Gibt es nur noch berauschte Kids?

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Grassau/Achental - Erschreckendes Ergebnis: Intensive Kontrollen führte in den vergangenen Wochen die Grassauer Polizei durch - und erwischte dutzende Minderjährige beim Drogen- oder Alkoholkonsum.

Die Polizei Grassau führte in den vergangenen Wochen intensive Kontrollen für den Jugendschutz und zur Bekämpfung von Alkohol- und Drogenmissbrauch durch - mit großem Erfolg!

So wurde eine Vielzahl von Jugendlichen und Kinder auf verbotenen Zigaretten- und Alkoholkonsum überprüft. Insgesamt wurden 39 Kinder und Jugendliche wegen ihres Zigarettenkonsums beanstandet. Den neun 17-Jährigen, dreizehn 16-Jährigen, vier 15-Jährigen, neun 14-Jährigen und jeweils zwei 13- und 12-Jährigen wurden die Zigaretten abgenommen und nach Verständigung der Eltern an diese herausgegeben bzw. vernichtet. Ein 17-Jähriger wurde auf offener Straße mit einer Schnapsflasche angetroffen. Die Beamten stellten die Flasche sicher und schütteten nach Rücksprache mit den Eltern den Inhalt weg.

Bei der Kontrolle mehrerer Jugendlicher Raucher fiel den Grassauer Polizisten in Unterwössen ein 14-Jähriger auf, der einen Joint dabei hatte. Nach umfangreichen Ermittlungen durchsuchte die Grassauer Polizei noch am gleichen Abend die Wohnung eines 32-jährigen Dealers aus Unterwössen. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie dort zwei sog. Cannabisaufzuchtanlagen, im Haus eingebaut, vorfanden. Dort konnten u.a. weit über hundert Gramm Marihuana sowie eine Vielzahl von Cannabispflanzen sichergestellt werden, die wiederum mehrere hundert Gramm rauchbares Marihuana erbrachten. Der Mann wurde wegen des Verdachts eines Verbrechens nach dem Betäubungsmittelgesetz festgenommen und tags darauf dem Ermittlungsrichter in Traunstein vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Zudem wurden Ermittlungen nach einem weiteren Dealer im Landkreis Berchtesgadener Land eingeleitet. Beide Dealer müssen sich zusätzlich wegen des Besitzes eines Butterflymessers und den Verkauf eines Schlagringes wegen Verstößen nach dem Waffengesetz verantworten.

Im Zuge der Kontrollaktion wurden auch drei Fahrten unter Drogeneinfluss angezeigt. So verliefen die Drogentests bzw. Blutentnahmen bei einem 24-jährigen Marquartsteiner, einem 20-jährigen Traunsteiner und einer 30-jährigen Marquartsteinerin positiv. Sie müssen mit einem Entzug der Fahrerlaubnis bzw. einem Fahrverbot von ein bis drei Monaten rechnen.

Weiteren drei Autofahrern nahmen die Grassauer Polizisten nach Fahrten unter Alkoholeinfluss den Führerschein. Ein 66-jähriger Marquartsteiner hatte nahezu 3 Promille Alkohol im Blut, ein 26-jähriger Marquartsteiner nahezu 2 Promille. Ein 19-Jähriger aus München, der früher im Achental zur Schule ging, fuhr mit seinem Pkw gegen einen Bordstein und beschädigte sein Fahrzeug nicht unerheblich. Auch bei ihm stellten die Beamten eine Drogen- und Alkoholbeeinflussung von fast 1,5 Promille fest. Bei einem 62-jährigen Mann gelang es den Polizisten ihn vor Antritt der Fahrt unter Alkoholeinfluss am Wegfahren zu hindern.

Erwähnenswert ist außerdem die hervorragende Zusammenarbeit mit der Leitung einer Marquartsteiner Schule. Diese teilte der Polizei Grassau mit, dass ein 16-Jähriger und zwei 15-Jährige Marihuana konsumiert hätten. Gekauft hatten sie das Marihuana von einem 15-Jährigen aus Rimsting und einem 13-Jährigen aus Breitbrunn.

Zudem sei eine 14-Jährige mit dem Verdacht auf Drogenkonsum aufgefallen. Die anschließend durchgeführten Vernehmungen im Beisein der Eltern bestätigten den Verdacht der Schulleitung auf Marihuanakonsum der vier Schüler. Zudem stellte sich heraus, dass die 14-Jährige wohl zudem auffälligen Tablettenkonsum betreibt und mit ihrem 15-jährigen Freund neben Marihuana auch sog. Illegale Kräutermischungen konsumiert hat. Trotz des Fehlverhaltens der Schüler bemüht sich die Schulleitung in Absprache mit den Eltern intensiv, die Schüler wieder in die richtige Bahn zu lenken.

Eine weitere 15-Jährige aus Grassau suchte mit ihrer 19-jährigen Cousine einen 22-jährigen Freund in Grassau auf. In dessen Wohnung konsumierten die drei gemeinsam Joints mit illegalen Kräutermischungen. Den beiden Mädchen wurde übel und sie mussten sich mehrere Stunden übergeben und hatten zudem massive Kreislaufprobleme. Die Mutter der 15-jährigen brachte dies bei der Grassauer Polizei zur Anzeige. Eine vom Ermittlungsrichter angeordnete Wohnungsdurchsuchung beim 22-Jähirgen brachte unter anderem noch Reste der Kräutermischung zum Vorschein. Bei seiner Vernehmung wegen des Verdachts eines Verbrechens nach dem Betäubungsmittelgesetz zeigte sich der 22-Jährige reuig und war geständig. Bei einem weiteren bereits vorgeahndeten Drogenkonsumenten aus Grassau stellten die Polizisten wiederum eine vermeintlich verbotene Kräutermischung fest, die zur Begutachtung an das Landeskriminalamt geschickt wurde. Auch er muss wieder mit einer Ahndung wegen des Verstoßes nach dem Betäubungsmittelgesetz rechnen.

Mit dieser sehr aufwendigen und belastungsintensiven Kontrollaktion versuchte die Grassauer Polizei auf den sorglosen Umgang mit illegal Drogen, sowie Zigaretten- und Alkoholkonsum der Kinder und Jugendlichen hinzuweisen. Auch in Zukunft wird sich die Polizei Grassau massiv gegen den latenten Drogen- und Alkoholmissbrauch einsetzen und hofft dabei weiterhin auf die Unterstützung der Eltern, Schulen und anderen Behörden.

Pressemeldung Polizeiinspektion Grassau

Rubriklistenbild: © pa

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