Notlandung wegen Windmangels

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Inzell - Elf Ballonfahrer-Teams starteten letzte Woche von Inzell ausgehend durch den Chiemgau. Wegen der turbulenten Windsituation waren erfahrene Meterologen gefragt:

Dabei erlaubten die Windverhältnisse nur Fahrten bis etwa zweieinhalb Stunden. Wegen des anfänglich hochwinterlichen Wetters konnten die Piloten mit ihren bunten Heißluftballons in diesem Jahr nur an insgesamt drei Tagen starten. Wegen Windmangels musste sogar am Mittwoch einer der Ballone in der Nähe der Stoißeralm am Teisenberg notlanden. Die Insassen wurden mit dem Rettungshubschrauber geborgen. Allerdings dauerte es bis zum Freitag, bis der Korb und die Ballonhülle wieder ins Tal gebracht werden konnten. Zum Glück ging diese unfreiwillige Aktion für alle Beteiligten glimpflich aus, ohne Verletzte und ohne materiellen Schaden. Die holländischen Frohnaturen nahmen dies alles gelassen hin, genauso wie die Passagiere aus dem Ort, die meist das erste Mal auf diese Art und Weise mit den Piloten "in die Luft gingen".

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Viele, viele bunte Ballons

Viele der Teams um Eric Bosman kommen bereits seit mehr als 20 Jahren zur Ballonwoche nach Inzell. Jährlich gesellen sich aber auch immer wieder neue Piloten mit ihrem Fluggerät dazu, die meist durch Mundpropaganda von der bezaubernden Voralpenlandschaft und der bayerischen Gastfreundschaft erfahren haben. Eine besondere Herausforderung stellt sich den Luftfahrern Jahr für Jahr durch die klimatischen Besonderheiten und die teils turbulenten Windsituationen.

Aus diesem Grund gehören erfahrene Meterologen zum unverzichtbaren "Inventar" der Gruppe. Heuer waren dies Ab Maas und Jacob Kuiper, die an den Flugtagen alle Piloten, in einem ausführlichen "Morgenbreefing" im Haus des Gastes in der Ortsmitte von Inzell, über die jeweilige Wetterlage, die Thermik sowie Windrichtungen und -geschwindigkeiten aufgeklärt haben. Von der Kreuzfeldwiese am Badepark brachen die Mannschaften im Anschluss daran zu ihren Exkursionen auf.

Die Transportkörbe fassen normalerweise zwischen drei und zehn Personen. In den Alpen und speziell bei kalten Temperaturen sind es weniger, da noch zwei extra Gastanks, also insgesamt vier davon, mitgenommen werden, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Insgesamt hat jeder Ballon etwa 120 Liter flüssiges Progangas an Bord. Ideale Voraussetzungen für das Ballonfahren sind Kälte und klare Luft, die eine gute Bodensicht ermöglicht. Leider herrschten solche Verhältnisse nur am vergangenen Donnerstag. Nach Aussagen von Eric Bosman wurden von Inzell aus schon Strecken bis nach Slowenien und Italien zurückgelegt. Dabei kann in Höhen zwischen 2000 und 5000 Meter ohne weiteres eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde, je nach Windstärke, erreicht werden. Da sich der Ballon mit dem Wind bewegt, entfallen die Windgeräusche. Diese treten laut Bosman nur auf, wenn die Luftschichten gewechselt werden. Wohin und wie weit die Reise geht, bestimmen aber vor allem die herrschenden Luftströmungen. "Da ist alles möglich. Angefangen von einem kurzen Hüpfer bis zu hunderten Kilometern Fahrtstrecke ist alles drin."

wb/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © baregger

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