Wer zuerst baut, spart

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Im Bistro der Franziska-Hager-Schule besprachen die Verbandsräte vor ihrer Sitzung die Erweiterungspläne.

Prien - Die energetische Generalsanierung der Franziska-Hager-Schule wird voraussichtlich um einige 100.000 Euro billiger als geplant. Bis auf einen, rund 150.000 Euro schweren, sind alle Einzelaufträge vergeben - für insgesamt 8,7 Millionen Euro.

Veranschlagt waren ursprünglich 9,5 Millionen. 4,5 Millionen davon zahlen Bund und Land.

Die Mitglieder des Hauptschulverbands aus den acht Gemeinden, aus denen Kinder und Jugendliche die Priener Hauptschule besuchen und die das Großprojekt deshalb gemeinsam stemmen, nahmen die aktuellen Zahlen in ihrer jüngsten Sitzung erfreut zur Kenntnis. Bis auf eines seien alle Gewerke unter der Kostenschätzung vergeben worden, berichtete Christian Fellner, Leiter der Bautechnik im Rathaus.

Diesen Umstand machten er und Bürgermeister Jürgen Seifert an der Tatsache fest, dass die Schulsanierung in Prien "vor der großen Welle" der energetischen Sanierungen die erste Maßnahme war, die ausgeschrieben worden war, als die entsprechenden Mittel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung verteilt wurden. Prien hatte ein Jahr zuvor - vergeblich - schon einmal Gelder beantragt und die umfangreichen Unterlagen deshalb schnell zusammenstellen können. Knapp 2,2 Millionen bekam die Marktgemeinde dann vor rund einem Jahr versprochen. Weitere Zusagen über gut 2,3 Millionen konnte sich Prien wenig später aus Mitteln des Länderfinanzausgleichs sichern.

Ein zweiter, wesentlicher Faktor für die Kostenreduzierung um aktuell geschätzte 8,4 Prozent ist laut Fellner und Seifert die Arbeit der Ingenieure und Architeken sowie der Bauleitung, die "mit viel Herzblut nicht nur ihre Aufgabe erfüllen", formulierte Seifert und würdigte den "persönlichen Mehreinsatz" aller am Bau verantwortlich Beteiligten. Auch Hauptschulrektor Hans-JoachimReuter hat beobachtet, wie die Achitekten mit Bernd Püschel an der Spitze die Schule "wie ihre eigene" behandeln.

Derzeit ist etwa Halbzeit bei der Gesamtmaßnahme. Im Innern steht der vierte von sieben Bauabschnitten vor der Vollendung, bei denen Klass- und Fachräume sowie Sanitäranlagen saniert werden. Am Südtrakt läuft seit einigen Wochen die Fassadensanierung inklusive Dämmung. In vier Wochen werde der gesamte Schulkomplex eingerüstet sein, kündigte Fellner an.

Bis zum Beginn des nächsten Schuljahres im September soll alles fertig sein. Derzeit liegen die Arbeiten voll im Zeitplan. Zusätzlich wird das Bistro erweitert. Dafür genehmigten die Verbandsräte jetzt 20.000 Euro. Dafür sollen weitere Tische und Stühle, zwei große Küchengeräte und Rollwägen angeschafft sowie die Theke verlängert werden. Zwei Gruppenräume auf der anderen Flurseite des Bistros werden so umgestaltet, dass auch dort Schüler mittags essen können.

Weil die Hauptschule ihr Ganztagsangebot in den vergangenen Jahren schrittweise immer weiter ausgebaut hat und ab September erstmals durchgängig von der fünften bis zur neunten Jahrgangsstufe je eine "gebundene", also verpflichtende Ganztagsklasse anbieten wird, steigt auch der Platzbedarf für das Mittagessen immer weiter. "Das Bistro platzt aus allen Nähten", konstatierte Geschäftsleiter Andreas Hell. Wurden bisher bis zu 100 Essen täglich ausgegeben, werden es im nächsten Schuljahr 150 sein.

Ohne Diskussion und einstimmig verabschiedete die Versammlung den Rekord-Haushalt des Schulverbands für das laufende Jahr. Er summiert sich auf rund 11,3 Millionen Euro. Der Löwenanteil von zehn Millionen entfällt wegen der umfangreichen Investitionen im Zuge der Generalsanierung auf den Vermögensetat.

Nach ersten Einzelmaßnahmen im vergangenen Jahr werden allein heuer Seifert zufolge 8,3 Millionen Euro verbaut. In die Haushaltskalkulation sind noch die ursprünglich geschätzten Gesamtkosten, also insgesamt 9,5 Millionen Euro eingeflossen. Um auf Nummer Sicher zu gehen, wurde von der Versammlung eine Obergrenze für neue Kredite von 7,6 Millionen Euro festgelegt.

Ob und in welchem Umfang sie in Anspruch genommen werden müssen, hängt wesentlich davon ab, wann die zugesagten Fördergelder von insgesamt 4,5 Millionen fließen. Zumindest die 2,3 Millionen aus dem Länderfinanzausgleich (FAG-Mittel) wird der Schulverband wohl bis 2011 zwischenfinanzieren müssen.

db/Chiemgau-Zeitung

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