Rosenheimer Architekten bauen neues Rathaus

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Bürgermeister Daiber

Bernau - Zusammen mit der Werkgemeinschaft Rosenheim baut die Gemeinde Bernau ihr neues Rathaus. Die Architekten haben den Realisierungswettbewerb für sich entschieden.

Im öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend hat Bürgermeister Klaus Daiber bekannt gegeben, dass das Gremium hinter verschlossenen Türen diese Architektengemeinschaft zum Sieger des von der Kommune ausgelobten "Realisierungswettbewerbes" für das Rathaus samt Umgriff ernannt habe. Als Grundlage für die Entscheidung habe ein von der Werkgemeinschaft auf Wunsch des Gremiums überarbeiteter Entwurf gedient.

Mit der Festlegung des Gewinners geht der "Realisierungswettbewerb" - eine Art Ideensammlung - zu Ende. Aus ursprünglich sechs Bewerbern hatte der Gemeinderat im vergangenen Jahr zunächst einen ersten und einen zweiten Sieger ausgewählt. Das Gremium präzisierte anschließend seine Vorstellungen und forderte beide Büros auf, ihre Entwürfe zu überarbeiten - was sie dann auch machten. Zum Abschluss erörterte das Gremium die neuerlich vorgelegten Pläne. Und letztlich kürte der Rat dann die Werkgemeinschaft Rosenheim zum Sieger. Mit diesen Architekten geht die Gemeinde jetzt in den Bau des Rathauses.

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Peter Schweiker und Bernhard Schellmoser von der Werkgemeinschaft Rosenheim erläuterten am Donnerstag in der öffentlichen Sitzung ihren überarbeiteten Entwurf für das Rathaus an der Chiemseestraße. Schweiker betonte, dass sich der Baukörper - auf Wunsch des Rates, der sparen will - in seinen Ausmaßen verringert habe. Das Gebäude sei "bislang deutlich kompakter" geplant gewesen. Mit der Verkleinerung verbessere sich, wie Schweiker mit Blick auf den Bereich südlich des künftigen Rathauses weiter unterstrich, die "Durchlässigkeit" vom Kurpark zum alten Sportplatz.

Bis dato war das parallel zur Widholzerstraße angeordnete Rathaus in der Planung 42 Meter lang gewesen - jetzt steht das Gebäude mit 34,50 Meter zu Buche. Die anderen Eckdaten verändern sich nicht oder nur im Zentimeterbereich. Die Breite beträgt nach wie vor 14 Meter, die Firsthöhe wie bisher knapp zehn Meter. Die überbaute Fläche verringert sich im Vergleich zum ersten Entwurf in der Überarbeitung von 662 auf 553 Quadratmeter, der Bruttorauminhalt von 5920 auf 5084 Kubikmeter.

Dreigeschossig und nach wie vor ohne Keller plant die Werkgemeinschaft Rosenheim das Rathaus. Im Parterre ist - mit viel Glas - der Sitzungssaal vorgesehen, der zum Rathausplatz geöffnet und etwa im Falle eines Dorffestes mitgenutzt werden kann. Neben dem Sitzungssaal ist im Gebäude ein Luftraum vorgesehen, der nach oben führt. Und im ersten Obergeschoss wird dann, so die Planung, eine kleine Galerie errichtet, die einen Blick hinunter in den Sitznungssal ermöglicht. Über die Geschosse verteilen sich die Büros der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Miteingeplant ist auch - und zwar im Dachgeschoss - ein Archiv.

Mit der Verkleinerung des Gebäudes reduzieren sich auch die Baukosten. War ursprünglich einmal die Rede von 4,3 Millionen Euro, verringert sich die Summe nun auf - wie Bürgermeister Klaus Daiber gestern auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung bekannt gab - 3,8 Millionen Euro. Mit weiteren Entscheidungen insbesondere in Sachen Baumaterial und Fassendgestaltung hofft der Rathauschef, wie er weiter mitteilte, am Ende "mit 3,5 Millionen hinzukommen".

In der Bürgerversammlung am Donnerstag, 3. Mai, um 19.30 Uhr im Gasthaus "Kampenwand" will die Gemeinde die bisherige Planung vorstellen. Mit dem Bürger wolle sie dann, wie Daiber sagte, noch offene Fragen der Gestaltung erörtern. Zu diskutieren ist dann die Frage des Baumaterials. Und festzulegen ist in diesem Zusammenhang dann vor allem auch die Fassadengestaltung.

In ihrem ersten Entwurf hatte die Werkgemeinschaft Rosenheim einen Holzbau gezeichnet. Jetzt stellt sie auch einen - günstigeren - Mischbau aus Stahlbeton, Ziegeln und Holz zur Debatte. Und alternativ zu den Holz- bringt sie nun auch Putzfassaden ins Gespräch.

Christian Hügel (CSU) sprach von einem "sehr kreativen Entwurf". Er betonte, dass der Gemeinderat die Werkgemeinschaft Rosenheim zum Sieger des ausgelobten Wettbewerbs gekürt, aber noch nicht den Entwurf für das Rathaus aufgestellt habe. Seiner Ansicht nach müssen in den von der Werkgemeinschaft vorgelegten, überarbeiteten Plänen noch Änderungen vorgenommen werden. So meinte Hügel, dass das Foyer im Erdgeschoss doch noch etwas großzügiger gestaltet werden sollte. Auch sollte man noch nach Mitteln und Wegen suchen, die Kosten zu senken.

Eduard Wierer (Überparteiliche Wählergemeinschaft) mahnte, die Kosten im Auge zu behalten. Schließlich habe der Gemeinderat jenes Architekturbüro zum Sieger ernannt, das die teuerste Lösung für den Bau eines Rathauses aufgezeigt habe.

Auch Vorschläge für die Gestaltung des Rathausumfeldes warfen die Architekten aus Rosenheim in die Diskussion. So regten sie unter anderem an, die Ausfahrt vom Parkplatz auf dem alten Sportplatz auf die Widholzstraße aufzulösen und den Verkehr ausschließlich über die Kastanienallee und deren Einmüdnung in die Chiemseestraße zu regeln. Nach eingehender Diskussion beschloss der Gemeinderat jedoch mit knapper Mehrheit, die Ausfahrt beizubehalten (ein eigener Bericht folgt).

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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