Immer mehr Verbrechen in Prien

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Prien - Diebstahl, Körperverletzung und Vermögensdelikte: Die steigende Zahl von Straftaten besorgt die Beamten der Polizei in Prien. Ein Trost: Die soziale Kontrolle funktioniere besser als anderswo.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus der Chiemgau-Zeitung:

Zahl der Straftaten steigt

Erstmals seit sieben Jahren ist die Zahl der Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Prien 2009 wieder gestiegen. In der Jahresstatistik schlagen vor allem mehr Diebstähle, Vermögensdelikte und Körperverletzungen zu Buche.

Im Jahresvergleich stieg die Zahl der Straftaten gegen den bayernweiten und regionalen Trend im PI-Einsatzgebiet von 1593 auf 1826. Beim traditionellen Sicherheitsgespräch mit den zwölf Bürgermeistern von Halfing bis Aschau äußerte sich PI-Chef Rudi Kick trotz des Anstiegs nicht unzufrieden mit der Gesamtlage. "Die soziale Kontrolle funktioniert in unserem Bereich noch besser als anderswo", spielte er vor allem auf das rege Vereinsleben mit zumeist erfolgreicher Jugendarbeit an.

Zwei wichtige Punkte gab Kick den Gemeindeoberhäuptern aber mit auf den Weg. "Alkoholisierung ist im Zusammenhang mit Straftaten sehr auffällig" und "ein gewisses Maß an zunehmender Brutalität" sei festzustellen. Letzteres spiegelt sich im Anstieg der so genannten Rohheitsdelikte wider und dort wiederum bei leichten Körperverletzungen. Ihre Zahl stieg innerhalb eines Jahres von 112 auf 135.

Auch wegen so genannter häuslicher Gewalt müssen die Priener Polizisten immer öfter ausrücken. Waren es 2005 "nur" zwölf Fälle, kam es zumeist wegen Beziehungsproblemen im vergangenen Jahr bereits zu 54 Einsätzen. Bis auf drei Ausnahmen waren Männer die Täter.

Auch Diebstähle werden der PI immer öfter gemeldet. 2009 waren es 634, 47 mehr als im Jahr davor. Mehr als ein Drittel aller Straftaten im PI-Gebiet sind Diebstähle.

Betrüger treiben ebenfalls vermehrt ihr Unwesen. Im vergangenen Jahr wurde in 205 Fällen ermittelt, 54 mehr als 2008. Auf relativ hohem Niveau ist die Zahl von Sachbeschädigungen praktisch gleich geblieben. Unter den 232 Fällen waren allerdings 103 Beschädigungen an Fahrzeugen. Im Jahr davor waren es nur 73.

Mit annähernd 70 Prozent kann die PI Prien zwar eine überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote vorweisen. Kick will das aber nicht überbewertet wissen, denn jeder Einzelfall müsse aus der Perspektive des Opfers gesehen werden.

War 2008 noch weniger als jeder zehnte Tatverdächtige unter 18 Jahren, waren es im Vorjahr knapp 14 Prozent. In 32 Fällen waren es Kinder unter 14 Jahren, die vor allem bei Diebstählen erwischt wurden.

Die meisten Straftaten mussten die PI-Beamten in Prien bearbeiten, nämlich 618 (2008: 537). Hinter der Marktgemeinde folgen in der Statistik die anderen größeren Gemeinden, nämlich Bad Endorf (09: 350, 08: 268), Bernau (328, davon 73 in der Justizvollzugsanstalt, 08: 334) und Aschau (155, 125).

Den Gesamtschaden aller Straftaten im Jahr 2009 bezifferte Kick auf 3,75 Millionen Euro. Der Löwenanteil von 2,5 Millionen entfällt auf Vermögensdelikte und Betrug. Bei Diebstählen entstand Schaden von 788000 Euro, bei Sachbeschädigungen von 319000 Euro. In mehr als der Hälfte der Fälle von blinder Zerstörungswut waren die Täter noch keine 21 Jahre alt.

Als Konsequenz aus der Jahresstatistik kündigte Kick für heuer vor allem verstärkte Maßnahmen gegen unerlaubten und übermäßigen Alkoholkonsum an.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa/pa

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