Hochbetrieb bei den Schleierfahndern

Landkreis - Ob auf der Straße oder im Zug: die Schleierfahnder schlugen wieder zu. Gleich mehrere illegale Migranten aus aller Herren Länder gingen den Beamten ins Netz.

Ob im Fernreisebus, Auto oder auf der Schiene - der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Die Schienenfahnder der PI Fahndung Traunstein können für die gestrige Nachtschicht eine gute Bilanz vorweisen. In vier unterschiedlichen Zügen stellten sie sechs illegale Migrationen und einen Fall der Leistungserschleichung fest. Die vorgenannten Flüchtlinge stammten aus aller Herren Länder, von Syrien über den Iran, Libanon, Israel bis hin nach Afghanistan. Damit setzt sich der ansteigende Trend der Flüchtlingszahlen fort.

Auch auf der Straße tauchten erneut illegale Migranten auf. Im Rahmen von zwei Schleusungen und bei der Kontrolle eines Fernreisebusses stellten die Beamten der PI Fahndung insgesamt acht Flüchtlinge und zwei Schleuser fest.

Am frühen Nachmittag stoppte eine Streifenbesatzung der Autobahnpolizeistation Siegsdorf einen ungarischen Nissan Almera. Schnell stellten sie fest, dass die Besatzung des Wagens doch nicht so ganz in ihr Kontrollschema passt, außer dem Fahrer konnte sich nämlich keiner der vier Insassen ausweisen. Im Rahmen der freundschaftlichen und engen Zusammenarbeit übernahmen dann die Schleierfahnder die „Partie“, da es sich dabei um eine Schleusung handeln könnte, was sich dann auch bewahrheitete. Der 36-jährige Ungar sollte gegen einen „kleinen Obolus“ die drei syrischen Staatsangehörigen nach München bringen.

Einige Stunden später dann wiederholte sich die Szenerie dann ganz ähnlich, nur dass der zweite Schleuser nun direkt den Fahndern in die Fänge geriet. Ein 32-jähriger Ungar schleuste mit seinem Toyota Corolla weitere vier Syrier ins Bundesgebiet, welche keinerlei aufenthaltslegitimierende Dokumente vorweisen konnten. Der Fahrer gab auch zu, dass er die vier Flüchtlinge im Alter zwischen 25 und 46 Jahren, nach Dortmund bringen sollte. Beide Schleuser gingen nach Weisung der Staatsanwaltschaft in Haft. Die illegalen Migranten stellten Schutzersuchen und wurden zur Aufnahmeeinrichtung nach München weitergeleitet.

Zu guter Letzt stellten die Fahnder dann noch einen ausweislosen Syrier im Fernreisebus fest. Der 20-Jährige aus Damaskus war auf dem Weg nach München. Auch er entschloss sich nach der Festnahme dazu einen Asylantrag zu stellen und konnte damit nach erfolgter Sachbearbeitung seinen Weg fortsetzen um ebenfalls beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in München vorstellig zu werden.

Doch auch als EU-Bürger ist man vor der Fahndung nicht sicher, das mussten zwei Rumänen feststellen, welche über die A8 ins Bundesgebiet eingereist waren.

Kurz vor Mitternacht hatte eine Streifenbesatzung der Fahndung Traunstein einen mit drei Männern besetzten bulgarischen Fiat Punto an der Ausfahrt Piding-Nord von der Autobahn gelotst. Die Kontrolle stellte sich dabei schnell als voller Erfolg heraus, da bis auf einen Unbescholtenen, alle weiteren Insassen mit Festnahmeersuchen wegen Eigentumsdelikten auf der Fahndungsliste standen. Zusammen hatten die gesuchten 32- und 33-jährigen Rumänen Ende März geplant, unter Verwendung einer zur Umgehung von Diebstahlsicherungen präparierten Tasche, einen Drogeriemarkt in Mannheim „auszuräumen“. Bei dem Versuch hochwertige Parfümerieartikel einzusacken flogen sie jedoch auf.

Aufgrund der gemeinschaftlichen und professionellen Vorgehensweise wurde das Duo wegen eines besonders schweren Fall des Diebstahls angezeigt und rechtskräftig abgeurteilt. Jetzt waren sie allerdings nicht in der Lage die geforderte Geldstrafe von jeweils rund 3.500 Euro zu bezahlen und mussten daher die einzig verbliebene Alternative wählen: die Strafe abzusitzen. Gemeinsam waren sie Anfang des Jahres beim „Klauen“ erwischt worden, das mussten sie jetzt auch gemeinsam ausbaden und in die nächste Justizvollzugsanstalt einrücken.

Pressemitteilung der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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