Bescherung für Schleierfahnder

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Traunstein - Auch in diesem Jahr zogen die Beamten der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein nach Weihnachten eine kurze Zwischenbilanz.

Vom 24.12. bis einschließlich Sonntag, den 27.12.2009, wurden insgesamt zehn illegal eingereiste Migranten, vorwiegend aus Serbien, festgenommen und drei Straftaten mit gefälschten bzw. missbräuchlich benutzten Dokumenten, sowie jeweils drei Verkehrs- und Drogendelikte zur Anzeige gebracht.

Das überwiegend zum Eigenkonsum und daher in Kleinmengen geschmuggelte Marihuana und Amphetamin wurde konfisziert. Im Rahmen der Streifentätigkeit konnten zudem 18 Fahndungsersuche erledigt werden, darunter befanden sich auch einige seit Jahren per Haftbefehl gesuchte „Hochkaräter“.

Bereits am Heilig Abend gegen 2 Uhr schnappten für einen serbischen Touristen die Handschellen zu. Der 30-Jährige, der sich als Passagier in einem Fernreisebus auf der Fahrt nach Mannheim befand, hatte wegen eines Diebstahls mit Waffen noch eine Rechnung mit der Justiz in Waiblingen offen. Nach Anforderung der Haftunterlagen aus dem Jahre 2006 wurde er noch am selben Tag dem Haftrichter vorgeführt und anschließend in die nächste JVA eingeliefert.

Am Vormittag des 2. Weihnachtsfeiertags erwischten die Schleierfahnder einen 39-jährigen Österreicher, der ohne gültige Fahrerlaubnis auf der Autobahn in Richtung München unterwegs war. Der gelernte Schlosser, der nach eigenen Angaben noch nie eine amtliche Führerscheinprüfung abgelegt hatte, händigte bei der Verkehrskontrolle einen gefälschten ungarischen Führerschein aus. Für rund 1000 Euro hatte sich der Fahrer eines Wiener Pkw den „Lappen“ in Ungarn beschafft. Wegen Urkundenfälschung und des Verkehrsdeliktes droht dem Österreicher eine spürbare Strafe. Das ungarische Falsifikat wurde beschlagnahmt.

Nur wenige Stunden später zogen die Fahnder einen Mercedes CLK mit Wiener Zulassung an der Autobahnausfahrt Anger-Süd aus dem fließenden Verkehr. Dass die Beamten mal wieder den richtigen Riecher hatten, stellte sich bei der anschließenden Insassenkontrolle heraus. Offensichtlich hatte sich der Chauffeur, ein 30-jähriger in Wien lebender Serbe, für einen weihnachtlichen Verwandtenbesuch in Tirol, den Führerschein seines Bruders „geliehen“, da er selber nach einem Hafturlaub im Juni 2009 untergetaucht war und daher nicht erkannt werden wollte. Wegen Einbruchs- und Diebstahlsdelikten muss der Serbe noch eineinhalb Jahre in Österreich absitzen. Nach Abschluss des deutschen Strafverfahrens, hier droht ihm ebenfalls ein Gefängnisaufenthalt, wird der „Wiener“ nach Österreich zurückgeschoben und den dortigen Behörden übergeben.

Am selben Tag gegen 15 Uhr gelang den Schleierfahndern noch die Festnahme eines mit Haftbefehl gesuchten Brandstifters. Seit 1999 stand der 41-jährige Serbe, der sich unter die Fahrgäste eines serbischen Reisebusses gemischt hatte, ganz weit oben auf der deutschen Fahndungsliste. Der Ex-Jugoslawe und ein weiterer Mittäter werden beschuldigt, im Juni 1994 in eine Kölner „Kneipe“ eingestiegen zu sein und mehrere Spielautomaten geknackt zu haben. Nach dem das Einbrecherduo das Münzgeld eingesackt hatte, legten sie, vermutlich um ihre Spuren zu beseitigen, im Lokal Feuer. Wegen der noch nicht verjährten Brandstiftung, sowie der aktuellen illegalen Einreise trotz eines bestehenden Einreiseverbotes, muss sich der Kaufmann jetzt vor dem Richter verantworten.

Pressemeldung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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