Aus VPU werden die "PrienPartner"

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Wirtschafts- und Tourismusreferent Klaus Löhmann skizzierte bei der VPU-Versammlung das angedachte Konstrukt der "PrienPartner" an die Tafel.

Prien - Das Priener Ortsmarketing soll professionalisiert werden. Ein hauptberuflicher Experte soll künftig vor allem Veranstaltungen auf die Beine stellen, die Besucher in den Ort bringen.

Gelingen soll dies unter dem Dach der "PrienPartner". Unter diesem Dach wollen sich mehrere Institutionen vereinen. Um diesen Fusionsprozess möglichst schnell und unkompliziert abzuwickeln, hat der Verband Priener Unternehmer (VPU) beschlossen, sich umzubenennen und für weitere Mitstreiter zu öffnen.

Die Umwandlung des VPU ist der einfachste Weg zum gemeinsamen Ziel. Darin waren sich Vorstandschaft und Klaus Löhmann, als Wirtschafts- und Tourismusreferent der Gemeinde der entscheidende "Geburtshelfer" der "PrienPartner", einig. In der Mitgliederversammlung des VPU am Dienstagabend im Seepavillon des "Yachthotels" warben Vorsitzender Hartmut Pansa und Löhmann erfolgreich für diesen Weg. Bei nur einer Gegenstimme votierten die knapp 30 Mitglieder für die Umwandlung.

Die turnusmäßigen Neuwahlen der Vorstandschaft wurden kurzerhand von der Tagesordnung abgesetzt. Nur Pansa hatte signalisiert, zumindest in der Übergangszeit weitermachen zu wollen, bis die "PrienPartner" offiziell aus der Taufe gehoben werden. Stellvertreter Matthias Wachter und Schatzmeister Michael Gerl wollten nicht wieder kandidieren. Auch der verhinderte Schriftführer Thomas Kiniger hatte wissen lassen, dass er nicht mehr zur Verfügung stehe.

Weil sich auch im Kreis der Mitglieder trotz langer Diskussion und zahlreicher Pausengespräche niemand fand, der zum jetzigen Zeitpunkt kandidieren wollte, wurde die Neuwahl vertagt. Am Mittwoch, 16. März, soll ein neuer Versuch unternommen werden - dann allerdings gleich für die "PrienPartner".

Bis dahin wird die Satzung, die in Abstimmung mit Notar Dr. Gregor Rieger laut Löhmann bereits vorbereitet ist, unter Dach und Fach sein. Er will mit einigen Mitstreitern bis zum angesetzten Termin mögliche Kandidaten ansprechen, um für die gemeinsame Sache zu werben. Bis dahin muss das amtierende VPU-Vorstands-Quartett weitermachen.

Bevor die Versammlung die Wahl auf den 16. März vertagte, hatten sich mehrere Redner für diesen Weg ausgesprochen. Unter anderem plädierte der frühere VPU-Vorsitzende Selahattin Aksu aus eigener Erfahrung dafür, nicht "aus der Not heraus" auf Gedeih und Verderb sofort zu wählen. Und auch Peter Holzner, Geschäftsstellenleiter der Volksbank Raiffeisenbank in Prien und Wahlleiter an diesem Abend, fand: "Es braucht Leute, die das nicht gezwungenermaßen machen." Löhmann nutzte die Versammlung, um die angedachte Grundstruktur der "PrienPartner" zu umreißen. Der Vorstandschaft untergeordnet sein soll ein hauptamtlicher Fachmann, der bei der Priener Tourismus GmbH (PTG) angesiedelt werden soll, um Synergien nutzen zu können, und der zum Teil erfolgsabhängig bezahlt werden soll.

Auch der künftige PTG-Geschäftsführer Bertram Vogel ist als Chef der Stadtmarketing GmbH in Regensburg über zehn Jahre ein ausgewiesener Experte, wenn es darum geht, einen Ort erfolgreich zu vermarkten.

Als "PrienPartner" sollen neben dem VPU der Kur- und Tourismusverein (KTV), die "Wirte Elf" und die Bürgerrunde mit ihrem Arbeitskreis "Wirtschaft und Tourismus" vereint werden - und auch die PTG soll als Partner mit im Boot sitzen. Aber die Protagonisten erhoffen sich die Neuausrichtung auch, dass weitere Mitstreiter gefunden werden. Der Verein könnte Löhmann zufolge sogar Bürgern als Fördermitglieder offen stehen.

Je mehr Mitglieder sich finden, desto größer wird der finanzielle Spielraum für Aktivitäten. Denn der Marktgemeinderat hat signalisiert, für jeden Euro, der über Beiträge zusammenkommt, einen Euro aus der Gemeindekasse draufzulegen, die Summe also zu verdoppeln. Zwar fehlt Löhmann zufolge noch das endgültige Ok des Gemeinderats, aber im Haushalt seien bereits Gelder dafür vorgesehen worden.

Damit sich alle Interessensgruppen in den "PrienPartnern" wiederfinden, soll der Vorstandschaft ein paritätisch besetzter, zwölfköpfiger Beirat zur Seite gestellt werden. Neben den beteiligten Institutionen, der PTG und der Gemeinde als Mitfinanzier sollen darin auch Handel, touristisches und dienstleistendes Gewerbe Sitz und Stimme bekommen.

Die Durchschlagskraft der "PrienPartner" hängt auch davon ab, inwieweit der Förderantrag erfolgreich ist, den die Marktgemeinde Ende vergangenen Jahres für ein neuaufgelegtes Programm eingereicht hatte, mit dem die Entwicklung von Ortszentren gefördert wird (wir berichteten). Denn darin ist Löhmann zufolge auch die finanzielle Förderung einer hauptamtlichen Stelle über einen Zeitraum bis zu fünf Jahren beantragt.

Die Chancen, dass Geld aus dem Fördertopf in die Marktgemeinde Prien fließt, stufen er und der designierte PTG-Chef Bertram Vogel als relativ gut ein.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

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