Zufahrt über Fliederweg

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Im Entwurf für den Bebauungsplan wird der Fliederweg verlängert (gelb eingezeichnet) und führt um die Doppelhaus-Parzellen herum.

Prien - Der alte Kindergarten Marquette wird abgerissen. In einem Neubau direkt daneben sollen weniger Kindergarten-, aber dafür dreimal so viele Krippenplätze geschaffen werden.

Der Bauantrag bekam schon im Oktober grünes Licht. Jetzt wurde ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet, denn das Haus für Kinder ist auch finanziell gekoppelt mit sechs Bauparzellen auf dem Areal.

Als der Bauausschuss in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung das Bebauungsplanverfahren einleitete, tat er dies mit einer entscheidenden Änderung im Vergleich zur bisherigen Planung. Die Zufahrt zu den sechs Parzellen östlich des "Hauses für Kinder", über deren Verkauf die Gemeinde einen Teil der Gesamtinvestition stemmen will, ist nicht mehr über die Straße Am Bründl von Süden her vorgesehen, sondern als Verlängerung des Fliederwegs nach Osten.

Dies sei auf Wunsch des Landratsamts erfolgt, erklärte Bürgermeister Jürgen Seifert. Die Konsequenz: Eine der bisher sieben im Plan dargestellten Parzellen fiel aus Platzgründen der Straße zum Opfer. Es bleiben zwei Doppel- und zwei Einzelhäuser im Entwurf. Seifert kommentierte die Änderung der Zufahrt auch "als Wunsch der überwiegenden Zahl der Anlieger".

Zunächst hatte der Landkreis im Sommer noch signalisiert, die Mädchen und Buben aus dem "Haus für Kinder Marquette" - so der offizielle Name - während der Bauzeit in seinem Förderzentrum, dem früheren Goethe-Institut an der Joseph-von-Fraunhofer-Straße, zu beherbergen. Der Charme dieses Plans: Der Markt Prien hätte den alten Kindergarten abreißen und an seiner Stelle einen neuen bauen können.

Dann aber teilte der Landkreis mit, dass im Förderzentrum doch zu wenig Platz ist, um die "Marquette"-Kinder unterzubringen. Also plante das Bauamt im Rathaus wieder um. Im Oktober genehmigte der Bauausschuss den Bauantrag, der ein neues Gebäude nur wenige Meter östlich des alten vorsieht (wir berichteten). Dieser Bauantrag liegt seit Ende Oktober im Landratsamt.

Würde die Gemeinde "nur" einen Kindergarten bauen, würde er als Grundlage für eine Genehmigung genügen. Weil das Vorhaben aber von Gemeindeseite an eine Wohnbebauung gekoppelt wird, muss nun ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert werden.

Dass der geplante Neubau, wie übrigens auch schon der bestehende Kindergarten, im Geltungsbereich der Chiemsee-Schutzverordnung liegt, sehen die Experten im Landratsamt nicht als Problem an. "Nachdem es sich bei dem Kindergarten um ein Bauvorhaben mit sozialem Bezug handelt, daher ein Grund des überwiegenden öffentlichen Interesses vorliegt, kann hierfür eine naturschutzrechtliche Befreiung erteilt werden", erläuterte Michael Fischer, Pressesprecher der Behörde, auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung.

Diese Aussage mit Blick auf das Landschaftsschutzgebiet gilt aber zunächst nur für den Kindergarten. Zum Bebauungsplan mit der Wohnbebauung hält sich das Landratsamt noch bedeckt. "Zu den Erfolgsaussichten des Bebauungsplanentwurfes können wir keine Aussage treffen, da wir den Inhalt nicht kennen", teilte die Behörde mit. Das Verfahren ist erst am Anfang. Im ersten Schritt sollen nun unter anderem die sogenannten Träger öffentlicher Belange gehört werden, also auch Fachstellen des Landkreises wie die Untere Naturschutzbehörde.

Der Markt Prien setzt große Hoffnungen in die Ausweisung der sechs Parzellen auf seinem Grund, die im Rathaus als "Projekt soziales Wohnen" geführt wird. Das Geld aus dem Verkauf der Grundstücke ist in die Gesamtfinanzierung eingeplant. Von den voraussichtlichen 2,4 Millionen Euro muss die Gemeinde wahrscheinlich gut 1,3 Millionen selbst aufbringen, der Rest soll über Zuschüsse abgedeckt werden. In der Bürgerversammlung unterstrich Seifert auf Anfrage eines Elternbeirats, dass der Marktgemeinderat in seiner Haushaltsklausur dem Vorhaben für 2012 "erste Priorität" eingeräumt habe und "die Finanzierung des halb gesichert ist". Er hoffe auf einen Baubeginn im zweiten Quartal nächsten Jahres.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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