Ingenieur stellt Kreiselplanung vor

Bad Endorf - Die mögliche Realisierung eines Kreisverkehrs am Endorfer Kirchplatz war das beherrschende Thema in der letzten Bad Endorfer Gemeinderatssitzung.

Fast 90 Minuten lang erörterte das Kommunalparlament diesen Tagesordnungspunkt, an dessen Ende es fast geschlossen einig war, das Vorhaben engagiert weiterzuverfolgen.

Zu Beginn der Beratung stellte Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben die Fragen in den Raum: "Brauchen wir einen Kreisel oder nicht, bringt er etwas oder nicht, oder ist er einfach nur teuer?" Im Anschluss daran gab Konrad Haindl vom Ingenieurbüro Infra den Mandatsträgern einen Überblick über die Planungen. Den Verkehrsfluss rund um den Kirchplatz bezeichnete er aufgrund des angestiegenen Verkehrsaufkommens als "problematisch": "Hier ist dringender Handlungsbedarf geboten." Er verdeutlichte aber auch, dass eine Kreisellösung am Kirchplatz kein Ersatz für die geplante Umgehungsstraße darstelle. "Wir können damit lediglich die Stausituation zu Stoßzeiten minimieren und den Verkehrsfluss deutlich beschleunigen."

Im Anschluss daran stellte er die Kernpunkte der Planung vor: Der Kreisel mit 28 Meter Außendurchmesser soll am Schnittpunkt Rosenheimer-, Wasserburger- und Bahnhofstraße mit Querungshilfen für Fußgänger entstehen. Die Kreiselinsel hat einen Durchmesser von zwölf, die Gehwege haben eine Breite von zwei Metern. Auch ist eine straßenmäßige Abfahrt zum oberen Kirchplatz geplant. Wichtig ist den Planern, dass in die Kreisverkehrsplanung auch die Traunsteiner- Straße (Einfahrt durch Ampelregelung) einbezogen werden müsse. Das Ganze lasse sich nur im großen Straßenverbund realisieren. Die Gesamtkosten bezifferte Haindl auf 440000 Euro. Abschließend betonte er, dass die weiteren Planungen wie die Umlegungen von Grundstückszufahrten und die erforderlichen Grunderwerbe im breiten Konsens mit den unmittelbar betroffenen Anrainern durch eine offene Kommunikation geführt werden sollen.

Claus-Peter Olk, Leiter des Straßenbauamtes Rosenheim, bezeichnete die Planungen als "sinnvoll". Weiter führte er aus, dass die Marktgemeinde aus dem Sonderförderprogramm "Kommunale Sonderbaumaßnahmen" Fördermittel für diese Kreiselanlage beantragen könnte: "Ob und in welcher Höhe diese aber fließen, kann ich zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen. Doch je eher ein Förderantrag gestellt werde, desto besser die Chancen." Abschließend demonstrierte Harald Spath von der Firma Geras den Räten noch an Hand einer Computer-Simulation die künftigen Verkehrsströme um den künftigen Kreisel samt Zu- und Abfahrtverkehr Traunsteiner-Straße. Seinen Ausführungen nach wurde die Simulation an Hand von Verkehrszahlen und -mengen erstellt, die zuvor bei einer Verkehrszählung ermittelt worden waren. Maßgeblich waren dabei die Stunden-Spitzenwerte in Stoßzeiten mit bis zu 1934 Autos. Sein Resümee: "Wir können die Wartezeiten an den Ampeln verringern, damit den Schadstoffausstoß reduzieren und die Rückstaulänge in die Bahnhofstraße verkürzen. Wir bekommen eine deutliche Verbesserung, aber wegen der Problematik Traunsteiner-Straße keine harmonische Komplettlösung."

Im Anschluss an die Ausführungen der Fachplaner tauschten die Räte angeregt ihre Sichtweisen aus. Diese beinhalteten eine Spannbreite von "wir müssen das Thema sofort anpacken" bis hin zu "das bringt unseren Bürgern unmittelbar gar nichts, wir sollten kein Geld dafür ausgeben, wir müssen uns auf die Ortsumgehung konzentrieren." Mit überwiegender Mehrheit mit nur nur einer Gegenstimme plädierten die Räte schließlich dafür, alle erforderlichen Verfahrenswege zu beschreiten, um so schnell wie möglich einen Förderantrag für den Doppelhaushalt 2011/12 des Freistaates einreichen zu können.

tn/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

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