Integration behinderter Segler vorangebracht

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Zweite Bürgermeisterin Renate Hof, Sportreferent Alfred Schelhas, Marktgemeinderätin Eleonore Pelzl, Bürgermeister Jürgen Seifert, Hartmut Courvoisier, SCPC-Präsident Lothar Demps, Prof. Dr. Ulrich Pietrusky, Joerg von Hoermann,  Bertram Vogel, SCPC-Vizepräsident Heinz Eisenlohr (von links).

Prien - Der Segelclub Prien am Chiemsee hat nun einen barrierefreien Schwimmsteg und ein behindertengerechtes Schulungsboot, gefördert mit EU-Geldern.

Jetzt wurde diese Position weiter gefestigt. Im Beisein zahlreicher Gäste wurden ein barrierefreier Schwimmsteg und ein zusätzliches Schulungsboot für Segler mit Handicap offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Die Anschaffungen wurden mit Geldern aus dem EU-Förderprogramm "Leader" bezuschusst.

Der Steg ist genau genommen keine Neuanschaffung. Er war schon vor einigen Jahren als neuer Besuchersteg an den Schären gebaut worden. An der Strandpromenade hatte eine solche Anlegemöglichkeit für Segler über viele Jahre gefehlt.

Als dann der SCPC eine Handicap-Sparte aufbaute und dafür einen barrierefreien Schwimmsteg benötigte, der sich dem jeweiligen Wasserstand anpasst, entschloss sich die Gemeinde in Absprache mit dem Verein, diesen gut 16 Meter langen und knapp 2,5 Meter breiten Steg in die Stippelwerft zu verlegen. Denn es hatte sich gezeigt, dass es für Boote problematisch war, bei niedrigem Pegelstand dort anzulegen. An den Schären entstand deshalb 2010 als Ersatz ein fester Steg, der etwa 2,5 Meter länger ist und den Seglern beim Anlegen also mehr Wasser unterm Kiel bietet, weil er weiter in den See ragt.

Zudem haben Spaziergänger auf dem neuen Steg an der Spitze der Strandpromenade nun keine schwankenden, weil schwimmenden Planken mehr unter den Füßen, wenn sie von diesem Aussichtspunkt den Blick übers Bayerische Meer schweifen lassen.

Mit Unterstützung von Professor Dr. Ulrich Pietrusky gelang es nun, für die Verlegung des Schwimmstegs und den Neubau des festen Stegs an den Schären Fördergelder aus dem EU-Programm "Leader" locker zu machen. Pietrusky ist Koordinator der Leader-Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer Seenplatte, in der 16 Gemeinden zusammengeschlossen sind. Nach Angaben aus dem Rathaus beliefen sich die förderfähigen Kosten auf rund 14000 Euro. Bei kommunalen Projekten wird im Leader-Programm die Hälfte als Zuschuss gezahlt, in diesem Fall also rund 7000 Euro.

Deutlich mehr, nämlich fast 20000 Euro, bekommt der SCPC aus dem "Leader"-Topf für die Anschaffung eines zusätzlichen Schulungsboots. Der überwiegende Teil der 47000 Euro, die das Schiff gekostet hat, wird nach Angaben von SCPC-Präsident Lothar Demps aus Spenden finanziert. Dieses Boot kann individuell den Einschränkungen der Behinderten angepasst werden, ist also variabel im Trainings- und Wettfahrtbetrieb einsetzbar und zudem unsinkbar. Mit diesem Neuzugang ist die Flotte, die für die Handicapsparte beim SCPC zur Verfügung steht, auf acht Boote angewachsen.

Derzeit segeln beim SCPC 21 Behinderte, sechs von ihnen unter der Obhut eines Landestrainers im Kader, der sich auf die Paralympics vorbereitet, berichtete Demps im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Bei der offiziellen Übergabe des Schwimmstegs, der über eine flexible Rampe mit der festen Steganlage im Sportboothafen verbunden ist, an die Gemeinde würdigten Bürgermeister Jürgen Seifert, BVS-Präsident Hartmut Courvoisier und der Vorsitzende des bayerischen Seglerverbands, Joerg von Hoermann, das Engagement des SCPC und seiner Mitglieder um die Integration Behinderter in den Segelsport.

Chiemgau Zeitung

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