Schusswaffen-Unfall bei Chiemsee-Dreh

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Die Schauspieler Max Schmidt (l.) und Edgar Selge: Beide drehen gerade im Chiemgau den ZDF-Film "Hattinger - der Chiemsee-Krimi"

Übersee - Ein Schuss und Schnitt? Leider ein Schuss und ein Verletzter. Bei den ZDF-Dreharbeiten zu "Hattinger - der Chiemsee-Krimi" gab es einen bösen Unfall mit einer Gaspistole.

Es war als Szene im Drehbuch gedacht: Ein Schuss, ein Verletzter im Krankenhaus, Ermittlungen von Polizei und Staatsanwalt. Doch die Handlung aus "Hattinger - der Chiemsee-Krimi" wurde jetzt in Übersee bittere und völlig absurde Realität. Das berichtet die Münchner Tages-Zeitung tz in Ihrer morgigen Ausgabe.

Was ist geschehen? Seit dem 6. August 2012 wird in München, am Chiemsee und am Samerberg der Fernsehfilm "Hattinger – der Chiemseekrimi" gedreht, eine Produktion von Network Movie für das ZDF, in der Michael Fitz (53) die Hauptrolle des Kommissars spielt. Es geht um einen Serientäter, den er zu fassen versucht. Soweit die Story, die von Regisseur Hans Steinbichler inszeniert wird.

Set-Besuch beim "Chiemseekrimi"

Set-Besuch beim "Chiemseekrimi"

Am Dienstagmittag, 21. August 2012, gegen 12 Uhr sollte laut Drehbuch folgende Szene am Set in Übersee gedreht werden: Ein Schauspieler hält einem anderen eine Gaspistole an den Unterschenkel und drückt ab. Beide gehen – natürlich – davon aus, dass keine Munition in der Pistole ist, dass der Schuss imuliert wird. Aus bisher völlig ungeklärter Ursache war aber doch Munition in der Gaspistole. Das bestätigt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gegenüber rosenheim24.de. Anscheinend habe keiner am Set vor der Szene kontrolliert, ob die Gaspistole geladen war, heißt es. So sei es zu diesem „Arbeitsunfall“ gekommen.

Nach tz-Informationen handelt es sich bei dem verletzten Schauspieler um Max Schmidt, den die Zuschauer vor allem als den „Schmidt Max“ aus der BR-Sendung "Freizeit" kennen, die der 43-Jährige moderiert. Er hat in dem Chiemseekrimi eine Nebenrolle als Musiker. Die Polizei spricht davon, dass der beteiligte Schauspieler eine Fleischwunde erlitten habe.

Die war aber immerhin so schlimm, dass der Münchner direkt vom Set in ein Krankenhaus gebracht wurde, wo er auch die Nacht verbrachte. Wie es ihm am Mittwoch ging, war zunächst nicht zu erfahren.

Laut Polizeisprecher Sonntag wird nun routinemäßig gegen den Schauspieler ermittelt, der „geschossen“ hat, es handelt sich dabei nach tz-Informationen um Edgar Selge (64). Das ZDF bestätigt, dass der 64-Jährige an der Szene beteiligt war. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Körperverletzung. Ob es am Ende zum Verfahren kommt, wird nach den Ermittlungen, die in so einem Fall immer eingeleitet werden, entschieden.

„Keiner am Set hat zunächst begriffen, was passiert war“, sagt einer, der das Drama mit angesehen hat. Dass die Situation ernst war und alles andere als ein (Schau-)spiel, wurde aber klar, als Max Schmidt liegen blieb und offenkundig große Schmerzen hatte. Sanitäter, die vor Ort waren, kümmerten sich um die erste Versorgung, bis der Krankenwagen kam und den Schauspieler und Moderator schließlich in eine Klinik brachte. Die Dreharbeiten wurden erstmal unterbrochen. Die Kollegen am Set waren alle geschockt.

Das ZDF teilte auf Anfrage der tz mit: „Aus einer Pistole löste sich bei einer Szene versehentlich ein Schuss“, so Sprecher Peter Gruhne. „Da dieser aus unmittelbarer Nähe abgegeben wurde, kam es zu einer Verletzung, obwohl die Waffe nicht mit scharfer Munition, sondern mit Platzpatronen geladen war.“ Zum genauen Verlauf und den Umständen des Unfalls könnten keine genaueren Angaben gemacht werden, sie würden derzeit rekonstruiert.

Stefanie Thyssen/tz München

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