Zwei Aufzüge im Bahnhof

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Die Suche nach optimalen Verkehrswegen und Flächen für ein Parkdeck oder eine Tiefgarage auf dem Areal rund um den Bahnhof waren zentrale Punkte der Diskussionen in der Bürgerwerkstatt. Zur Orientierung: Am oberen Rand in der Bildmitte liegt die Seestraßenunterführung. Der Gebäudekomplex unten in der Mitte mit dem grauen Dach ist die Sparkasse.

Prien - Auf Drängen der Marktgemeinde will die Deutsche Bahn (DB) nun doch schon 2010 an den Bau von zwei Aufzügen an den drei Gleisen für den Fernverkehr im Bahnhof Prien gehen. "Die Planung läuft.

Im nächsten Jahr möchten wir den Bau durchführen", sagte Franz Lindemaier, ein Sprecher des Unternehmens, am gestrigen Montag auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung. Die DB will älteren Menschen und Behinderten den Einstieg in die Züge erleichtern und für sie Aufzüge zu den Gleisen anlegen. Günther Pichler, Regionalbereichsleiter der DB, hatte im September 2008 den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs mit mindestens zwei Liften bis Ende 2009 angekündigt. Die Marktgemeinde ging fest davon aus, dass die DB vor allem auch einen Aufzug zu Gleis 2 und 3 errichtet. Denn gerade auch in die Züge in Richtung Rosenheim wollen immer viele Fahrgäste einsteigen.

In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung machten sich dann jedoch Ärger und Enttäuschung breit (wir berichteten): Bernd Kittel von der Deutschen Bahn sagte, dass der Konzern in der nächsten Zeit zwar sehr wohl zwei Aufzüge bauen wolle - aber nicht den, der zu Gleis 2 und 3 hinauf- beziehungsweise von ihnen zur Unterführung hinabführt. Diese Baumaßnahme könne frühestens 2013 finanziert werden. In Angriff nehme die Bahn Lifte neben dem Bahnhofsgebäude am Gleis 1 sowie am anderen Ende der Anlage am Ausgang zur Chiemseebahn. Bürgermeister Jürgen Seifert setzte sich nach der Gemeinderatssitzung mit Pichler und Landtagsabgeordnetem Klaus Stöttner in Verbindung. Der Rathauschef habe, wie er in einer Pressemitteilung bekannt gab, darauf hingewiesen, dass Bestandteil und Grundlage der bisherigen Gespräche immer gewesen sei, die Hauptstrecken - die Gleise 1 und 2 - so schnell als möglich barrierefrei auszubauen.

Pichler habe dann auf Drängen des Abgeordneten Stöttner zunächst mündlich, und dann auch schriftlich Folgendes klargestellt: Die Bahn werde die Aufzüge an Gleis 1 und 2 - den westlichen und mittleren Aufzug - mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II erstellen. Die Planung für diese Maßnahme werde 2009 erfolgen. Die Herstellung sei für 2010 vorgesehen. Pichler habe seine Zusagen wiederholt, dass er aus dem Konjunkturpaket II dafür besondere Mittel außerhalb der Regelfinanzierung und des Ausbauplanes der Deutschen Bahn losgeeist und bereitgestellt habe. Stöttner hatte dieses Vorhaben seitens der notwendigen Landesmittel ständig begleitet und unterstützt. Bürgermeister Seifert würdigte dessen Einsatz. Er lobte auch Pichler für die unverzügliche Aufklärung des Themas und die Zusicherung des barrierefreien Ausbaus im Rahmen der nächsten beiden Jahre. Den dritten Aufzug an der Ostseite baut voraussichtlich die Marktgemeinde. Bahn-Pressesprecher Lindemaier sagte, dass die DB mit der Marktgemeinde im Gespräch sei.

Für Seifert ist wichtig, wie er mitteilte, dass die Planung für alle drei Aufzüge in einem Zug erfolge, um auch die entsprechenden Fördermittel rechtzeitig beanspruchen zu können. Bahn und Gemeinde müssten sich in ihrer Planung abstimmen. Was insbesondere den dritten Aufzug an der Ostseite betreffe: Die Deutsche Bahn sei auch Eigentümerin des Grundstückes und müsse deshalb der Planung ohnehin zustimmen. Stöttner betonte Seifert gegenüber: "Es wäre unlogisch und unpraktikabel gewesen, wenn der entscheidende Lift keine Priorität bekommen hätte. Wir sind somit wieder auf dem richtigen Weg." Um die barrierefreie Erschließung der Bahnsteige am Bahnhof praxisgerecht umzusetzen, ist die Errichtung einer Arbeitsgruppe unter der Leitung der Zweiten Bürgermeisterin und Behindertenbeauftragten Renate Hof vorgesehen.

pü/Chiemgau-Zeitung

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