Pilotprojekt in Übersee: Schnell wachsende Pappeln

Im Winter 2014 wird geerntet

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Am Rand des Energiewaldes in Übersee: Peter Stöger (von rechts), Wolfgang Wimmer vom Ökomodell Achental und Feldholzbau-Fachmann Wolfram Kudlich.

Übersee - Großes Staunen bei rund 20 Landwirten aus der Region am Rande des so genannten "Energiewaldes" von fünf Metern Höhe.

Erst im vergangenen Frühjahr hatte Landwirt Peter Stöger die Stecklinge auf dem 3,5 Hektar großen Wiesen-Grundstück gesetzt. Schon im Winter 2014 soll Ernte sein und das Holz im Biomassehof Achental verbrannt werden. Der Ertrag wird dann etwa 60000 bis 70000 Liter Heizöl entsprechen.

"Um unser Ziel zu erreichen, die Region bis zum Jahr 2020 mit Strom und Wärme aus eigenen Ressourcen versorgen zu können, sind wir auf der ständigen Suche nach neuen Energiequellen", erklärte Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer vom Ökomodell Achental, die Motivation für das Pilotprojekt. Das Ökomodell habe die Energieplantage von Anfang an unterstützt und auch die Abnahme der Ernte für die nächsten 20 Jahre garantiert. "So haben wir mehr Ware am Markt und die Landwirte eine Einkommensalternative", beschreibt Wimmer die langfristigen Vorteile.

Im April 2011 hatte Landwirt Stöger den Energiewald auf einem nicht gerade idealen Ackerboden gepflanzt. "Diese 3,5 Hektar große Wiese hatte einen ziemlich sauren und feuchten Boden, der zuvor nur ein- bis zweimal im Jahr geschnitten werden konnte", sagt Wolfram Kudlich von der Feldholzanbau-Firma "Wald 21", der Stöger bei der Planung und beim Anbau beraten hatte.

Die Pappel-Stecklinge sind maschinell gepflanzt worden, und zwar in Reihen mit einem Abstand von zwei Metern. Dem Holzfachmann zufolge habe sich der Wald seither gut entwickelt und inzwischen eine durchschnittliche Höhe von fünf Metern erreicht. Das entspräche dem generell zu erwartenden Wachstum von zwei Metern pro Jahr. Laut Kudlich könne man nach dem Laubabfall im Winter 2014 schon mit der Ernte rechnen, die maschinell an einem Tag erledigt sein dürfte.

Nach dem Abholzen muss die Plantage nicht neu bepflanzt werden, denn die abgeernteten Bäume schlagen schon im darauf folgenden Frühjahr neu aus. "Einmal pflanzen, mehrmals ernten", heißt der Slogan vom "Wald 21"-Chef.

Einen weiteren Pluspunkt für den Energiewald sieht Geschäftsführer Wimmer in dessen Anspruchslosigkeit: "Er wächst auch an Randflächen, die kaum nutzbar sind und eine geringe Bonität haben. Insofern ist eine Pflanzung nicht nur für Landwirte interessant, sondern auch für Gemeinden und andere Grundstückseigentümer."

Für Informationen rund um den Energiewald steht Hubert Haumaier vom Biomassehof Achental zur Verfügung.

vd/Oberbayerisches Volksblatt

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