Zwei Fahrerkarten sind eine zu viel

Übermüdeten Lkw-Fahrer bei Traunstein gestoppt

Traunstein - Ein türkischer Lkw-Fahrer hatte versucht die Lenkzeitbegrenzung zu umgehen, wurde aber von der Polizei erwischt. Der völlig übermüdete Mann schlief noch im Streifenwagen, auf dem Weg zur Polizeiwache, ein.

Im Rahmen einer Schwerverkehrskontrolle durch die Verkehrspolizei Traunstein am Dienstagmittag auf der Bundesstraße B20 in Laufen fiel einem Beamten auf, dass der Fahrer eines angehaltenen slowakischen Sattelzugs die Fahrerkarte aus dem EG-Kontrollgerät herausnahm und in der Schlafkabine seines DAFs verschwinden lassen wollte.

Nach Aufforderung durch den Polizisten rückte der türkische Staatsbürger schließlich neben seiner eigenen auch diese zweite Fahrerkarte heraus. 

Wie die anschließenden Ermittlungen ergaben, nutzte der Fahrer beide Karten - seine eigene als auch die einer zweiten Person - um die für Zweimannbetrieb zulässigen Lenkzeiten ausnutzen zu können.

Ferner ergaben die Auswertungen, dass der Beschuldigte mit seinem Vierzigtonner seit vergangenem Sonntagabend unterwegs war, ohne eine Tagesruhezeit einzulegen. 

Nickerchen im Streifenwagen

Der Sattelzug wurde an Ort und Stelle abgestellt, der 41-Jährige zur Polizeidienststelle nach Siegsdorf gebracht. Bereits auf der kurzen Fahrt dorthin schlief der sichtlich erschöpfte Türke auf der Rücksitzbank des Funkstreifenwagens ein.

Den Fahrer erwartet nun ein Strafverfahren wegen Fälschung beweiserheblicher Daten und wegen Missbrauchs von Ausweispapieren. Inwieweit strafrechtlich gegen seinen Arbeitgeber vorgegangen werden kann, müssen die weiteren Ermittlungen der Verkehrspolizei erst noch ergeben.

Aufgrund der haarsträubenden Lenkzeitüberschreitungen kann sich die Spedition indes in jedem Falle auf ein Bußgeld im fünfstelligen Bereich einstellen.

Pressemitteilung der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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