Bürgermeister Jürgen Seifert zum Zweiten Vorsitzenden des Finanzausschusses im Städtetag gewählt

Wichtiges Amt in schwieriger Zeit

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Gleich nach der Wahl zum Zweiten Vorsitzenden leitete Jürgen Seifert (Mitte) eine Sitzung des Finanzausschusses des bayerischen Städtetags. Auf dem Bild wird er flankiert von Reiner Knäusl, Leiter der Geschäftsstelle des Städtetags (links), und Bernd Buckenhofer, Finanzreferent des Städtetags.

Prien/Coburg - Seit zwei Jahren ist Prien im Bayerischen Städtetag vertreten, seit die Einwohnerzahl stabil über der 10.000er-Marke liegt. Prien ist damit eine der kleinsten Kommunen in diesem Verbund.

Ebenfalls seit 2008 gehört Bürgermeister Jürgen Seifert dem 25-köpfigen Finanzausschuss des Städtetags an. Nach dem Rücktritt des Zweiten Vorsitzenden, des Kelheimer Bürgermeisters Fritz Mathes, wurde Seifert bei der jüngsten Tagung in Coburg vom Vorsitzenden, Dr. Ulrich Netzer aus Kempten, als neuer Stellvertreter vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Ausschlaggebend waren seine Erfahrung als Kämmerer der Stadt Kulmbach vor seiner Wahl zum Priener Bürgermeister und seine Mitgliedschaft im Arbeitskreis Finanzen des Städtetags.

"Die Wahl erfüllt mich mit großer Freude und Stolz", kommentierte Seifert. Weil Netzer am Folgetag verhindert war, leitete Seifert gleich seine erste Finanzausschusssitzung - nach Aussage von Gremiumsmitgliedern souverän und kompetent.

Seine Fachkenntnis wird Seifert wohl auch in Prien gut brauchen können, denn er erwartet nach eigener Aussage 2011 das bisher schwierigste Haushaltsjahr seiner Amtszeit infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise.

Auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung wollte er sich nicht zu Ergebnissen der zweitägigen Haushaltsklausur des Marktgemeinderats äußern, um den weiteren Beratungen nicht vorzugreifen. Das Gremium sei aber fraktionsübergreifend "unglaublich kooperations- und kompromissbereit" gewesen.

Nach dem Spitzengespräch zum kommunalen Finanzausgleich Mitte November in München sollen sich die Fraktionen weiter mit der Thematik auseinander setzen. Ziel ist die Verabschiedung des kommunalen Haushalts für 2011 im Dezember dieses Jahres.

Seifert befürchtet, dass deutlich weniger Mittel als zuletzt in die Kommunen und damit auch nach Prien fließen. Diese so genannte Schlüsselzuweisung verändert sich zeitversetzt. Hat eine Kommune ein gutes Haushaltsjahr, bekommt sie zwei Jahre später sozusagen die Quittung, nämlich weniger Geld.

Dabei muss und will die Marktgemeinde auch im kommenden Jahr mindestens zwei Großinvestitionen stemmen. Für die Erneuerung des Prienavera-Daches (Seifert: "Da führt kein Weg mehr dran vorbei") rechnet er mit Kosten von über 1,5 Millionen Euro. Außerdem soll die 2009 abgerissene Halle in der Stippelwerft mit Hafenmeisterbüro und Clubheim des Segelclubs Prien Chiemsee (SCPC) unter finanzieller Beteiligung des Vereins neu gebaut werden. Weiterhin soll Seifert zufolge der "Einstieg" ins Holzhackschnitzelheizwerk (HHKW) erfolgen, das an der Hohertinger Straße geplant ist.

So skeptisch der Bürgermeister für 2011 ist, so positiv fällt sein vorläufiges Fazit für das noch laufende Haushaltsjahr aus. "Es ist gegen den bayerischen Trend in Prien trotz großer Investitionen nicht nur planmäßig verlaufen, wir mussten den veranschlagten Kredit von einer Million Euro bisher auch noch nicht in Anspruch nehmen und können eventuell, wenn sich die Steuern so weiter entwickeln, erstmals zum Jahresende wieder ,echte' Rücklagen bilden."

Die positive Entwicklung machte er auch daran fest, dass die beiden größten Projekte - die energetische Generalsanierung der Franziska-Hager-Schule und der Bau des Kreisels an der Ortseinfahrt - dank hoher Zuschüsse "für die Gemeinde kostengünstig" realisiert werden konnten. Die hohen Förderquoten und günstigen Preise wiederum seien Resultat der frühzeitigen Ausschreibungen gewesen.

Chiemgau-Zeitung

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