CSU Ainring diskutierte über Waffenrecht

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CSU-Ortsvorsitzender Sven Kluba (links) will sich im Gemeinderat beim Umbau des Ulrichshögler Schützenhauses unterstützend einsetzen.Wohlwollend nahm dies Schützenmeister Karl Jesse (rechts) zu Kenntnis.

Ulrichshögel - Der monatliche CSU-Stammtisch "60 Minuten Politik" war bei der Schützengesellschaft Ulrichshögl zu Gast. Diskutiert wurde dort über das Waffenrecht.

Der monatliche CSU-Stammtisch "60 Minuten Politik" war dieses Mal zu Gast bei der Schützengesellschaft Ulrichshögl und beschäftigte sich mit aktuellen Fragen zum Umgang mit Sportwaffen. Schützenmeister Karl Jesse konnte Bürgermeister Hans Eschlberger, den CSU-Ortsvorsitzenden Sven Kluba, viele Gemeinderäte und weitere interessierte CSU-Mitglieder und parteiunabhängige Gemeindebürger in seinem Schützenhaus begrüßen.

Das Schützheim oberhalb der Ainringer Kirche wurde vor 30 Jahren in Eigenleistung der Vereinsmitglieder gebaut und ist eines der am besten ausgestatteten Schießanlagen im Rupertiwinkel. Nicht umsonst werden alle Gaukönige in der Sportpistole jedes Jahr bei der SGU ausgeschossen. Vier Mannschaften nehmen derzeit an regelmäßigen Wettbewerben teil. Die Luftpistolenmannschaft war 15 Jahre in der Bundesliga präsent. Derzeit schießt sie in der Oberbayernliga und drei Mannschaften schießen in der Gauklasse mit dem Luftgewehr. Alle diese Waffen funktionieren mit Pressluft, also ohne scharfer Munition, sondern mit den sogenannten Diabolos. Selbstverständlich sind im Verein aber auch Kleinkaliber-Sportwaffen im Gebrauch.

Illegaler Waffenbesitz besorgniserregend

Die Aufbewahrung von Waffen und Munition im Vereinsheim und zuhause war eines der großen Themen des Stammtisches. Registrierte Sportwaffenbesitzer müssen den Behörden einerseits den Kaufbeleg für einen genormten Waffentresor und ein Foto des eingebauten Tresors schicken und andererseits diesen auch bei Kontrollen herzeigen. Der pensionierte Polizist Wolfgang Schuh erläuterte diesen Punkt ausführlich und wies auch auf die problematischen Details in der täglichen Umsetzung hin. Waffen und Munition müssen getrennt weggesperrt werden. Zugang darf nur der registrierte Waffenbesitzer haben. Die Waffenbesitzkarte erhält man nur unter Einhaltung zahlreicher Formalitäten, Untersuchungen und Prüfungen. Hunderte Beamten sind in Deutschland damit beschäftigt. Gleichzeitig stehen den cirka acht Millionen registrierten Waffen aber zwischen 22 und 26 Millionen illegale Waffen gegenüber. Dieses Missverhältnis hält Schuh für besorgniserregend. "Die registrierten Sportschützen sind keine Gefahr für die innere Sicherheit, sondern die Masse an illegalen Schusswaffenbesitzern", so Schuh eindringlich. Hier müssten auch Statistiken detaillierter aufgeschlüsselt und die Öffentlichkeit besser informiert werden.

Neue Sicherheitsmaßnahmen im Schützenheim erforderlich

Aber auch die Sicherheitsanforderungen an das Schützenheim haben sich geändert. Bislang hat es zwei Einbruchsversuche gegeben, aber noch nie haben die Diebe Waffen erbeuten können. Alle Waffen und sämtliche Munition sind in mehreren Tresoren weggesperrt. Die Änderungen im Waffenrecht haben aber zur Folge, dass neue Tresore, die der Norm entsprechen, angeschafft werden müssen. Weitere enorme Kosten, die der Verein stemmen muss, sind Ausfluss einer neuen Schießstandrichtlinie, nach der Schießstände zum Teil erheblich umzubauen sind. So muss zum Beispiel bei den Högler Schützen die gesamte Elektrik und die Beleuchtung erneuert werden. Die Holzverkleidung an den Säulen und den Seitenwänden muss raus und viele weitere Umbauarbeiten sind für dieses und das nächste Jahr geplant. Karl Jesse bat diesbezüglich die Politik um Unterstützung. Die Gemeinderäte Stefan Kern und Bruno Thurnhausstatter erläuterten hier die Vorgehensweise, wie dem Verein dabei finanziell geholfen werden könne.

Schießsport fördert die Konzentrationsfähigkeit

CSU-Fraktionssprecher Jörg Mader brachte in diesem Zusammenhang die Diskussion auf die gesellschaftliche Bedeutung des Schützenvereins zur Brauchtumspflege und in der Jugendarbeit. Der Verein besitzt eine eigene Tracht und die Fahnenabordnung nimmt an den Umzügen zu Fronleichnam, Maria Himmelfahrt, Erntedank und sämtlichen Vereinsjubiläen teil. Gerade die Jugendarbeit liegt der SGU besonders am Herzen. "Ich kenne keinen erfolgreichen jugendlichen Schützen, der kein guter Schüler ist", betonten Hans Mende als langjähriger Schützenmeister und Jugendtrainer Franz Höglauer unisono. Beim Schießsport werde über Stunden hinweg die Konzentrationsfähigkeit extrem intensiv geschult. Schüler, die im Schützenverein sind, hätten es deshalb leichter, sich beim Lernen oder in der Schule zu konzentrieren.

Schützenvereine gehören zu Bayern wie Trachten und Blasmusik

Der Ulrichshögler Schützenverein zählt derzeit etwa 200 Mitglieder. Schützenmeister Jesse würde sich aber sehr freuen, neue Mitglieder zu begrüßen oder auch einfach nur interessierten Bürgern, Jungen und Mädchen ab 12 Jahren einmal das Schießen zu zeigen. "Wir sind immer am Dienstagabend und am Samstagnachmittag da. Wer das einmal ausprobieren will, kann einfach kommen", so Jesse. Einige CSU-Mitglieder haben im Anschluss an den Stammtisch bereits einen Termin vereinbart für ein Probeschießen. Ainrings CSU-Vorsitzender Sven Kluba bedankte sich bei der SGU für diesen interessanten Stammtisch und die Einladung in das Schützenheim. Die CSU werde den Umbau sicher im Gemeinderat unterstützen. "Unsere Schützen gehören zu Bayern genau wie die Trachtenvereine und Blaskapellen", so Kluba. Die Politik müsse deshalb auch in der Öffentlichkeit zu den verantwortungsbewussten Sportschützen stehen.

schl

Quelle: BGland24.de

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