Schleusungen: Hintermann verurteilt

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14 Personen wurden in einem Kleintransporter nach Deutschland geschleust. Die Bundespolizei in Rosenheim und Hamburg hat Licht in das Dunkel der Schleuserorganisation gebracht. Am Landgericht Traunstein kassierte einer der Hintermänner nun eine dreieinhalbjährige Freiheitsstrafe.

Traunstein - 14 syrische Staatsangehörige wurden von Schleppern nach Deutschland gebracht. Ein Hintermann wurde jetzt zu mehreren Jahren Haft verurteilt.

Das Landgericht Traunstein hat in dieser Woche einen Mann aus dem Landkreis Uelzen (Niedersachsen) zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Es handelte sich um den Hintermann mehrerer Schleusungsfälle. Auf die Schliche ist ihm die Bundespolizei gekommen, die gegen ihn und andere Angehörige einer Schleusungsorganisation ermittelt hat. Ausgangspunkt war die Festnahme eines Syrers im August 2011 durch Rosenheimer Bundespolizisten auf der Inntalautobahn bei Oberaudorf. Der Schlepper mit deutschen Aufenthaltspapieren beförderte in einem Kleintransporter 14 syrische Staatsangehörige über die deutsch-österreichische Grenze.

Unter den unerlaubt Eingereisten befanden sich auch vier Kinder. Zwei junge Männer mussten aus Platzmangel sogar im Kofferraum kauern. Diese Begleitumstände verdeutlichten, dass eine Gefährdung der geschleusten Ausländer billigend in Kauf genommen wurde. Unter Berücksichtigung der mehrmonatigen Untersuchungshaft in einem Münchner Gefängnis erhielt der Fahrer eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten, ausgesetzt auf eine dreijährige Bewährungsdauer. Außerdem wurden 6.000 Euro, die er mitgeführt hatte, auf richterliche Anordnung hin eingezogen. Das Geld ist karitativen Zwecken zugeführt worden.

Für die Bundespolizei war der Fall damit aber noch nicht abgeschlossen. Die Ermittler gingen von Anfang an davon aus, dass die Schleusung von Hintermännern geplant und organisiert worden sein musste. Tatsächlich fanden sie hierfür konkrete Anhaltspunkte, die ihre Aufmerksamkeit auch in Richtung Niedersachsen lenkte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht Traunstein mehrere Wohnungsdurchsuchungen an. Betroffen war unter anderem eine Wohnung im Kreis Uelzen in der Personen mit syrischen Wurzeln lebten. Dort konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden, wie etwa Mobiltelefone, elektronische Datenträger oder Kontoauszüge. Die für Kriminalitätsbekämpfung zuständigen Hamburger Beamten der Bundespolizeidirektion Hannover werteten die Beweismittel aus und fügten die gewonnenen Daten zu einem Gesamtbild der Schleuserorganisation zusammen.

In den Fokus von Bundespolizei und Staatsanwaltschaft gerieten zwei Syrer im Alter von 31 und 38 Jahren. Zur Tatbegehung nutzten die Beschuldigten familiäre Verbindungen in die Heimat, um dort interessierte Landsleute für die illegale Reise in die Bundesrepublik Deutschland oder in andere europäische Länder anzuwerben. Pro Person wurde für diese Art krimineller „Dienstleistung“ ein Preis von mehreren tausend Euro verlangt. Einer der beiden Angeklagten, die nun am Landgericht Traunstein zu erscheinen hatten, kam mit einer Geldstrafe in Höhe von 150 Tagessätzen zu je 40 Euro wegen Beihilfe zum Versuch der Einschleusung vergleichsweise glimpflich davon. Dagegen erhielt der eigentliche Drahtzieher eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Angesichts der erdrückenden Beweislast blieb dem 31-Jährigen nichts anderes übrig, als seine Tathandlungen einzugestehen. Das Landgericht verurteilte ihn wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern zu dreieinhalb Jahren Gefängnis

Pressemitteilung Bundespolizei

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