Flüchtlinge: Fahnder brauchten Unterstützung

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Piding - Die Polizei ist momentan vermehrt mit Aufgriffen von illegal einreisenden Personen beschäftigt. Daher wurde sie nun durch Bereitschaftspolizisten unterstützt.

Die Aufgriffe von illegal eingereisten Personen im Bereich der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein, mit Dienstsitz in Piding/Urwies, sind seit Herbst 2014 enorm angestiegen. Wurden in den Sommermonaten des Jahres 2014 noch etwa 90 bis 140 Personen monatlich aufgegriffen, so vervierfachten sich die Zahlen in den Herbst- und Wintermonaten. Der Großteil der Personen stammt hierbei aus dem Gebiet des Kosovo.

Vergangenes Wochenende hat die „Schleierfahndung“ deshalb Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei erhalten. Die Flüchtlingswelle hat in den vergangenen Monaten auch den Bereich der „Schleierfahnder“ in Piding/Urwies erreicht. Die Polizeiinspektion Fahndung ist in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein für die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität zuständig. Mit einer Fahndungsstation in Burghausen betreut sie zudem die Landkreise Burghausen, Altötting und Mühldorf. Der Schwerpunkt der Fahnder liegt auf der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität, der internationalen Kfz-Verschiebung und der Urkundenfälschung. Mit einer Fahndungsgruppe Schiene fahnden die Beamten auch auf der Bahnlinie zwischen Salzburg und München.

Durch die aktuelle Flüchtlingssituation sind die Fahndungskräfte aber vielfach mit Aufgriffen nach unerlaubter Einreise gebunden. Bewegten sich die Aufgriffe in den vergangenen Sommermonaten noch im Bereich von 90 bis 140 Personen monatlich, so stiegen die Zahlen in den Herbst- und Wintermonaten enorm an. Im November erreichten sie den bisherigen Spitzenwert von knapp 650 Personen. Dieser Trend setzte sich in den Monaten Januar und Februar fort. Der Großteil der Feststellungen erfolgt derzeit auf der Bahnlinie Salzburg - München. Hier kam es mehrfach zu Großaufgriffen bis zu 40 Personen. Aber auch im Bereich der Straßenfahndung werden täglich bis zu sechs Schleusungen festgestellt, was nicht nur die Fahndungskräfte in Urwies stark fordert, sondert zudem eine enorme Arbeitsbelastung für die Ermittler der Kriminalpolizei Traunstein darstellt.

Sämtliche Aufgriffe der Straßenfahndung werden bislang durch die Bayerische Landespolizei bearbeitet. Die Mehrheit der Flüchtlinge stammt hierbei aus dem Kosovo, gefolgt von afghanischen, syrischen und irakischen Staatsangehörigen. Unter Ihnen auch viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die von den Jugendämtern der Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim in Obhut genommen werden.

Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung wurden die Schleierfahnder am vergangenen Wochenende durch Kräfte der Bereitschaftspolizei aus München und Dachau unterstützt. An insgesamt drei Tagen verstärkten die Zusatzkräfte die Fahndung auf der Schiene und auf den Straßen im Bereich der Bahnlinie Salzburg – München, der Autobahn A 8 und der Bundesstraßen in Freilassing und Bad Reichenhall. Insgesamt konnten 77 irregulär eingereiste Personen und 7 Schleuser festgestellt werden. Nach Stellung von Asylanträgen wurden die Personen an die Erstaufnahmeeinrichtung in München weitergeleitet.

Zusätzlich wurden fünf Festnahmeausschreibungen aus dem Fahndungsbestand, ein Fahren ohne Fahrerlaubnis, eine Urkundenfälschung und ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetzt festgestellt. Insgesamt kann aus Sicht der Polizeiinspektion Fahndung ein positives Fazit gezogen werden. Die Massenaufgriffe der letzten Wochen und Monate, mit 40 Personen und mehr, blieben zwar aus. Insgesamt kann man jedoch gerade im Hinblick auf die Bandbreite der festgestellten Delikte überaus zufrieden sein.

Pressemeldung Polizei Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Polizei

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser