern, ist nicht möglich", konstatierte PTG-Chef Ferdinand Reb. Ein wesentliches Ziel des Konzepts ist es, den Schilderwald deutlich zu reduzieren und das über Jahrzehnte gewachsene, uneinheitliche Erscheinungsbild zu vereinheitlichen.

re/Oberabyerisches Volksblatt

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