Acht Fragen an den neuen Gauvorstand

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Gauvorstand Miche Huber

Wildenwart - Anlässlich des bevorstehenden Gautrachtenfests beantwortet der neue Gauvorstand Miche Huber acht verschiedene Fragen über sich und das bevorstehende Fest.

Seit dem Herbst vergangenen Jahres steht Miche Huber aus Rottau (Gemeinde Grassau) dem Chiemgau-Alpenverband als neuer Gauvorstand voran. Nun bereitet er sich auf das erste Gautrachtenfest als Erster Gauvorstand in Wildenwart (am 27./28. Juli)vor. Hierzu haben wir dem Trachtler und Musikanten ein paar Fragen gestellt.

1. Welche Vereine hat der Chiemgau-Alpenverband und was sind ihre originären Aufgaben?

Unser Verband ist ein Zusammenschluss von 23 Gebirgstrachtenerhaltungs- vereinen, die größtenteils südlich des Chiemsees beheimatet sind. Auf unseren Fahnen steht : „Sitt und Tracht der Alten wollen wir erhalten“ Dies heißt, dass wir uns für den Erhalt und für die Weiterentwicklung der Tracht und für unsere Sitten, also unserer überlieferten Gebräuche, einsetzen. Durch den Wandel der Zeit hat sich das Spektrum unserer Aufgaben stets erweitert. Ob Aktivitäten im Bereich der Volkskultur, aber auch als Vermittler von Heimatbewusstsein, unsere Jugendleiter und Vorplattler sind mittlerweile auch Wertevermittler sind.

2. Welchen trachtlerischen Weg bist Du gegangen, bist Du Erster Gauvorstand im Chiemgau geworden bist?

Seit dem 11. Lebensjahr bin ich Probenspieler, war Vorplattler und 25 Jahre Jugendleiter beim GTEV „D`Gederer“ Rottau. Dazu im Gauverband 15 Jahre Gaumusikwart und 9 Jahre 2. Gauvorstand.

3. Welche Bedeutung hat ein Gautrachtenfest im Jahreslauf, für die Gastgeber, für die Trachtler und für Gäste?

Unser Gaufest ist der Trachtlerhöhepunkt im Jahreskreis. Wenn Jung und Alt friedlich, fröhlich und mit gegenseitiger Wertschätzung miteinander feiern, ist das meiner Meinung ein Zeichen von Beständigkeit und Qualität. Für den Gastgeber bringt ein solches Gaufest erfahrungsmäßig neue Impulse und Aufschwung, für unsere Urlaubsgäste ist dies sicher ein eindrucksvolles Erlebnis Chiemgauer Lebensart.

4. Welche wichtigen Aufgaben nach und vor dem Gaufest haben die einzelnen Trachtler im Laufe des Jahres sonst noch zu erfüllen?

Überzeugungsarbeit zu leisten, die Jugend für unsere Aufgaben zu gewinnen und den Zeitgeist mit unseren Zielen in Einklang zu bringen, um für unsere Nachkommen gesunde Voraussetzungen zu schaffen. Dies erfordert meiner Meinung Toleranz, Akzeptanz und gegenseitiges Verständnis.

5. In Rosenheim wird derzeit die Herausgabe einer Sonderbriefmarke mit Trachtenmotiv angestrebt. Was hältst Du von dieser Idee und wie können die Chiemgauer Trachtler dieses Vorhaben gegebenenfalls unterstützen?

Finde i „guat“ und schafft Bewusstsein. Ich denke, dies ist eine gute und schöne Möglichkei,t um in der Öffentlichkeit zu demonstrieren, dass es die Trachtler gibt und dass sie eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft sind.

6. Der Chiemgau-Alpenverband ist einer von 22 Gauverbänden innerhalb des Bayerischen Trachtenverbandes, der sich heuer zu seiner Jahrestagung in Reit im Winkl einfindet. Was hat es mit dieser Zwei-Tages-Veranstaltung genau auf sich?

Etwa 200 Delegierte der einzelnen Gaue treffen sich turnusgemäß um sich abzustimmen, um sich Ziele zu setzen, und um Beschlüsse zu fassen. Diese Tagungen geben Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und fördern die Kameradschaft. Durch Geschlossenheit und Zusammenhalt wollen wir dann unsere gesteckten Ziele erreichen.

7. Die Ökumene in der Kirche ist ein wachsendes Anliegen. Kannst Du als Evangelischer Christ auch von Trachtler-Seite Impulse für die Ökumene vorschlagen oder empfehlen?

Ich denke, viele gläubige Christen leben bereits die Ökumene. Auch hier würde uns ein Miteinander stärker machen, denn die Gemeinsamkeiten überwiegen, das wenig Trennende spielt für mich keine Rolle. Trotzdem finde ich es sehr schade, dass nicht alle Christen gemeinsam an den Tisch des Herrn eingeladen werden.

8. Im niederbayerischen Holzhausen entsteht gerade für den Bayerischen Trachtenverband ein Trachtenkulturzentrum. Was bietet dieses genau und was kann hierfür auch der Chiemgau-Alpenverband tun?

In Holzhausen werden für die rund 270 000 Trachtler Kontakte geknüpft und überregionale Maßnahmen koordiniert. Ein Zeltplatz für Freizeitmaßnahmen ist schon fertig und ein Veranstaltungsgebäude vor der Fertigstellung. Ebenso kurz vor Fertigstellung ist das Jugendbildungshaus, um Angebote für Schulungen und Seminare anzubieten. Der Chiemgau – Alpenverband unterstützt Holzhausen voll und ganz und beteiligt sich finanziell, ideell und mit Eigenleistungen.

Anton Hötzelsperger

Quelle: rosenheim24.de

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