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Kontrolle der VPI Traunstein bei Bergen

Lkw ohne Zulassung, dafür mit erheblichen technischen Mängeln - Fahrer (42) per Haftbefehl gesucht

Bei einer Kontrolle eines Sattelzugs auf der A8 an der Rastanlage Hochfelln sind die Beamten der VPI Traunstein fündig geworden.

Pressemitteilung im Wortlaut:

A8 Bergen/ Rastanlage Hochfelln - Am Dienstagmittag, 28. Juni, kontrollierten Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein an der Rastanlage Hochfelln-Süd einen 42-jährigen osteuropäischen Berufskraftfahrer und seinen litauischen Sattelzug. Wie sich hierbei herausstellte, bestand gegen den Trucker ein Vollstreckungshaftbefehl einer bayerischen Staatsanwaltschaft. Der Fahrer konnte die Ausführung des Haftbefehls durch sofortige Zahlung der entsprechenden Geldstrafe im dreistelligen Euro-Bereich abwenden.

Zwischenzeitlich stellten die Polizisten fest, daß die Sattelzugmaschine, ein sieben Jahre alter Mercedes Actros, nicht zugelassen war. Aufgrund Überziehung der TÜV-Frist hatten die litauischen Behörden die Zulassung Anfang dieses Monats gesperrt. Im Rahmen der Durchsicht der übergebenen Papiere stellte sich des weiteren heraus, daß das Fahrzeug ebenfalls Anfang des Monats beim TÜV vorgestellt worden, aufgrund diverser erheblicher technischer Gebrechen jedoch durchgefallen war. Die Beamten überprüften daraufhin das Fahrzeug auf die im TÜV-Bericht gelisteten Mängel.

Hierbei zeigte sich, daß sich das Fahrzeug nach wie vor in nicht repariertem Zustand befand, die Mängel waren sicht- und hörbar nicht behoben worden. So pfiff bei Betätigung des Bremspedals nach wie vor die Luft laut aus dem defekten Bremszylinder an der Hinterachse, die Lenkung war nach wie vor ausgeschlagen, der Feststellbremshebel mangelhaft, die Abgasanlage undicht und ein Druckluftbehälter stark korrosionsgeschwächt. Der LKW-Lenker äußerte hierzu, die Spedition beabsichtigte, das Fahrzeug demnächst nach Litauen zu überführen und es dort zu reparieren.

Zu guter Letzt inspizierten die Polizisten noch die auf dem Auflieger mitgeführte Fracht, zehn Meter lange Vierkantstahlrohre, mit einer Gesamtmasse von ca. 25 Tonnen. Die Rohre waren in mehreren Lagen übereinander gestapelt, wobei auf das Einlegen rutschhemmender Matten zwischen den Lagen verzichtet worden war.

Da auch keine anderweitigen, sinnvollen Ladungssicherungstechniken eingesetzt wurden und die Stahlrohre überdies nicht formschlüssig, sondern mit einem Abstand von rund einem Meter zur Stirnwand des Aufliegers verladen waren, bestand für den LKW-Fahrer auf seiner Tour von Italien nach Estland die Gefahr, im Falle eines stärkeren Bremsmanövers respektive eines Auffahrunfalls von seiner Fracht verletzt oder gar erdrückt zu werden.

Als Ergebnis unterbanden die Polizisten die Weiterfahrt, sowohl für die Zugmaschine, wie auch für den Auflieger. Den Fahrzeuglenker erwartet eine Ordnungswidrigkeitenanzeige bei der Zentralen Bußgeldstelle (ZBS) in Viechtach. Zur Sicherstellung dieses Verfahrens leistete er bereits vor Ort eine Sicherheit im dreistelligen Euro-Bereich. Ferner muß er mit zwei Punkten in der Flensburger Verkehrssünderdatei rechnen.

Da der 42-jährige seine Zugmaschine absichtlich, auf Anweisung seines Arbeitgebers in Litauen, trotz der erheblichen technischen Mängel weiter im Straßenverkehr betrieben hat, wird die Verkehrspolizei Traunstein bei der ZBS außerdem die Einziehung des Wertes von Taterträgen (Vermögensabschöpfung) gegen das Unternehmen beantragen. In vorliegendem Falle könnte sich dieser Wert aufgrund des weiten Transportweges und der hohen Masse der Fracht auf bis zu 10.000 Euro belaufen.

Pressemitteilung Verkehrspolizeiinspektion Traunstein

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler / dpa

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