Ziel: Bauantrag im Mai

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Bernau - Nach den beiden Bürgerentscheiden im Dezember will der Gemeinderat in Bernau die Planung für ein neues Rathaus an der Chiemseestraße in der ersten Hälfte dieses Jahres vollenden.

Zum Ziel setzt er sich, im Mai einen Bauantrag zu erstellen. In der zweiten Jahreshälfte möchte er dann das Vorhaben mit den Fachbehörden genau absprechen und die Ausschreibung mit Hilfe eines Projektsteuerers angehen. Einen Zeitplan mit diesen und weiteren Zielsetzungen hat der Gemeinderat verabschiedet.

Wann beginnt der Bau des Rathauses? Bürgermeister Klaus Daiber ist vorsichtig. Hatte er unmittelbar nach den beiden Bürgerentscheiden von einem Baubeginn noch in diesem Jahr gesprochen, meinte er nun, dass die Arbeiten voraussichtlich im Frühjahr 2013 beginnen. Allerdings fügte er hinzu: "Vielleicht schaffen wir es auch früher." Erfahrungsgemäß, so der Rathauschef, sei eine Ausschreibung gegen Ende des Jahres am besten. Dann seien die günstigsten Angebote zu erwarten.

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Die Bürger hätten sich, wie Daiber im Gemeinderat im Rückblick auf den 18. Dezember sagte, "knapp, aber eindeutig" entschieden und sich für einen Standort an der Chiemseestraße ausgesprochen. Jetzt müsse das Gremium die Planung für ein Rathaus auf dem Schuhmann-Grundstück vorantreiben. Gleichzeitig sei aber auch der Bebauungsplan für den gesamten Bereich zu erstellen. Im Falle seiner Vollendung sei für den Rathausneubau im sogenannten Freistellungsverfahren grünes Licht zu bekommen: Wenn das Rathaus dann genau nach den Vorgaben im Bebauungsplan erstellt werde, sei keine Genehmigung durch das Landratsamt nötig. "Vor uns haben wir ein großes Programm, das auch Disziplin erfordert", sagte Daiber. "Jetzt geht's richtig los. Packen wir es gemeinsam an."

Sechs Schritte bis zur Grundsteinlegung

In sechs Schritten will der Gemeinderat, wie er nun festgelegt hat, zur Grundsteinlegung für das neue Rathaus an der Chiemseestraße kommen. Im Mittelpunkt der nächsten Wochen steht die Überarbeitung der bereits vorhandenen beiden Siegerentwürfe des "Realisierungswettbewerbes" aus dem vergangenen Jahr. Am Ende dieses ersten Schrittes, den sich der Rat für den Zeitraum bis März vornimmt, will er sich dann für ein "Siegerbüro" entscheiden.

In dieser "Überarbeitungsphase" ist nun zunächst einmal der Gemeinderat gefordert. Er ist, wie auch in der Diskussion zum Ausdruck kam, angehalten, den Architekten Vorgaben zu erteilen und sie dann zu beauftragen, ihre Entwürfe zu überarbeiten. Abzuwarten bleibt laut Daiber, wie weit die Architekten gewünschte Veränderungen an ihrer Planung mittragen. Denn anzunehmen sei, dass "sie sich nicht verbiegen lassen werden".

Hansjörg Decker (Bernauer Liste) schlug vor, die Planung für den Musikpavillon miteinzubeziehen. Daiber griff die Anregung auf und meinte auch, dass sich die Architekten Gedanken machen sollten.

Der Hintergrund: Weder für die Lesehalle noch vor allem auch für den Musikpavillon, die bislang im Kurpark auf Grund und Boden des Verkehrsvereines beziehungsweise der Gemeinde stehen, gibt es bislang konkrete Pläne. Was den Musikpavillon betrifft, so zieht die Gemeinde einen Neubau an anderer Stelle - unter Umständen auf Grund und Boden des Verkehrsvereins - in Erwägung.

Verkehrsverein gehört Pavillon-Grundstück

In einem Schreiben an den Vorsitzenden des Verkehrsvereines, den Gemeinderat Eduard Wierer, hatte Daiber nach eigenen Angaben angeregt, "dass wir uns zusammensetzen und überlegen", die Fläche des Verkehrsvereins in die Planung für das neue Rathaus miteinzubeziehen und eine Gesamtplanung zu erstellen. Wierer habe geantwortet, so Daiber auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung, dass er die Thematik in der Jahreshauptversammlung des Vereins zur Diskussion stellen und sich erst dann äußern wolle.

Georg Bauer (Bernauer Liste) erinnerte in der Diskussion im Rat daran, dass die Gemeinde für die Architekten bislang nichts bezahlt habe, in dem Augenblick aber in ihre Kasse greifen müsse, wenn sie ihnen jetzt jeweils einen Auftrag erteile und sie auffordere, ihren Entwurf zu überarbeiten. Um Geld zu sparen, regte Bauer an, dass der Gemeinderat seine Vorstellungen konkretisiert und dann statt zweier nur einen Auftrag zur Überarbeitung gibt.

Daiber hielt ihm entgegen, dass der Gemeinderat schon vor Monaten entschieden habe, mit den beiden Architekten in die Überarbeitungsphase zu gehen. Und Ursula Zeitlmann (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, dass man sich aufgrund der bislang nur groben Entwurfsplanung noch nicht für eines der beiden Architekturbüros entscheiden könne. Die Gemeinde dürfe jetzt "nicht an der falschen Stelle sparen" und sei stattdessen angehalten, die bestmögliche Lösung in der Zusammenarbeit mit den beiden Architekten zu suchen.

Eduard Wierer (Überparteiliche Wählergemeinschaft) sagte, dass nun umgehend ein Plan für die Finanzierung des Rathausneubaus aufzustellen sei. Wierer - er stimmte am Ende als Einziger gegen den Zeitplan - forderte, dass der Rohbau "bereits Ende 2012 stehen sollte" - was laut Daiber jedoch "gar nicht möglich ist". So werde der Bebauungsplan für die Chiemseestraße, den der Gemeinderat aufstellen wolle, "frühestens im Sommer stehen" - und damit zu spät, um dann noch in diesem Jahr den Rohbau zu erstellen.

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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