Zweiter Bti-Einsatz steht nicht an

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Ob in diesem Jahr ein zweites Mal gegen die Mückenplage vorgegangen wird, ist völlig offen.

Prien am Chiemsee - Erstmals dürfte der Abwasser- und Umweltverband (AZV) Chiemsee heuer ein zweites Mal innerhalb eines Jahres das Mückenbekämpfungsmittel Bti einsetzen. Ob der AZV aber von der Möglichkeit Gebrauch macht, ist derzeit völlig offen.

Wie berichtet, hatten führende Vertreter des bayerischen Umweltministeriums dem AZV dieser Tage bei einem Ortstermin in Grabenstätt auf Initiative von CSU-MdL Klaus Steiner für heuer zum ersten Mal die Erlaubnis erteilt, ein zweites Mal in einem Jahr Bti (Bacillus thuringiensis israelensis) auszubringen.

Sollte eine solche Aktion zustande kommen, dürfte erstmals auch entlang der Staatsstraße in Grabenstätt Bti ausgebracht werden. Besonders aus dieser Gemeinde waren die Proteste angesichts der extremen Mückenplage in den letzten Wochen immer lauter geworden.

Bisher war das Naturschutzgebiet rund um das Mündungsdelta der Tiroler Ache zwischen Grabenstätt und übersee Sperrgebiet für den Hubschrauber, der das Mittel, in Eisgranulat verpackt, in den überschwemmungsgebieten rund um das Bayerische Meer ausgebracht hat.

Der AZV hatte für den Bti-Einsatz vor einigen Wochen 92000 Euro aufbringen müssen. In der Regel lagen die Kosten in den vergangenen Jahren bei rund 75000 Euro. Heuer war es teurer, weil nach den ergiebigen Niederschlägen außergewöhnlich viele Wiesen unter Wasser standen.

Ob der Verband heuer von der Möglichkeit eines zweiten Bti-Einsatzes Gebrauch machen wird, ist derzeit völlig offen. Dazu müssten die Wiesen erst ganz trocken werden und eine Phase ergiebigen Regens folgen, erläuterte AZV-Geschäftsführer Thomas Weimann gestern auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung. Dann würden sich aus den Mückeneiern im Boden Larven entwickeln und die wiederum werden durch Bti abgetötet.

Zudem müsste die Verbandsversammlung erst einen Beschluss für diese Aktion fassen. Die Kosten sind für den AZV lediglich ein durchlaufender Posten, denn sie werden nach einem festgelegten Schlüssel auf die beteiligten Kommunen umgelegt.

Beim Ortstermin war zudem vereinbart worden, für nächstes Jahr die Rahmenbedingungen zu überdenken. Bisher darf der AZV nur einmal im Jahr ab einem bestimmten Pegelstand und bei einer Mindestzahl von Larven Bti einsetzen. Steiner und die betroffenen Gemeinden wollen erreichen, dass der AZV künftig über den Einsatz selbst entscheiden und Teile des Naturschutzgebiets einbezogen werden dürfen.

Chiemgau-Zeitung/re

Lesen Sie hierzu auch:

Mückenplage: Durchbruch erzielt

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