"Pöder", "Perkel" und "Pesterwelle"

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Die Theaterer spielten den Einakter "Die Meistersänger von Schwartling". Ihre Singstimme zum Besten gaben (von links) Thomas Bauer, Hannes Höglauer und Mani Kalweit.

Staudach-Egerndach - Spitzfindig analysierte Bruder Antonius die Bundes- und die Gemeindepolitik beim Starkbierfest der Heimatbühne im Gasthof "Mühlwinkl".

Gerade in der Bundespolitik, egal ob gelb, rot oder grün, könne im Grunde jeder jeden sofort ersetzen.

Zur Freude der vielen Gäste im ausverkauften Saal spielte die Heimatbühne zunächst den Einakter "Die Meistersänger von Schwartling". Die Akteure: Bastian Starflinger, Mani Kalweit, Andi Offermann, Thomas Bauer, Hannes Höglauer und Evi Bauer den lustigen Einakter. Der Inhalt: Die Meistersänger wollen unbedingt besser als ihre Konkurrenten sein und üben, was das Zeug hält. Die Taktstricknadel schwingend, versucht der Dirigent seine Sänger zur Höchstleistung anzutreiben, hat aber mit den Kommentaren seiner Frau und den verbalen Einwürfen seines vierten Sängers zu kämpfen, dem einfach der Grund seines Besuchs nicht einfallen möchte. Letztendlich stellen sich die mühsamen Proben als völlig unbegründet heraus, da der Bürgermeister ohnehin den Gesang wohl nicht hören kann.

Bruder Antonius, alias Anton Weiß, widmete sich zunächst den politischen "Vorbildern", die so flexibel seien. So könnte er sich den Verkehrsminister Peter Ramsauer, der es verstehe, gelbe Schilder aufzustellen, um die Richtung anzugeben, gut und gerne auch als Außenminister vorstellen, der den Taliban die Richtung weise. Bemerkenswert war für den Fastenprediger auch, dass aus so manchem Saulus plötzlich ein Paulus geworden sei - und er nannte in diesem Zusammenhang "Pöder", "Perkel" und "Pesterwelle".

Auch in Sachen Sport wusste der Fastenprediger einiges zu berichten. Abgesehen von den Tiefflügen des "FCB-oje" bedauerte er Skifahrer Felix Neureuther, dem der Schnee bei der Weltmeisterschaft in Garmisch wohl zu weiß und Mamas Jacke zu rot gewesen sei. Und den Biathlon würde Antonius ins Staudacher Moos holen, denn dann könnten die männlichen Sportler beim Gaukler und die weiblichen beim Ottn Franz untergebracht werden.

Über den Staudacher Gemeinderat könne er nur wenig sagen, die Achenbrücke sei fertig, der Maibaum stehe noch - und dem Weisser Klaus sein Auto fahre immer noch als Verkehrshindernis. Besagten Klaus sehe man in letzter Zeit immer häufig dort, wo ledige Sennerinnen zugange seien. Antonius riet dem Junggesellen, schnell zu sein, denn die "Sennerinnen-Saison" sei kurz.

Bei der Bürgerversammlung hätten Bürgermeister und Gemeinderäte ein großes Stühlerücken organisiert - und zwar damit der Besuch nach mehr aussehe und die Lücken geschlossen werden. Als Alternative empfahl Bruder Antonius dem Gemeindegremium als Versammlungsort die Pizzaria zu wählen, die sei nicht so groß.

Lobend erwähnte Antonius die Bemühungen des CSU-Ortsbandes, einen Christbaum zu gestalten, der durch Parteifreund Uli Huber und 50 zusätzlichen Daxen nebst zwei Kilo Spax ganz ansehnlich geworden sei. Glücklicherweise habe es aber an Weihnachten kein Gewitter gegegeben, sonst hätte womöglich bei so viel Eisen noch der Blitz in den Baum eingeschlagen.

tb/Chiemgau-Zeitung

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