Kinder geben viel Geld für paysafecards aus

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Traunstein - Die Jugend- und Präventionsbeamten warnen vor paysafecards. Diese werden oftmals verwendet um im Internet bei Spielen Zubehör zu kaufen, um höhere Levels zu erreichen.

Die Jugend- und Präventionsbeamten der Polizei weisen auf Grund eines Vorfalles mit sogenannten paysafecards auf die Problematik des Taschengeldparagraphen hin. Dies betrifft Eltern und Gewerbetreibende gleichermaßen.

Im Landkreis Traunstein hatten sich zwei Jungs (11 und 13 Jahre) an einer Tankstelle für 150 Euro paysafecards gekauft und sie im Internet für ein Spieleportal verwendet. Damit „kauft“ man dann „bessere Waffen“ oder sonstiges „Zubehör“. Sie wollten damit ihr Spielelevel um einiges erhöhen und somit in ihrer Klasse als coole Jungs dastehen. Die Eltern der beiden erfuhren eher zufällig von diesem Deal und waren über diese Art der Geldausgabe sehr erbost.

Wie die beiden Jungs gesprächsweise angaben, ist es in ihrer Schule gang und gäbe, dass Kinder viel Geld für so etwas ausgeben und mittlerweile ein regelrechter Profilierungskampf entbrannt, wer denn der beste Spieler sei. Wie erwähnt, mit Geld kann man (wie im richtigen Leben) auch in der Internetspielewelt einiges erreichen. Abgesehen von der erheblichen Suchtgefahr dieser Internetspiele sowie der Gefahr, dass Kinder und Jugendliche sogar Straftaten begehen, um sich das nötige Geld zu beschaffen, hat die Angelegenheit durchaus auch rechtliche Seiten.

So ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB §§ 110 u. 107) geregelt, dass Minderjährige ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters keine Kaufverträge abschließen können. Vor allem dann nicht, wenn die eingesetzten Summen das Taschengeld bei weitem übersteigen und zu vermuten ist, dass die Erziehungsberechtigten dem Vertrag nicht zustimmen. Es gab in dieser Richtung bereits mehrere Gerichtsentscheidungen, dass solche Käufe rückabgewickelt werden müssen.

Die Polizei bittet daher alle Gewerbetreibende, solche Geschäfte mit Kindern und Jugendlichen im eigenen Interesse, aber auch im Sinne des Jugendschutzes genau zu prüfen. Alle Eltern wollen wir auf die Problematik hinweisen, damit sie mit ihren Kindern darüber reden können.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Ruhpolding

Rubriklistenbild: © dpa

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