Weststeg: Nach Jahren endlich grünes Licht

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Halbkreisförmig (unten in der Mitte) soll der neue Schwimmsteg an der Fraueninsel angelegt werden.

Fraueninsel - Insel-Bürgermeister Georg Huber begann die jüngste Gemeinderatssitzung mit einem Stück Papier in der Hand. Es war die langersehnte Genehmigung zum Bau des Weststegs.

Unter Einbindung aller Fachstellen sei die Änderungsplanung für die als Schwimmsteg konzipierte Anlage vom Landratsamt Traunstein endlich genehmigt worden, freute sich der Bürgermeister. Das Gremium akzeptierte den Bescheid und will auch keine Klage erheben, obwohl es mit einigen Auflagen nicht ganz einverstanden gewesen war.

Einzige Hürde vor dem Baubeginn sei jetzt noch die privatrechtliche Zustimmung des Freistaats Bayern als Grundeigentümer. Ein diesbezüglicher Vertrag müsse noch mit der Außenstelle Chiemsee der staatlichen Schlösser- und Seenverwaltung abgeschlossen werden, erläuterte Huber. Die Besucher der Fraueninsel, die mit ihren Booten am neuen Schwimmsteg anlegen wollen, müssten sich daher noch etwas gedulden.

Obwohl der neue Schwimmsteg, der den baufälligen und maroden Gemeindesteg vor dem "Inselwirt" ersetzen soll, bereits im Jahre 2007 erstmals genehmigt worden sei, musste er seit dem vergangenen Jahr noch ein Änderungsverfahren durchlaufen. Nach einer Überprüfung der Standsicherheit hatten die Statiker der beauftragten Baufirma vorgeschlagen, dass der Steg im Uferbereich wegen der geringen Wassertiefe mit fünf Stahlrohr-Pfählen angebunden und nicht, wie im übrigen Bereich, mit Ketten am Seegrund verankert werden soll. Die Gemeinde hatte den entsprechend geänderten Bauantrag im September vorigen Jahres auf den Weg gebracht. Diese wichtigste Änderung sei jetzt auch Inhalt des Genehmigungsbescheides, betonte der Bürgermeister.

Allerdings müsse die Gemeinde die Auflage schlucken, dass die Stege jetzt mit einen Laufbelag aus Eichen- oder Lärchenholz ausgestattet werden müssen. Die Gemeinde halte dies für keine gute Lösung, verwies der Bürgermeister auf den Schwimmsteg in Gollenshausen, der keinerlei Belag aufweise.

Den Auflagen stimmte das Gremium trotzdem uneingeschränkt und einstimmig zu.

Schon 2004 waren die ersten Konzepte für einen neuen öffentlichen Steg erstellt worden. Architekt Georg Wieland von der Fraueninsel hatte seinerzeit ehrenamtlich für den Wassersportverein Fraueninsel (WVF) den Entwurf gefertigt, der dann 2007 genehmigt worden war. "Ich habe mein ganzes Herzblut in die Planung gesteckt", versicherte der Architekt im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

In den Folgejahren ging es vor allem um die Fragen der Finanzierung und der Akzeptanz einer solchen Anlage bei den Insulanern. Der WVF konnte mit Rücklagen und Spenden, zum Beispiel ausdem Verkauf von Stegbrettern, einen größeren Finanzierungsbetrag leisten.

Der Verein stellte der Gemeinde, die jetzt als alleiniger Bauherr fungiert, ein Darlehen über 100.000 Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren für den Bau der Steganlagen zur Verfügung. Die Gesamtkosten sind mit rund 250.000 Euro brutto veranschlagt. Im Gegenzug zum Darlehen erhält die Gemeinde für die Benutzung der Anlage vom WVF ein Nutzungsentgelt in Höhe des Schuldendienstes für diesen Kredit.

Die neue Anlage soll auch als Schutzhafen eine höhere Sicherheit bei Sturm und Hochwasser bringen. So sieht es das gemeinsame Konzept von Gemeinde und WVF vor. Besonders durch den geschützten Innenbereich der Anlage und dessen schwimmende Konstruktion, der sich dem Wasserstand anpasse, sei die Insel auch bei Hochwasser mit Booten erreichbar, wurde argumentiert.

Bei vollständiger Belegung sollen 38 bis 45 Bootsanlegeplätze zur Verfügung stehen. Eigene Anlegeplätze bekommen die Wasserschutzpolizei und die Rettungsdienste, also Wasserwacht und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Der WFV, der auf der Insel keine eigene Steganlage besitzt, bekommt zwei Liegeplätze für klubeigene Regattaboote.

th/Chiemgau-Zeitung

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