Verliebt, verlobt und abgezockt

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Marquartstein - Zuerst gestand der vermeintliche Amerikaner einer 49-Jährigen seine Liebe. Anschließend nahm er die Frau aus. Als er es dann aber ein zweites Mal probierte, wurde die Frau doch misstrauisch.

Eine 49-jährige Dame aus Marquartstein lernte via Internet einen Mann kennen, welcher ihr gegenüber binnen kurzer Zeit statthafte Versprechungen und Liebeserklärungen abgab. Der Mann gab sich als Amerikaner aus, welcher in Ghana beschäftigt sei; dort würde er ein monatliches Millionengehalt verdienen. Nachdem er ihr mehr oder weniger glaubhaft die Liebe gestanden und eine späteres Zusammenleben versprochen hatte, wolle er auch sein hohes Gehalt mit ihr teilen. Hierzu bat er sie jedoch zunächst, gewisse Auslagen seiner Arbeit vorerst auszulegen und ihm nach Ghana zu überweisen, bevor er den geliehenen Betrag mit seinem hohen Gehalt anschließend wieder zurückzahlt.

Die gutgläubige Dame überwies insgesamt 11 500 EUR an ein nur schwer nachvollziehbares Western-Union-Konto und stürzte sich aus Liebe sogar in eine Kreditschuld. Anschließend löschte der Mann seinen Account im Internet und jeglicher Kontakt brach ab. Vom Geld fehlt bisher jede Spur. Der Dreistigkeit nicht genug meldete sich ein paar Tage später ein angeblicher Bankmanager aus Ghana sowie ein dortiger „KriPo-Beamter“. Beide gaben an, dass man gewisse Betrügerbanden in Ghana festgenommen habe und nun den Geschädigten einen Ausgleich zahlen wolle. Für eine diesbezügliche Kontoeinrichtung für die jeweiligen Geschädigten wären jedoch gewisse Geldsummen zur Eröffnung nötig.

Dies kam der Geschädigten dann doch merkwürdig vor, weshalb sie die Polizei einschaltete. Die Kriminalpolizei Traunstein übernahm die weitere Sachbearbeitung. Dieses Phänomen ist im Bereich der organisierten Kriminalität bereits seit längerem bekannt. Man spricht hier von der sogenannten Nigeria-Connection, welche mit  „Vorschuss-Betrügereien“ horrende Geldsummen von viel zu gutgläubigen Personen erschwindeln. Die Polizei bittet um Vorsicht und rät, bei solchen Verdachtsfällen von jeglichen Geldzahlungen oder sonstigen Geschäften deutlichen Abstand zu nehmen.

Pressemeldung Polizeiinspektion Grassau

Rubriklistenbild: © pa

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