Polizei klärt Gymnasiasten auf

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Traunreut - Schneller als man denkt, kann man als Jugendlicher mit dem Gesetz in Konflikt kommen und sich damit seine berufliche Zukunft verbauen.

Zu dieser Problematik haben der Traunreuter Polizeichef Johann Bohnert und der Jugendverkehrserzieher der Trostberger Polizei, Michael Doppelberger, am 15. Juni bei den 7. Klassen des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums einen Vortrag gehalten. Für diese Veranstaltung wurden ganz bewusst die 7. Klassen ausgesucht, weil sich diese in der Regel mit 14 Jahren in einer Altersgruppe befinden, die an der Schwelle zur Strafmündigkeit steht.

Einleitend hatten die Beamten über Straftaten und Vorfälle berichtet, die in Schulen bereits vorgekommen waren. So wurde den Zuhörern von Körperverletzungen und Diebstählen berichtet, aber auch Rauschgiftdelikte sind schon bekannt geworden.

„Wieso verüben Jugendliche eigentlich Straftaten?“, fragten die Polizeibeamten die interessierten Schüler. Zur Antwort bekamen sie unter anderem, dass Heranwachsende Grenzen austesten wollen, oft dem Gruppenzwang unterliegen und auch der Reiz des Verbotenen manchmal eine Rolle spielt. Geklärt wurde im weiteren Verlauf des Gesprächs auch, wo es in Traunreut besondere Kriminalitätsschwerpunkte gibt, die für junge Leute unter Umständen gefährlich werden können. Dazu gehören in erster Linie Plätze wo sich das Nachtleben abspielt, beispielsweise Diskotheken. Die meisten fanden es in diesem Zusammenhang gar nicht so schlimm, wenn man sich z. B. im Ausweis etwas älter macht, um länger wegzubleiben. Aber auch das ist eine Straftat, nämlich eine Urkundenfälschung für die sogar eine Freiheitsstrafe vorgesehen ist.

Die Polizei macht in den Diskotheken regelmäßig Kontrollen und es ist erstaunlich, was die Gäste unter Umständen dabei haben. Den Schülern zeigten die Beamten ein Arsenal an gefährlichen Gegenständen, wie Messer und andere Waffen, die bei Kontrollen sichergestellt wurden.

Besonders überrascht zeigten sich die Gymnasiasten, als sie hörten, dass in Traunreut Alkoholtrinken in der Öffentlichkeit verboten ist. Dazu gibt es eine Stadtsatzung und wenn die Polizei jemand beim Trinken erwischt, wird er angezeigt. Sehr ausführlich gingen die Beamten auf das eigentliche Kernthema ein: Die Konsequenzen von Straftaten. Anhand eines Ladendiebstahls wurde aufgezeigt, welche ungeahnten Folgen eine Straftat haben kann. So folgt nach der Anzeigeerstattung des Geschädigten in aller Regel die polizeiliche Vernehmung. Bei wiederholten Eigentumsdelikten wird in vielen Fällen die Wohnung durchsucht, was oft auch in der Nachbarschaft nicht unbemerkt bleibt und für die meisten Betroffenen sehr peinlich ist.

Die Straftat findet schließlich Eingang in das polizeiliche Führungszeugnis. Das kann dann mitunter Probleme bei der Arbeitsfindung machen . Speziell im öffentlichen Dienst braucht man sich mit einer derartigen Hypothek keine Hoffnung auf eine Einstellung machen. Auch bei einer Kreditvergabe werden Vorbestrafte von den Banken benachteiligt. Auf einen Verurteilten könnten Kosten in ungeahnter Höhe zukommen: Prozess und Rechtsanwaltskosten, Schmerzensgeld und Schadensersatzforderungen. Schnell sind da 10 000 Euro und mehr beisammen. Noch viel weitreichender sind die Folgen bei Drogenkonsumenten. Zu den strafrechtlichen Dingen gesellen sich durch die ständige Giftzufuhr nach einiger Zeit gesundheitliche Probleme. So werden Drogenabhängige in der Regel sehr vergesslich und das Abitur wird dann eine unüberwindbare Hürde. In vielen Fällen wird Drogenabhängigen auch der Führerschein verwehrt. Und die Beamten konnten sogar Beispiele aufzeigen, wo jungen Menschen von der Führerscheinbehörde verboten wurde, mit einem Fahrrad zu fahren.

Gerade der Führerschein ist den meisten jungen Leute sehr wichtig und es tut besonders weh, wenn man diesen nicht machen darf. Dabei kann schon ein Unfall mit einem auffrisiertem Mofa dazu führen, dass man eine Sperre für den Autoführerschein bekommt.

Pressebericht Polizeistation Traunreut

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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