Betrügerische Bettler aufgegriffen

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Truchtlaching- Am Dienstag wurden nach einem Hinweis aus der Bevölkerung zwei rumänische Staatsangehörige festgestellt, die von Haus zu Haus zogen und bettelten.

Bei der Durchsuchung der Frauen wurden eingeschweißte Vordrucke aufgefunden (sog. Bettelkarten), die auf eine angebliche Notlage nach Hochwasser hinweisen. Die Bettelkarten waren mit Fotos von Flutkatastrophen bebildert und forderten in deutscher Schrift zur Abgabe von Spenden auf. Zur Untermauerung der Echtheit waren die Karten noch mit einem Siegel der Kirche versehen, dieses entpuppte sich jedoch bei genauer Kontrolle als Fälschung. Ebenso falsch entpuppte sich auch die mitleidserregende Geschichte mit dem Hochwasser. Recherchen ergaben, dass das Gebiet in Rumänien, aus dem die Beschuldigten stammen, zu keiner Zeit von Hochwasser betroffen war.

Derzeit sind die rumänische Bettler, die aus den "unterschiedlichsten Beweggründen" um Geld betteln, verstärkt im südostbayerischen Raum unterwegs. Erfahrungen der Polizei aus den vergangenen Jahren zeigen, dass die Personen jedoch gezielt und quasi bandenmäßig agieren. Wie profihaft die Frauen und Männer - und nicht selten auch Kinder - vorgehen, zeigt die Tatsache, dass alle bisher angetroffenen Bettler bisher mit der gleichen Bettelkarte ausgestattet waren.

Die Männer und Frauen aus Osteuropa kommen zumeist aus einem regional begrenzten Raum in Rumänien und bereiten ihre Bettelaktionen fast generalstabsmäßig vor. So werden sie mit Fahrzeugen zu ihren "Einsatzorten" transportiert und haben regelmäßige Wechselzeiten. Das erbettelte Geld wird ebenfalls regelmäßig von Aufsehern eingesammelt und dann "verwertet".

Aus diesem Grund bittet die Polizei Trostberg aktuell darum, sich gut zu überlegen, ob vorschnell sein Geld einem dieser Bettler anvertraut. Es gibt zahlreiche gute Möglichkeiten, soziales Engagement zu zeigen. Zudem ist in vielen Kommunen das offene Betteln gesetzlich verboten. Die Polizei will auf keinen Fall bedürftigen Menschen ihre Möglichkeiten einschränken, jedoch ist die gezeigte Form der professionellen "Bettel-Abzocke" ethisch fragwürdig und in vielen Fällen ganz einfach auch verboten.

In den letzten Wochen wurden bei den Polizeidienststellen im Umkreis zahlreiche Fälle von teilweise verbotener Bettelei bekannt. Es wird in einigen dieser Fälle strafrechtlich wegen Verdachts auf Betrug und Urkundenfälschung ermittelt.

 Pressemeldung Polizeiinspektion Trostberg

Rubriklistenbild: © dpa

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