Jugendliche möglichst früh erreichen

Polizei besucht Johannes-Heidenhain-Gymnasium

Traunreut - Über Trunkenheits- und Schwarzfahrten, Rauschgifteinsätze, Schlägereien, Sachbeschädigungen und viele andere Vorfälle berichteten zwei Polizeibeamte vergangenen Donnerstag am Traunreuter Johannes-Heidenhain-Gymnasium.

In ihrem Vortrag gingen Johann Bohnert, Leiter der Polizeistation Traunreut und Michael Doppelberger, Jugendverkehrserzieher der Polizeiinspektion Trostberg in erster Linie auf die jugendtypischen Straftaten ein und wie man diesen am besten aus dem Weg geht. Im Zusammenhang mit dem nächtlichen Weggehen zeigten die Polizisten die Konsequenzen auf, wenn man sich einfach ein paar Jährchen älter macht. Dem einen oder anderen ist sicher schon die Idee gekommen, sich auf dem Ausweis etwas älter zu machen, um nachts unbegrenzt wegbleiben zu dürfen. Dass man damit eine Urkundenfälschung begeht und mit diesem Delikt vorbestraft ist, dürfte den wenigsten bewusst gewesen sein. In diesem Zusammenhang gab Polizeihauptkommissar Bohnert den Schülern den Ratschlag, sich nicht durch leichtsinnige strafbare Handlungen das Leben zu verbauen.

Eine Vorstrafe wird einem erfahrungsgemäß im späteren Leben immer im Wege stehen. Kein Arbeitgeber dürfte erfreut sein, wenn er erfährt, dass sein zukünftiger Mitarbeiter Vorstrafen hat und eine Bewerbung im öffentlichen Dienst ist in der Regel dann sowieso ausgeschlossen.

Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt

Auch die Schwarzfahrt von zwei 14- und 17-jährigen aus Waging vergangenes Wochenende sollte den Gymnasiasten ein mahnendes Beispiel sein, wie schnell man in die Mühlen der Justiz gelangt und welch ernsthafte Konsequenzen dies nach sich ziehen kann. Der 17-Jährige war am Sonntagabend mit seinem Auto von der Polizei erwischt worden, weil ihm das Benzin ausging. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass er keinen Führerschein hatte. Nach dem Vorfall rief er seinen 14-jährigen Freund an und dieser holte ihn mit dem Auto seiner Eltern ab. Aber auch er geriet wenig später in eine Polizeikontrolle und hatte natürlich auch keinen Führerschein. Neben den strafrechtlichen Sanktionen erfolgt in beiden Fällen eine Mitteilung an die Führerscheinstelle mit der Folge, dass geprüft wird, ob die beiden überhaupt geeignet sind, einen Führerschein zu machen.

Auch Reichsbürger sind Thema

Aktuell hat die Polizei verstärkt Einsätze mit sogenannten Reichsbürgern. Es handelt sich hierbei um Leute, die die Staatsform der Bundesrepublik nicht anerkennen und zum Beispiel an ihren Autos selbstgemachte Kennzeichen verwenden oder Phantasieausweise haben und auch Polizeibeamte als nicht existent ansehen. Leider haben viele dieser Reichsbürger Waffen, weswegen bei Polizeieinsätzen eine erhebliche Gefährdung besteht.

Alkohol und Straßenverkehr

Ein weiteres Thema war Alkohol und Rauchen. Die meisten der Zuhörer waren überrascht zu hören, dass in Traunreut auf öffentlichen Flächen ein Alkoholverbot besteht. Verstöße dagegen werden mit einer Verwarnung geahndet und der Alkohol wird sichergestellt. Für Minderjährige ist auch das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten und wenn die Eltern es dennoch ermöglichen, dann bekommen diese eine Anzeige.

In Zusammenhang mit dem Straßenverkehr setzten sich die Beamten besonders mit dem Thema Alkoholgenuss bei Minderjähren auseinander.So wird beispielsweise jeder unter 18 Jahren, der mit erheblicher Alkoholisierung in der Öffentlichkeit aufgegriffen wird, an die Führerscheinstelle gemeldet. Die Polizei geht davon aus, dass bei übermäßigen Alkoholgenuss die betreffenden Personen zur Teilnahme im Straßenverkehr mit einem Kraftfahrzeug einfach ungeeignet sind.

Auch mit dem sogenannten Koma-Saufen befassten sich die Polizisten. Nach ihren Worten muss ein kontrollierter mäßiger Alkoholgenuss kein Problem sein und wird in unserer Gesellschaft auch akzeptiert. Ganz anders sieht es allerdings aus, wenn sich junge Leute jedes Wochenende mit Schnaps bis zur Besinnungslosigkeit zuschütten. Die Polizei wirkt dem entgegen und kontrolliert vermehrt Veranstaltungen - besonders hinsichtlich der Alkoholherausgabe an Minderjährige. Leider sind junge Leute besonders häufig in Unfälle verwickelt. Die Gründe sind oft die gleichen:Alkohol, Raserei, Imponiergehabe und Übermut in Zusammenhang mit schlecht gewarteten, alten Autos. Anhand mehrerer Lichtbildtafeln zeigte Bohnert, welch schreckliche Folgen schwere Verkehrsunfälle nach sich ziehen können.

Besonders auffällig ist dabei, dass es meist die jungen Männer sind, die betrunken schwere Unfälle verursachen und die Freundin auf dem Beifahrersitz wird in vielen Fällen verletzt. Nicht ohne Grund wurde das absolute Alkoholverbot für Fahranfänger eingeführt. Natürlich ist es für ein junges Mädchen nicht ganz leicht, einem verantwortungslosen Fahrer dazu zu bringen, dass er sie aussteigen lässt. Eine einfache Methode, die immer funktioniert ist, wenn man vorgibt , dass einem schlecht sei.

Begleitetes Fahren

Altersbedingt ist ein Teil der Gymnasiasten dabei, ihren Führerschein bereits mit 17 Jahren zu machen, um dann ein Jahr mit einer Begleitperson Autofahren zu dürfen. Aus diesem Grund gab es auch Fragen rund um das Thema "Begleitetes Fahren". Polizeioberkommissar Doppelberger erläuterte in seinem umfangreichen Statement die rechtlichen Grundlagen für die Fahranfänger und konnte auch aus polizeilicher Erfahrung feststellen, dass sich Teilnehmer dieses Projekts wesentlich besser im Verkehr zurechtfinden und kaum in schwere Unfälle verwickelt sind.

Im weiteren Verlauf erzählte Bohnert von Neuerungen bei der Polizei. Bekanntermaßen wird demnächst die blaue Uniform eingeführt und aufgrund zunehmender Gefährdung im Polizeidienst wird die Schutzausstattung und Bewaffnung verbessert.

Abschließend versuchte er die Gymnasiasten für den Polizeiberuf zu begeistern: Man hat eine interessante, abwechslungsreiche Tätigkeit und der Beruf eröffnet ausgezeichnete Karriereaussichten für aufstrebende junge Leute. Insbesondere sprach er auch die Mädchen an - bei der Berufswahl - den Polizeiberuf nicht außer Acht zu lassen. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass sich die Schülerinnen und Schüler sehr interessiert an der Arbeit der Polizei zeigten. Viele Hinweise waren neu und machten deutlich, dass ein derartiger Unterricht durchaus sinnvoll sein kann.

Pressemeldung Polizeistation Traunreut

Rubriklistenbild: © Polizeistation Traunreut

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