Polizei ging in Traunreut in die Schule

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Traunreut - Ein Streifenwagen am Gymnasium? Zum Glück war nichts passiert. Und damit das auch so bleibt, übernahmen Polizisten für zwei Stunden den Unterricht.

Ein Streifenwagen auf dem Schulgelände, das hat unter Umständen nichts gutes zu bedeuten. Aber keine Angst, es war nichts passiert, als am vergangenen Freitag die Polizei das Traunreuter Gymnasium besuchte. Traunreuts Polizeichef Johann Bohnert und der Jugendverkehrserzieher der Polizeiinspektion Trostberg Michael Doppelberger gaben einen Einblick in den Polizeialltag und erzählten wie schnell man in eine Straftat rutscht und welche Konsequenzen das hat. Die Initiative für den alljährlichen Polizeibesuch geht schon seit einigen Jahren von Oberstudienrätin Birgit Israel aus. Die beiden Polizisten sind ja selber Familienväter und darum liegt ihnen die Prävention bei den Jugendlichen ganz besonders am Herzen.

Beispiel Ladendiebstahl:

Am Beispiel eines Ladendiebstahls zeigte Bohnert auf, welche Auswirkungen eine strafbare Handlung nach sich ziehen kann. So folgt nach der Anzeigeerstattung durch den Geschädigten immer eine polizeiliche Vernehmung. Bei wiederholten Eigentumsdelikten wird in vielen Fällen die Wohnung durchsucht, was für die Betroffenen meist sehr peinlich ist. Die Straftat wird schließlich ins polizeiliche Führungszeugnis aufgenommen. Die große Überraschung kommt dann, wenn man sich um eine Arbeitsstelle bemüht und aus unerfindlichen Gründen eine Absage bekommt. Speziell im öffentlichen Dienst braucht man sich mit einer Vorstrafe keine Hoffnung auf eine Einstellung zu machen,

In diesem Zusammenhang machte Bohnert darauf aufmerksam, dass bei der Aufklärung von Straftaten auch Kommissar Zufall eine große Rolle spielt: Manchmal brüsten sich die Straftäter mit ihren Taten bei den Freunden. Am einfachsten hat es die Polizei jedoch beim Ladendiebstahl: Hier werden die Täter quasi frei Haus durch das Verkaufspersonal, den Kaufhausdetektiv oder auch durch Überwachungsmaßnahmen geliefert.

Achtung bei sog. "Facebook-Parties"!

In letzter Zeit machen sogenannte „Facebook-Parties“, mit unkontrolliert vielen Gästen der Polizei Probleme. Die Schüler bekamen den Ratschlag, dass man sorgfältig darauf achten sollte, wie viele Menschen man über das Internet für eine private Geburtstagsfeier einlädt. Ein falsches Kreuzchen kann hier ganz fatale Folgen haben: Es gab in der Region bereits einige Parties, wo statt des erwarteten Freundeskreises plötzlich Hunderte von Gästen vor der Tür standen und die gesamte Nachbarschaft beunruhigte. Die Polizei wird bei derartigen Einsätzen immer prüfen, ob sie die Kosten des Einsatzes auf den Veranstalter abwälzen kann.

Kein Übermut und Alkohol im Straßenverkehr

Auf die Gefahren des Straßenverkehrs ging der Jugendverkehrserzieher Micheal Doppelberger ein. Denn junge Leute sind besonders häufig in Unfälle verwickelt. Gründe für die gefährliche Raserei sind Alkohol, Imponiergehabe und Übermut. In Zusammenhang mit alten, verkehrsunsicheren Autos kann dies zu verheerenden Unfällen führen . Doppelberger hatte einige Fotos von Unfällen mit besonders schlimmen Ausgang dabei. Auffällig ist dabei, dass es meist die jungen Männer sind, die oftmals betrunken Unfälle verursachen. Nicht ohne Grund wurde das absolute Alkoholverbot für Fahranfänger eingeführt. Gerade den jungen Mädchen wurde im Verlauf der Schulstunde geraten, nie bei einem angetrunkenen oder verantwortungslosen Fahrer einzusteigen. Es ist natürlich nicht ganz einfach einen Raser dazu zu bringen, dass er langsam fährt. Notfalls sollte man in so einem Fall lieber wieder aussteigen. Und wenn ein Autofahrer absolut nicht anhalten will, dann darf man ruhig mal zu einer Notlüge greifen und sagen, dass einem schlecht ist und man sich übergeben muss.

Begleitetes Autofahren - Alkoholverbot - verbotenen Waffen: Das Interesse der Schüler war groß

Ein besonders interessantes Thema war für die Schüler das „begleitete Fahren.“, zumal einige der Schüler bereits dabei waren ihren Führerschein mit 17 Jahren zu machen, um dann ein Jahr mit einer Begleitperson Autofahren zu dürfen. Für die Polizei ist das sehr erfreulich, weil sich Teilnehmer dieses Projekts wesentlich besser im Verkehr zurecht finden und kaum in schwere Unfälle verwickelt sind.

Die meisten Zuhörer waren überrascht, als sie hörten, dass in Traunreut auf öffentlichen Flächen ein Alkoholverbot besteht. Verstöße dagegen werden mit einer Verwarnung geahndet und der mitgeführte Alkohol wird vernichtet. Aber auch auf die Raucher hat die Polizei ein Auge. Für Minderjährige ist das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten und wenn Eltern ihren Kindern ermöglichen zu rauchen, werden die Eltern angezeigt und müssen mit einer Geldbuße rechnen.

Zum Abschluss zeigten die Beamten den Schülern eine Auswahl an verbotenen Waffen, die bei verschiedenen Straftaten sichergestellt wurden. Die Zuhörer waren sehr überrascht was mancher zur angeblichen Selbstverteidigung mitführte: Lange Messer, Schreckschusspistolen, Würgehölzer und Wurfsterne, aber auch Präzisionsschleudern und scharfe Pistolen waren darunter.

Die Beamten zeigten sich am Schluss sehr erfreut, dass sich die Schülerinnen und Schüler so außerordentlich interessiert an dem Vortrag zeigten, noch dazu wo es sich um die letzten beiden Stunden vor den Ferien handelte.

Pressemeldung Polizeistation Traunreut

Zurück zur Übersicht: Polizei

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser