Mehrheiten und Begeisterung schaffen

Prien - Die "PrienPartner" wollen den Ort besser vermarkten. Die Arbeitsgruppe Ortsentwicklung will ihn zum Positiven verändern. Die Bürgerwerkstatt Verkehrsberuhigung möchte Blechlawinen bändigen und einiges mehr.

Hinter den Kulissen werden derzeit auf verschiedenen Ebenen und in völlig unterschiedlich besetzten Foren jede Menge Pläne geschmiedet und Ideen gesammelt. Alle Bereiche greifen mehr oder weniger stark ineinander. Und alle Pläne sollen auf eine möglichst breite gemeinsame Basis gestellt werden.

"Mehrheiten und Begeisterung schaffen" - Unter dieser Prämisse sieht Wirtschafts- und Tourismusreferent Klaus Löhmann alle momentanen Aktivitäten. Bei den "PrienPartnern" und der Arbeitsgruppe (AG) Ortsentwicklung ist er selbst aktiv dabei.

Wie und wann die Initiativen und ihre Vorschläge zusammengeführt und der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen, weiß aber auch er - noch - nicht genau.

Vor Kurzem ist eine weitere Ebene dazugekommen. Bis Mitte dieses Monats will und muss die Marktgemeinde einen Förderantrag für das neu aufgelegte Zuschussprogramm "aktive Stadt- und Ortsteilzentren" einreichen. Zugute kommt ihr, dass dafür laut Löhmann lediglich "Handlungsfelder" formuliert und noch keine konkreten Maßnahmen benannt werden müssen.

Sollte Prien bei der Verteilung der Fördermittel berücksichtigt werden, könnte dies auch dazu beitragen, Projekte anzugehen, die zwischenzeitlich auf anderen Ebenen Gestalt annehmen.

Am konkretesten scheint zurzeit - zumindest von außen betrachtet - das Projekt "PrienPartner" Konturen zu gewinnen. Bisher treffen sich Priener Tourismus GmbH (PTG), Verband Priener Unternehmer (VPU), Kur- und Tourismusverein (KTV), "Wirte Elf" und Bürgerrunde zwar regelmäßig, aber nur als lose Interessensgemeinschaft. Dafür werden sie professionell begleitet von Klaus Stieringer, dem Chef des preisgekrönten Bamberger Stadtmarketings.

"PrienPartner": Vereinsgründung naht

Bis zum Jahresende sollen die "PrienPartner" als eigener Verein gegründet und ein erster Maßnahmenkatalog für 2011 vorgelegt werden, kündigte Löhmann jetzt im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung an. Von dem Paket für das nächste Jahr dürfe man aber "keine Wunderdinge" erwarten, bremste er die Erwartungen. Denn das noch zarte Ortsmarketing-Pflänzchen wird finanziell keine Riesensprünge machen können. Der Fokus liege auf Veranstaltungen - sowohl auf der Fortsetzung bewährter Angebote auf breiterer Basis, als auch auf neuen Ideen.

Anders als bei den "PrienPartnern", deren Vereinssatzung zurzeit entsteht, stellt sich die Situation bei der AG Ortsentwicklung dar, die sich seit Sommer monatlich unter Leitung von Professor Wedig Pridik und assistiert vom örtlichen Architekten Remo Bernhard trifft. Pridik, Fachmann für Städte- und Landschaftsbau, hatte sich nach Pensionierung und Umzug nach Prien ehrenamtlich zur Verfügung gestellt.

In der AG sitzen die Fraktionssprecher der Parteien und Gruppierungen aus dem Marktgemeinderat. Sie sollen, in regelmäßiger Abstimmung mit ihren Fraktionen, zunächst einen möglichst breiten Konsens finden, erklärte Löhmann. Dieses kommunalpolitische Fundament soll dann der Öffentlichkeit vorgestellt und mit ihr diskutiert werden.

Die AG nimmt momentan vor allem Flächen unterschiedlichster Art unter die Lupe. Ihre Fragestellung lautet unter anderem: Wo ist noch Platz für Wohnbebauung und Gewerbeansiedlungen? Was geht, was geht nicht?

Gestaltungssatzung als Fernziel

Das Fernziel könnte Löhmann zufolge eine Gestaltungssatzung sein, deren Inhalte sich dann auch in der Weiterentwicklung des Flächennutzungsplans (FNP) widerspiegeln könnten. Im FNP sind Entwicklungsziele für genau definierte Areale als eine Art Leitschnur für politische Entscheidungen festgehalten.

Immer wieder stoße die AG Ortsentwicklung zwangsläufig bei ihrer Arbeit auf den Themenkomplex Verkehr - und damit auf die Schnittstelle zur Bürgerwerkstatt Verkehrsberuhigung, die unter anderem auch an Konzepten für Tempo-30-Zonen sowie dem Ausbau von Wegenetzen für Radler und Fußgänger arbeitet und sogar über mögliche "Shared Space"- (zu deutsch: geteilter Raum)-Bereiche nachdenkt. Damit die Konzepte nicht Gefahr laufen, in völlig unterschiedliche Richtungen oder mit konträren Schwerpunkten weiterentwickelt zu werden, wollen sich AG und Bürgerwerkstatt noch in diesem Monat Löhmannn zufolge zum zweiten Mal über den jeweiligen Status quo austauschen.

Damit alle Fäden der verschiedenen Initiativen einmal zusammengeführt werden, schwebt dem Wirtschafts- und Tourismusreferenten eine professionelle Koordinierungsstelle vor. Das ist aber Zukunftsmusik. Konkret lässt sich die Marktgemeinde allerdings schon bei der Ausarbeitung des Förderantrags für "aktive Ortsteilzentren" helfen, und zwar von der CIMA, einer Beratungs- und Managementfirma für Stadt- und Regionalentwicklung sowie für Marketing im öffentlichen Sektor.

Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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