Im Zug in Richtung München

Skurrile und herzerwärmende Einsätze für Traunsteiner Polizei

Traunstein - Die Schienenfahnder der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein kontrollierten am Wochenende zahlreiche Züge, die in Richtung München unterwegs waren. Sie erlebten sowohl skurrile als auch herzerwärmende Geschichten. 

Am Freitagvormittag kontrollierten die Beamten einen deutschen Staatsangehörigen, der seit 2007 in Österreich arbeitstätig ist. Eine Abfrage im Fahndungscomputer ergab,dass gegen den Hotelangestellten seit Anfang Januar diesen Jahres ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wegen Diebstahls besteht, da er zu einer Geldstrafe von 2.000 Euro verurteilt worden ist und diese nicht bezahlt hat. 

Auch bei seiner Festnahme war ihm dies nicht möglich. Aus diesem Grund wurde der 29-jährige in die nächste Justizvollzugsanstalt eingeliefert und muss dort die nächsten 200 Tage bleiben, sofern es ihm nicht doch noch gelingt, die Geldstrafe zu bezahlen.

Äthiopier versteckt sich auf Toilette

Am Freitagnachmittag wurde von den Fahndern ein Eurocity ebenfalls in Richtung München kontrolliert. Dabei wurde ein unzureichend ausgewiesener und mittelloser Äthiopier aufgegriffen, der sich in einer Zugtoilette versteckt hatte und so versuchte illegal nach Deutschland einzureisen. 

Beim Abgleich seiner Personalien wurde zusätzlich noch festgestellt, dass gegen den 26-jährigenein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen Körperverletzung besteht, wonach er zu 400 Euro oder ersatzweise 40 Tage Haft verurteilt worden ist. Die weitere Sachbearbeitung in diesem Fall übernahm die Bundespolizei Freilassing.

Polizei dein "Freund und Helfer"

Am Samstagvormittag wurde ebenfalls in einem Railjet Richtung München ein deutscher Staatsangehöriger festgestellt, der einen hilflosen Eindruck auf die Streife machte. Er war zudem ausweis- und mittellos und hatte keine Fahrkarte

Ermittlungen ergaben, dass der Mann sich am Donnerstag aus einer hessischen Betreuungseinrichtung für Menschen mit intellektueller Behinderung unerlaubt entfernt hatte und nach Österreich gefahren ist. Nachdem seine Mutter erreicht werden konnte, bat diese darum ihrem Sohn weiterzuhelfen.

Die Streife versorgte den 49-jährigen zunächst mit Essen, brachte ihn zum richtigen Zug und konnte nach Rücksprache mit dem Zugpersonal die Rückfahrt zu seinem Wohnort organisieren. Am Spätnachmittag kam der Mann wieder wohlbehalten bei seiner Mutter an

Aus Dankbarkeit für die gute Betreuung und Hilfe hat der immer freundlich wirkende Mann, die Beamten zu seinem 50. Geburtstag eingeladen, den er dieses Jahr feiert. Das wurde allerdings abgelehnt, da die Polizei gerade in solch einem Fall gerne „Freund und Helfer“ ist.

Pressemeldung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / Patrick Seege (Symbolbild)

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