Mindestens 20 bezahlte Schleusungsfahrten

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Den beiden Angeklagten konnte nachgewiesen werden, für die banden- und gewerbsmäßige Einschleusung einer Vielzahl von afghanischen Staatsangehörigen, darunter auch Jugendliche und Kinder, verantwortlich zu sein. Für ihre Schleusungsaktionen benutzten sie sogar den Kofferraum ihres jeweiligen Autos.

Traunstein - Zwei Schleuser wurden vom Landgericht Traunstein zu Haftstrafen verurteilt. Die Festnahme erfolgte bereits im vergangenen Jahr auf frischer Tat.

Das Landgericht Traunstein hat am Montag, 7. Mai, zwei Schleuser zu hohen Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt. Ein Afghane muss für drei, ein Norweger, afghanischer Herkunft, für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Außerdem wurden ihnen die Führerscheine entzogen. Gegen die beiden hatte die Rosenheimer Bundespolizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Traunstein rund fünf Monate lang ermittelt. Mit Erfolg: den Männern konnten zusammen über zwanzig bezahlte Schleusungsfahrten nachgewiesen werden.

Ermittlungen der Rosenheimer Bundespolizei

Die umfangreichen Ermittlungen der Bundespolizei erstreckten sich unter anderem auf Kontodaten, Mietverträge und Belege unterschiedlicher Art. Wie sich herausstellte, kassierte der 26- wie auch der 27-Jährige für jede einzelne Fahrt von Italien in Richtung Skandinavien rund 1.700 Euro. Dabei gingen sie mit den Personen, die sie illegal über die Grenzen transportierten, alles andere als zimperlich um. Wer auf den Sitzen ihrer Kombis keinen Platz mehr fand, musste sich für Stunden in den Kofferraum sperren lassen. Nach Erkenntnissen der Bundespolizei gehörte das Duo zu einer Schleuserbande, die für fünf- bis achttausend Euro pro Person illegale Transporte von Afghanistan bis nach Norwegen organisierte. Unter den Geschleusten befanden sich auch zahlreiche Kinder, deren Eltern oder Verwandte den Schleuserlohn gezahlt hatten.

Ausgangspunkt der Ermittlungen waren die Festnahmen der inzwischen Verurteilten im November des vergangenen Jahres. Schleierfahnder stoppten die beiden auf der A 8 bei Raubling beziehungsweise Irschenberg. In ihren beiden Autos waren insgesamt 13 geschleuste afghanische Staatsangehörige. Fünf von ihnen fanden die Beamten in den hinteren Laderäumen. Bis auf einen 28-Jährigen waren alle noch minderjährig. Das jüngste Kind war gerade einmal elf Jahre alt.

Europäische Zusammenarbeit führte zum Erfolg

Ausschlaggebend für den Fahndungserfolg waren erste Hinweise der Polizei in Norwegen, denen das Gemeinsame Zentrum der deutsch-dänischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Padborg (Dänemark) weiter nachging. Die eingeschaltete Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) leitete daraufhin die Fahndungsmaßnahmen ein, die zum Aufgriff der beiden Fahrer im deutsch-österreichischen Grenzraum führten. In enger Zusammenarbeit mit den norwegischen Strafverfolgungsbehörden konnten die Ermittler der Bundespolizeiinspektion Rosenheim umfangreiches Beweismaterial zu den Schleusungsaktivitäten der beiden verhafteten Männer sammeln.

Das Landgericht Traunstein sah es schließlich als erwiesen an, dass die Angeklagten zusammen in über zwanzig Fällen eine Vielzahl von Ausländern eingeschleust hatten. Für ihre banden- und gewerbsmäßige Schleuserei mussten sie nun jeweils mehrjährige Haftstrafen entgegennehmen. Im Anschluss an die Haft werden sie auf fremde Beförderungsleistungen angewiesen sein, denn das Gericht entzog ihnen auch noch ihre Führerscheine.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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